Detektor erkennt Sonnenbrand


Jedes Jahr das gleiche Spiel: Die ersten warmen Sonnenstrahlen nach monatelangem Schmuddelwetter locken Scharen bleicher Gestalten zum ausgiebigen Sonnenbad ins Freie. Dabei wird gerade die Kraft der Frühjahrssonne häufig unterschätzt. Folge: Sonnenbrand, schnellere Hautalterung, erhöhtes Hautkrebsrisiko. Marcus Weiß, Maschinenbauer an der Universität Kaiserslautern, hat einen Spezialfilter entwickelt, mit dem Sonnenbrand schon im Ansatz sichtbar wird. Das nützliche Hilfsmittel kostet in der Herstellung nur wenige Pfennige.

Für den Laien ist es schwierig zu beurteilen, wie lange er sich der Sonne aussetzen kann, ohne nachhaltige Hautschädigungen befürchten zu müssen. Das Sonnenbad wird häufig erst beendet, wenn erste Anzeichen einer Hautrötung auftreten. Zu diesem Zeitpunkt ist die vertretbare Bestrahlungsdauer aber längst um ein Vielfaches überschritten.
Die charakteristische Rotfärbung bei einem Sonnenbrand entsteht durch eine Erhöhung der Oxyhämoglobin-Konzentration in den oberflächennahen Hautschichten. Mit zunehmender Hautirritation durch die UV-Strahlung entsteht mehr und mehr Oxyhämoglobin, bis schließlich eine Rötung sichtbar wird. Der von Weiß entwickelte Filter macht diesen Farbumschlag erheblich früher sichtbar, indem er charakteristische Wellenlängenbereiche im Remissionsspektrum des Oxyhämoglobins herausfiltert.
Bislang existieren Filter-Prototypen aus Glas, die allerdings für die Massenfertigung noch zu teuer sind. Momentan läßt Weiß daher eine Folie mit den gewünschten spektralen Eigenschaften entwickeln, die sich als Meterware produzieren lässt. Ein einzelner Filter soll dann in der Herstellung nur noch wenige Pfennige kosten und beispielsweise Tuben mit Sonnenmilch beigelegt werden können. Der Sonnenhungrige betrachtet einfach seine Haut durch den Filter; erscheint sie rot, muss er ein schattiges Plätzchen aufsuchen, damit die kostbare Bräune nicht gleich nach wenigen Tagen wieder abblättert.

Ansprechpartner:
Marcus Weiß
Tel.: 0631/205-3042
Fax: 0631/205-3730
email: Weiss@mv.uni-kl.de

Media Contact

Frank Luerweg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie

Dieses Fachgebiet umfasst wissenschaftliche Verfahren zur Änderung von Stoffeigenschaften (Zerkleinern, Kühlen, etc.), Stoffzusammensetzungen (Filtration, Destillation, etc.) und Stoffarten (Oxidation, Hydrierung, etc.).

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Trenntechnologie, Lasertechnologie, Messtechnik, Robotertechnik, Prüftechnik, Beschichtungsverfahren und Analyseverfahren.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Neutronen-basierte Methode hilft, Unterwasserpipelines offen zu halten

Industrie und private Verbraucher sind auf Öl- und Gaspipelines angewiesen, die sich über Tausende von Kilometern unter Wasser erstrecken. Nicht selten verstopfen Ablagerungen diese Pipelines. Bisher gibt es nur wenige…

Dresdner Forscher:innen wollen PCR-Schnelltests für COVID-19 entwickeln

Noch in diesem Jahr einen PCR-Schnelltest für COVID-19 und andere Erreger zu entwickeln – das ist das Ziel einer neuen Nachwuchsforschungsgruppe an der TU Dresden. Der neuartige Test soll die…

Klimawandel und Waldbrände könnten Ozonloch vergrößern

Rauch aus Waldbränden könnte den Ozonabbau in den oberen Schichten der Atmosphäre verstärken und so das Ozonloch über der Arktis zusätzlich vergrößern. Das geht aus Daten der internationalen MOSAiC-Expedition hervor,…

Partner & Förderer