Filtertechnologie: Soldaten-Nahrung im Urin gekocht

Trockenfutter mit Osmosemembran soll bei Einsatz im Feld Gewicht sparen

Lebensmitteltechniker haben eine drastische Methode zur Herstellung für Soldatennahrung im Feld entwickelt: Trockenfutter, das selbst in schmutzigstem Wasser oder auch im eigenen Urin aufgekocht werden kann und genießbar sein soll, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Der neuartige Filter kann 99,9 Prozent aller Bakterien und toxischen Rückstände aus dem Wasser entfernen. So kann das Wasser anschließend zur Auflösung von Nahrungsmitteln verwendet werden, berichtet das Combat Feeding Directorate, Teil des US Soldier Systems Center in Natick, Massachusetts. Das Combat Feeding Directorate hat im übrigen Erfahrung mit solchen Spezialprodukten: Vor knapp zwei Jahren präsentierten die Experten einen quasi „unzerstörbaren Sandwich“, der eine Lagerzeit von drei Jahren mühe- und auch schadlos übersteht.

Im Vordergrund der Bemühungen der Armee-Spezialisten steht die Idee das Gewicht bei einem Einsatz möglichst stark zu reduzieren und vor allem die Trinkwasserreserven, die schwer sind, in irgendeiner Art zu ersetzen. „Die Nahrungsmittel, die ein Soldat heute als Tagesration mitnimmt, wiegen 3,5 Kilogramm. Mit Trockennahrung kann dieses Gewicht auf 400 Gramm reduziert werden“, zeigt sich die Combat Feeding Sprecherin Diane Wood überzeugt. Die Filtertechnologie basiert auf dem physikalischen Mechanismus der Osmose. Dabei sind die semipermeablen Membrane, die nur Wasser durchlassen, im Durchschnitt nur 0,5 Nanometer groß und damit zu klein für Bakterien, berichtet das Wissenschaftsmagazin. Der Hersteller Hydration Technology aus Albany, Oregon, warnt jedoch vor, dass Harnstoff nicht ausgefiltert werden könnte. Daher rät das Unternehmen Urin nur im absoluten Notfall zu verwenden. Bei längerfristiger Verwendung könnte dies zu Nierenproblemen führen, warnt Ed Beaudry, Hydration-Technology-Techniker. Kurzfristig würde der Körper den Harnstoff jedoch nicht als toxisch empfinden.

Media Contact

Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

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