Passagiere wünschen sich minimal-invasive und effektivere Sicherheitskontrollen an Flughäfen

Denn die Mehrheit der Fluggäste bevorzugen technologie-basierte vor den invasiven manuellen Maßnahmen wie bspw. dem Abtasten im Rahmen der Luftsicherheitskontrollen (53% vs. 17%).

Auch weitere Gründe sprechen laut einer aktuellen Umfrage der EBS Business School mit über 1.500 Passagieren für die (Weiter-)Entwicklung und den Einsatz innovativer Detektionstechnologien an Flughäfen.

Sicherheit – oder vielmehr das Sicherheitsgefühl – steht bei Fluggästen an erster Stelle. So ist das Sicherheitsgefühl 97% der Befragten im BDL Verbraucherreport 2013 wichtig bis sehr wichtig. Laut einer aktuellen Umfrage der EBS Business School im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekts „Sicherheit im öffentlichen Raum“ (SIRA) fühlt sich eine deutliche Mehrheit der Fluggäste (83%) beim Fliegen sicher bis sehr sicher.

Dies führen 72% der Befragten nicht zuletzt auf die Luftsicherheitskontrolle zurück, die laut 77% der Teilnehmer Schutz vor bekannten Bedrohungen leistet. Auch befinden 65% der Befragten, dass weniger Luftsicherheitskontrollmaßnahmen die Sicherheit beim Fliegen deutlich verschlechtern würde. So wundert es nicht, dass rund 85% die heutigen Maßnahmen akzeptieren. Dennoch gilt es, die heutige Luftsicherheitskontrolle hinsichtlich Sicherheit, Kundenzufriedenheit und Wirtschaftlichkeit vor dem Hintergrund neuer technologischer Alternativen kritisch zu hinterfragen.

In chemischen oder toxischen Substanzen sowie flüssigen Sprengstoffen sehen die Befragten ein signifikant höheres Risiko einer Gefährdung ihrer Sicherheit im Flugzeug als bei festen Sprengstoffen oder Schusswaffen; spitzen oder stumpfen Gegenständen wird das geringste Bedrohungspotential zugemessen. Damit entspricht die Einschätzung der Passagiere der von Luftsicherheitsexperten. Dennoch werden bis dato kaum neue Detektionstechnologien eingesetzt, die eine Identifikation der Substanzen erlaubt, die bekannte Bedrohungen für den Luftverkehr darstellen.

Das Sicherheitsgefühl (sowie die Akzeptanz) leiden hierunter: Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass Passagiere, die ein signifikant geringes Vertrauen in die aktuelle Luftsicherheitskontrolle haben, sich beim Fliegen auch signifikant unsicherer fühlen.

Um vor dem Hintergrund neuer Bedrohungsszenarien das Sicherheitsniveau – und damit implizit das Sicherheitsgefühl – zu halten, bedürfte es nach heutiger Ausstattung der Luftsicherheitskontrollstelle ein Abtasten aller Passagiere. Dies ist weder im Interesse der Luftverkehrswirtschaft noch im Interesse der Reisenden. So beklagen rund 40% der Befragten – insbesondere beruflich Reisende und Vielflieger – einen Zeitverlust durch die Luftsicherheitskontrollmaßnahmen. 57% ist es wichtig, dass weniger manuelle Nachkontrollen durchgeführt werden – ein zeitintensiver und invasiver Prozess. Insgesamt ist der Wunsch nach mehr technologie-basierten Kontrollen im Kontrast zu manuellen Maßnahmen deutlich (53% vs. 17%).

Durch den Einsatz innovativer und detektionsstarker technologie-basierter Kontrollmaßnahmen – wie bspw. Security Scannern – könnte die Kundenzufriedenheit in dreifacher Hinsicht gesteigert werden: Die Luftsicherheitskontrolle wäre minimal-invasiv (der Schutz der Privatsphäre ist, nach Sicherheit und Vertraulichkeit persönlicher Daten, den Befragten bei der Kontrolle am wichtigsten). Damit einhergehend wäre die Kontrolle effizienter und weniger zeitintensiv. Und letztlich würde eine Steigerung der Effizienz auch zu geringeren Sicherheitskosten führen, die der Fluggast de facto – wenn auch unbewusst – bezahlt. (Die Kosten für Sicherheit an europäischen Flughäfen sind von 8% der operativen Kosten vor 9/11 auf durchschnittlich 27% in 2012 gestiegen.)

Es wundert daher nicht, dass 63% der befragten Flugreisenden die Einführung von Security Scannern an Flughäfen gutheißen; unter Passagieren, die bereits erste Erfahrung mit dieser technologie-basierten Kontrollmaßnahme sammeln konnten, sprechen sich sogar 73% für eine Einführung aus. Bereits heute ist die gemessene Akzeptanz für Security Scanner bei 65% hoch (gegenüber 13% mit ablehnender Haltung); bei Befragten mit Security Scanner-Erfahrung ist eine Akzeptanz bei mehr als 77% gegeben (gegenüber 8% mit ablehnender Haltung).

„Damit die Luftverkehrswirtschaft auch in Zukunft erfolgreich im Spannungsfeld von Sicherheit, Kundenzufriedenheit und Wirtschaftlichkeit operieren kann, muss die Luftsicherheitskontrolle sowohl technologisch aufgerüstet als auch prozessual überdacht werden,“ sagt Dr. Christoph Georgi vom Fachbereich Security & Innovation der EBS Business School. „Effektive und effiziente Sicherheitskontrollen sind im Sinne aller Beteiligten. Denn die steigende Komplexität der Sicherheitssysteme führt nicht nur zu steigenden Kosten für das Verkehrsmittel Flugzeug – die letztlich der Passagier zu tragen hat. Auch die Kundenzufriedenheit leidet maßgeblich unter immer restriktiveren, invasiveren und zeitaufwendigeren Kontrollmaßnahmen. Daher ist es im Interesse aller Beteiligten technologie-basierte Lösungen (wie bspw. Security Scanner) zu implementieren, um die Luftsicherheitskontrolle in Zukunft minimal-invasiv und effizient zu gestalten – bei gleichbleibend hohem Sicherheitsniveau.“

Die Umfrage ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekts Sicherheit im öffentlichen Raum (SIRA), in dem die EBS Business School in Oestrich-Winkel sich intensiv mit der Gestaltung und Akzeptanz von Luftsicherheitskontrollmaßnahmen auseinander setzt. Für die Umfrage wurden im Zeitraum vom 26. Juni bis 2. Juli 2013 1.540 Personen befragt.

Weitere Informationen:

Dr. Christoph Georgi
Forschungsdirektor Security & Innovation
Strascheg Institute for Innovation & Entrepreneurship (SIIE)
EBS Business School, EBS Universität für Wirtschaft und Recht
Tel.: 0611 7102 2067
E-Mail: christoph.georgi@ebs.edu

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Weitere Informationen:

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