Dopingmittel hilft bei Therapie von Schlaganfallpatienten

Viele kennen den Namen aus dem Profisport, wo Erythropoietin (EPO) zur Leistungssteigerung missbraucht wird. Wissenschaftler haben jetzt nachgewiesen, dass EPO bei einer bestimmten Gruppe von Schlaganfallpatienten helfen kann, die Krankheitsfolgen zu vermindern und Nervengewebe zu schützen.

An der internationalen und interdisziplinären Studie, die federführend von Wissenschaftlern um Professorin Hannelore Ehrenreich am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen durchgeführt wurde, sind die Universität Bremen (Prof. Manfred Herrmann) und die Bremer Neurologische Klinik (Prof. Andreas Kastrup), die Universität Hannover (Prof. Karin Weissenborn) sowie die US-amerikanische Biotechnologiefirma Banyan Biomarkers (Dr. Andreas Jeromin) beteiligt. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt im renommierten Fachjournal „Molecular Medicine“ veröffentlicht.

In einer großen klinischen Studie konnten die Wissenschaftler zuvor nachweisen, dass der schützende Effekt von EPO nur bei solchen Schlaganfallpatienten wirkt, bei denen der Blutpfropf, welcher ein Blutgefäß im Gehirn verstopft und so den Schlaganfall verursacht, nicht medikamentös aufgelöst werden kann. In der neuen Studie zeigte sich, dass Schlaganfallpatienten nicht nur durch die frühe Gabe von EPO profitieren und sich wieder besser erholen, sondern dass bei diesen Patienten auch weniger Eiweißstoffe, die eine Schädigung des Gehirns anzeigen, freigesetzt werden als bei Schlaganfallpatienten ohne EPO-Behandlung. Diese Eiweißstoffe – so genannte Schadensmarker UCH-L1, S100B und GFAP – findet man bei Patienten mit akutem Schlaganfall und schweren Krankheitsfolgen in erhöhter Konzentration im Blut. Die interdisziplinäre und internationale Studie zeigt zudem auf, dass durch die Analyse von spezifischen Schadensmarkern nunmehr eine frühe Möglichkeit gegeben ist, den Erfolg einer Behandlung des Schlaganfalls biochemisch zu überprüfen.

„Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Forschern“

Viele Vorarbeiten zu dieser Studie fanden in enger Kooperation der Universität Bremen und der Bremer Neurologischen Klinik statt. „Sie belegen die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Universität und Kliniken in Bremen“, so Professor Manfred Herrmann. Zugleich werde jedoch auch deutlich, dass Erfolge in der Grundlagenforschung und Behandlung des Schlaganfalls nur noch gelingen, wenn sich Ärzte und Forscher national und international stark vernetzen und mit international aufgestellten Biotechnologiefirmen eng zusammenarbeiten.

Die Studie ist im Internet unter http://www.molmed.org/content/papers%20in%20press/11_259_Ehrenreich.pdf zu finden.

Weitere Informationen:

Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin (Göttingen)
Prof. Dr. Dr. Hannelore Ehrenreich
Telefon: 0551 389-9628
E-Mail: ehrenreich@em.mpg.de
www.em.mpg.de
Universität Bremen
Zentrum für Kognitionswissenschaften
Prof. Dr. Dr. Manfred Herrmann
Telefon: 0421 218-68740
E-Mail: manfred.herrmann@uni-bremen.de
www.neuropsychologie.uni-bremen.de

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