Der deutsche Mittelstand ist wieder auf Expansionskurs – muss aber künftig mit Herausforderungen bei der Finanzierung rechnen

– Umfrage unter rund 300 überwiegend mittelständischen Unternehmen

– Der deutsche Mittelstand ist besser durch die Krise gekommen als erwartet

– 37 Prozent der befragten Unternehmen erwarten 2011 einen höheren Netto-Finanzierungsbedarf, 61 Prozent sehen Wachstumsthemen im Fokus

– 43 Prozent spüren bei Nachverhandlungen der Kreditfinanzierung striktere Kreditvergabeklauseln (Financial Covenants)

– Langfristige Finanzierungsstrategie, Strukturierung anhand des Geschäftsmodells sowie Nutzung alternativer Instrumente sichern eine zukunftsfeste Finanzierung

Mittelständische Unternehmen sind deutlich besser durch die Krise gekommen als angenommen. Viele von ihnen befinden sich sogar schon wieder auf Wachstumskurs. Für eine weitere Expansion ist aber dringend eine solide Unternehmensfinanzierung erforderlich. Doch diese ist nach der Finanz- und Wirtschaftskrise schwieriger geworden.

Insbesondere der Mittelstand muss künftig mit Herausforderungen bei der Finanzierung rechnen. Um sich erfolgreich auf dem Markt zu behaupten, müssen sich Unternehmen an drei Grundregeln für eine zukunftsfeste Finanzierung halten: eine langfristige Finanzierungsstrategie, eine strukturierte Finanzierung anhand des Geschäftsmodells sowie die Nutzung alternativer Finanzierungsinstrumente. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie mit dem Titel „Finanzierungsstrukturen und -herausforderungen für Unternehmen in Deutschland“ von Roland Berger Strategy Consultants.

„Der deutsche Mittelstand ist besser durch die Krise gekommen als gemeinhin angenommen“, sagt Sascha Haghani, Partner und Leiter des Kompetenzzentrums Corporate Finance bei Roland Berger Strategy Consultants. „Viele von ihnen sind sogar schon wieder auf Expansionskurs.“ In Deutschland zeichnet sich ein – wenn auch noch fragiler – Aufschwung ab. Damit daraus ein nachhaltiges Wachstum wird, ist eine solide Unternehmensfinanzierung wichtig.

Doch der Mittelstand muss mit schwierigen Rahmenbedingungen rechnen: „Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Finanzierung für Unternehmen komplexer geworden“, sagt Co-Autor Klaus van Marwyk. Die Innenfinanzierungskraft der Unternehmen ist durch die Krise geschwächt worden. Sinkende operative Ergebnisse haben die Cash-Reserven reduziert. Für einen sich abzeichnenden Aufschwung sind Zuwächse im Working Capital und bei den Investitionen erforderlich, die entsprechend finanziert werden müssen. Die Verfügbarkeit von Eigenkapital zur externen Finanzierung auf den Kapitalmärkten ist eingeschränkt. Börsengänge und Kapitalerhöhungen sind bei der anhaltenden Unsicherheit nur eingeschränkt möglich. Gleichzeitig ist der Zugang zu Fremdkapital durch eine vorsichtige Kreditvergabe der Banken schwieriger geworden.

Wachstumsthemen stehen bei Unternehmen im Vordergrund

Um weiter wachsen zu können, benötigen die Unternehmen nun neues Kapital. Auffällig ist, dass von den befragten Unternehmen 61 Prozent Wachstumsthemen als alleinigen Schwerpunkt der Finanzierung für 2010 und 2011 sehen und nur fünf Prozent Refinanzierung. 37 Prozent erwarten 2011 im Vergleich zu 2009 einen höheren und sechs Prozent einen sehr viel höheren Netto-Finanzierungsbedarf. Doch bei Verhandlungen von Kreditverträgen spürt inzwischen fast die Hälfte (43 Prozent) der Unternehmen striktere Kreditvergabeklauseln (Financial Covenants) als zuvor. In Zukunft erwarten die befragten Unternehmen vier Herausforderungen und Aufgaben: Die Steigerung des Finanzierungsvolumens (13%), den Kampf um das aktuelle Rating (12%), die Refinanzierung auslaufender Finanzierungen (10%) sowie die steigenden Finanzierungskosten (9%).

Handlungsempfehlungen für eine stabile Finanzierung

Die Studie zeigt, dass Unternehmen ihre Finanzierungskonditionen und -strukturen mit einer langfristigen Finanzierungsstrategie tendenziell optimieren können. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen mit einer Orientierung an einer langfristigen Strategie gaben als Vorteile günstige Konditionen, gutes Rating, geringe Komplexität, geringes Risiko und ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Finanzierern an. Unternehmen sollten außerdem ihre Finanzierung an den Besonderheiten des Geschäftsmodells ausrichten und Aspekte wie Geschäftszyklen, Volatilität, Risikostruktur und Footprint explizit berücksichtigen. Dabei schafft eine strukturierte Finanzierung Transparenz und erhöht die Steuerbarkeit. Das schafft Vertrauen bei den Finanzierern und senkt gleichzeitig den administrativen Aufwand.

Viele der befragten Unternehmen stellen fest, dass ihnen Bankkredite gar nicht oder nicht in ausreichendem Umfang gewährt wurden. Daher ist es ratsam, dass Unternehmen alternative Finanzierungsinstrumente nutzen, die ihnen Freiräume verschaffen. Haghani: „Die deutschen Mittelständler sollte jetzt ihren Finanzierungsbedarf kritisch überprüfen – und bei überschaubaren Widerständen auch vor einer tiefgreifenden Umstrukturierung nicht zurückschrecken.“

Die Präsentation zur Studie können Sie kostenfrei herunterladen
unter: www.rolandberger.com/pressreleases
Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 36 Büros in 25 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 2.000 Mitarbeiter haben im Jahr 2009 einen Honorarumsatz von 616 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 180 Partnern.

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Sebastian Deck presseportal

Weitere Informationen:

http://www.rolandberger.com

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