Carsharing-Verbraucher-Studie

Automobilhersteller erkennen das Carsharing als neues Geschäftskonzept, zusätzliche Einnahmequelle und einen weiteren Weg, ihre Kunden neu an sich zu binden. Das 60 Jahre alte Konzept hat sich in den letzten Jahren innovativ verändert, und es sind neue Geschäftsmodelle entstanden, wie etwa das Einweg-Carsharing, das Carsharing für Hin- und Rückstrecke und das private Carsharing, das so genannte Peer-to-Peer Carsharing. Dennoch bleibt bei Autofahrern und Reisenden, die keine Mitglieder eines Carsharing-Verbundes sind, weiterhin viel Potenzial ungenutzt.

In einer kürzlich abgeschlossenen Verbraucherbefragung (engl. Voice of the Customer, VoC), analysierte Frost & Sullivan (www.automotive.frost.com) das Feedback von Verbrauchern, die keine Carsharing-Mitglieder sind, in ausgewählten europäischen Städten in Frankreich, Deutschland und Grossbritannien.

Im Rahmen der VoC-Studie wurden 2348 Teilnehmer in den vier wichtigsten Städten der jeweiligen drei Länder befragt. Ziel war, Informationen zu den folgenden Aspekten zu erhalten: Verkehrsmittelnutzung, Pendlerprofile, Interesse an Carsharing, Erwartungen an Carsharing, Zahlungsbereitschaft für dieses Serviceangebot und Analyse des künftigen Bedarfs.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Markt für das private, oder P2P-, Carsharing in seiner Anfangsphase befindet und sich voraussichtlich parallel zum traditionellen Carsharing entwickeln wird. Das Interesse an der Nutzung eines Fremdfahrzeugs ist höher als das Interesse, das eigene Auto anderen auf Mietbasis zur Verfügung zu stellen. Überraschenderweise besteht eine Wechselbeziehung zwischen dem Interesse an einer Mitgliedschaft in einem Carsharing-Verbund und dem Interesse, das eigene Auto jemand anderem kurzzeitig zu vermieten.

Bei Abschluss der Studie stuften fast 38 Prozent der Befragten das Carsharing als wichtig/sehr wichtig für ihre Mobilitätsbedürfnisse ein. Auf Grundlage eines optimalen Carsharing-Modells, wie es auf Basis der 'Adaptive Choice Based Conjoint (ACBC)'-Analyse im Laufe dieser Umfrage definiert wurde, kann man bei einer Stadt wie Berlin von einem Potenzial von bis zu 180.000 Mitgliedern ausgehen.

Die in der Umfrage gesammelten Informationen kann man unter den nachfolgenden fünf Ergebnissen zusammenfassen:

Möglichst schon im jungen Alter als Kunde gewinnen: Personen im jungen Alter (zwischen 25 und 34 Jahren) und gut ausgebildete Arbeitnehmer, die nur selten ein Auto nutzen oder eines besitzen, haben ein hohes Interesse an Carsharing, wobei Studenten mit rund 31 Prozent ein verhältnismäßig grosses Interesse haben.

Carsharing soll parallel zum öffentlichen Personenverkehr bestehen: Obwohl die Befragten das Carsharing als eine flexible und einfache Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln wahrnehmen, sind sie zur Nutzung nur dann bereit, wenn beide Verkehrsträger verknüpft werden. Die meisten Befragten bevorzugen einen kommunalen Verkehrsbetrieb als Carsharing-Betreiber und erwarten, dass Carsharing-Parkplätze an den Stationen des öffentlichen Personenverkehrs bereitgestellt sind.

Immer mehr städtische Fahrzeugbesitzer verzichten nach Beitritt zum Carsharing auf ihre Fahrzeuge: Etwa 40 Prozent der derzeitigen Wagenhalter mit einem Fahrzeug werden voraussichtlich auf ihr Fahrzeug verzichten, sobald sie Mitglied eines Carsharing-Verbunds geworden sind. Etwa 60 Prozent der Befragten, die kein Auto besitzen, erwägen keinen Autokauf zusätzlich zu ihrer Carsharing-Mitgliedschaft.

Einweg-Carsharing mit ausgewogenem Preis- und Betriebsmodell ist das Konzept der Zukunft: Das Einweg-Carsharing-Modell mit einem Fahrzeug mit Benzinmotor und vier Sitzen, das an Abhol-/Abgabestationen innerhalb von 200 Metern bereitsteht, erhält mit 16,2 Prozent die höchste Zustimmung der Befragten. Obwohl das zukunftsfähige Konzept zu einem Preis von 15,50 Euro pro Stunde gerechnet werden kann, könnte ein weiterer Preisnachlass auf zwischen 7,00 und 11,00 Euro möglicherweise für einen erhöhten Marktanteil sorgen.

Rückkehr zu den Grundlagen des Marketings – Bekanntheit sorgt für Akzeptanz: Nur einer von vier Nichtmitgliedern kennt das Carsharing-Konzept, und nur 28 Prozent sind an einer Mitgliedschaft interessiert. Das Carsharing-Konzept ist für etwa 38 Prozent der interessierten Befragten wichtiger und attraktiver geworden, nachdem ihnen das Konzept ausführlich vorgestellt worden war.

Über die Studie:
Für die Studie wurde das 'Adaptive Choice Based Conjoint'-Verfahren (ACBC) angewendet, welches Simulationen von Carsharing-Modellen ermöglicht und die jeweils zugehörigen Preise und Marktanteile generiert. Die Umfrage wurde in den folgenden Städte durchgeführt: Paris, Lyon, Marseille und Toulouse in Frankreich; Berlin, München, Hamburg und Köln in Deutschland; London, Manchester, Birmingham und Edinburgh in Grossbritannien.

Frost & Sullivan erwartet, dass das traditionelle Carsharing in 2013 weltweit ca. 3 Millionen Mitglieder und 70.000 Fahrzeuge umfassen wird. Bis 2020 wird es voraussichtlich auf das Neunfache anwachsen mit 26,2 Millionen Mitgliedern weltweit. Das aufkommende private Carsharing, welches in 2010 von 13 Unternehmen angeboten wurde, erlebte ein Wachstum von 85-90 Prozent innerhalb eines Jahres auf 24 Marktteilnehmer in 2011.

Urban Mobility 3.0 – New Urban Mobility Business Models Vom 19. – 20. Juni 2013 veranstaltet Frost & Sullivan seinen vierten jährlichen Workshop ‘Urban Mobility 3.0’, der im englischen Parlament und im Siemens Crystal Building in London stattfinden wird. Die Parlamentsdebatte am ersten Veranstaltungstag wird von britischen Abgeordneten und Vertretern aus Industrie und Wissenschaft geführt. Tag 2 der Veranstaltung wird aus fünf verschiedenen Diskussionsrunden bestehen und sich auf Megatrends und ihre Auswirkungen auf Mobilität und zukünftige Geschäftsmodelle fokussieren, wie zum Beispiel Mobility Integration, Carsharing, neue Fleet- bzw. Leasingmodelle, Logistik in urbanen Gebieten, Online-Vertrieb, die Zukunft des öffentlichen Personenverkehrs, mit u.a. Hochgeschwindigkeitszügen, Schnellbussystemen, Hybrid- und Elektrobussen sowie autonomes Fahren und Trends in der Infrastruktur.

Über Frost & Sullivan
Frost & Sullivan ist der globale Partner für Unternehmen, wenn es um Wachstum, Innovation und Marktführung geht. Die Dienstleistungen Growth Partnership Services und Growth Consulting helfen dem Kunden, innovative Wachstumsstrategien zu entwickeln, eine auf Wachstum ausgerichtete Kultur zu etablieren und entsprechende Strategien umzusetzen. Seit 50 Jahren in unterschiedlichen Branchen und Industrien tätig, verfügt Frost & Sullivan über einen enormen Bestand an Marktinformationen und unterhält mittlerweile mehr als 40 Niederlassungen auf sechs Kontinenten. Der Kundenstamm von Frost & Sullivan umfasst sowohl Global-1000-Unternehmen als auch aufstrebende Firmen und Kunden aus der Investmentbranche. Weitere Informationen zum Thema Growth Partnerships unter http://www.frost.com.
Kontakt:
Katja Feick
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