BVR-Studie: Mittelstand in schwierigen Zeiten auf stabilem Fundament

Dem vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) erstmalig vorgelegten Mittelstandsspiegel zufolge ist die durchschnittliche Eigenkapitalquote der mittelständischen Firmenkunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken seit dem Jahr 2001 kontinuierlich gestiegen.

„Der Mittelstand hat seine Hausaufgaben gemacht und in den letzten zehn Jahren seine durchschnittliche Eigenkapitalquote stetig verbessert – sogar im Rezessionswinter 2008/2009“, erklärt Dr. Andreas Martin, Vorstandsmitglied des BVR.

Dieser Trend hat sich nach ersten Berechnungen in 2010 fortgesetzt. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote hat sich im Vergleich zum Krisenjahr 2009 um 3,1 Prozentpunkte auf 22,1 Prozent erhöht. „Der Mittelstand ist heute deutlich widerstandsfähiger gegenüber konjunkturellen Belastungen als in der Vergangenheit“, so Martin. Eine Auswertung nach Umsatzgrößenklassen zeigt, dass sich die Eigenkapitalquote von 2009 auf 2010 insbesondere bei Firmenkunden mit einem Umsatz unter 500.000 Euro erhöhte. Nach den bisher vorliegenden Bilanzdaten ist die durchschnittliche Eigenkapitalquote in dieser Umsatzklasse um 4,2 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent gestiegen. Im Gegensatz dazu wurde die Eigenkapitalausstattung der großen Unternehmen, die traditionell höher ist, zuletzt offenbar nicht weiter ausgebaut, sondern sogar leicht zurückgeführt. So ist die Eigenkapitalquote der Unternehmen mit Umsätzen von über 50 Millionen Euro 2010 um 0,4 Prozentpunkte auf 30,8 Prozent gesunken. Auch jüngste Ergebnisse von Unternehmensumfragen zeigen, dass sich der deutsche Mittelstand nach wie vor in einer stabilen Verfassung befindet.

Die Konjunkturaussichten haben sich allerdings für den Mittelstand ebenso wie für die Wirtschaft insgesamt deutlich eingetrübt. „Für die Investitionstätigkeit der Unternehmen gibt es aber weiterhin eine gute Basis. Die Finanzierungsbedingungen bleiben günstig und eine Kreditklemme ist bei unseren Instituten nicht in Sicht“, so Martin. „Um den stabilisierenden Konjunkturbeitrag des Mittelstands zu sichern, ist mit Blick auf die neuen Eigenkapitalunterlegungspflichten unter Basel III darauf zu achten, dass der Mittelstandskredit nicht benachteiligt wird“, so Martin weiter.

Zur Studie „BVR-Mittelstandsspiegel 2011“: Der BVR legt mit dem Mittelstandsspiegel erstmalig eine umfassende Auswertung der

Finanzierungs- und Ertragsverhältnisse der mittelständischen Firmenkunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken vor. Die Auswertung beruht auf rund 840.000 Jahresabschlüssen, welche die Kunden im Rahmen ihrer Kreditantragstellung im Zeitraum der Jahre 2001 bis 2010 einreichten.

Die Studie „BVR-Mittelstandsspiegel 2011“ ist unter www.bvr.de , Publikationen, Konjunkturberichte kostenfrei abrufbar.

Pressekontakt:
Bundesverband der
Deutschen Volksbanken und
Raiffeisenbanken – BVR
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