KPMG-Umfrage: „Öko-Textilien“ ziehen Verbraucher kaum an

Beim Bekleidungskauf überwiegen offenbar zunächst klar andere Entscheidungskriterien. So ist es 90 Prozent der Befragten wichtig oder sehr wichtig, dass die Kleidung dem persönlichen Geschmack entspricht. Es folgt die angenehme Einkaufsatmosphäre (68 Prozent) sowie die Qualität des Kleidungsstücks (64 Prozent). Auf eine ökologische Herstellung achten hingegen lediglich 15 Prozent der Befragten.

„Angesichts des insgesamt noch recht eingeschränkten Angebots von Öko-Textilien ist eine deutliche Herausstellung dieses Merkmals in den Verkaufsstellen sehr wichtig“, so Johannes Siemes, Leiter Consumer Markets & Retail bei KPMG. Gibt es nämlich einen Hinweis auf die ökologische Herstellung, so wird dieser von gut 70 Prozent der Befragten als ein kaufentscheidender Grund für Baby- und Unterwäsche sowie Kinderbekleidung genannt.

Auf die Frage, was man mit dem Begriff „Öko-Textilien“ überhaupt assoziiere, antworteten 95 Prozent beziehungsweise 86 Prozent, dass solche Kleidung besonders hautfreundlich oder allergikergeeignet sei. Eine umweltgerechte Herstellung sowie sozial vertretbare Produktionsbedingungen in den Herstellerländern verbanden damit 91 beziehungsweise 84 Prozent. Die dahinter stehende Problematik der konventionellen Kleidungsproduktion scheint somit einer großen Mehrheit der Verbraucher bekannt zu sein.

62 Prozent der Befragten gaben an, in Zukunft zumindest gelegentlich Öko-Textilien tatsächlich kaufen zu wollen. In der Vergangenheit haben dies bereits 40 Prozent getan. Johannes Siemes: „Hieran wird deutlich, dass das Thema Öko-Textilien in der Bevölkerung an Bedeutung gewinnt. Auch wenn wir uns noch auf einer eher niedrigen Basis bewegen – wir gehen davon aus, dass Öko-Textilien mittelfristig eine größere Bedeutung im Textilhandel erreichen können.“

Interesse am Thema Öko-Textilien steigt

Diese Einschätzung bestätigt sich auch bei der Frage nach dem generellen Interesse an Öko-Textilien. Seit längerer Zeit hat sich damit jeder sechste Deutsche (16 Prozent) beschäftigt. Seit kurzer Dauer interessiert sich hingegen bereits jeder vierte Deutsche (26 Prozent) dafür. Insbesondere Frauen werden hier als Zielgruppe gesehen, da ihr generelles Interesse an dieser Thematik höher ist als bei Männern (30 Prozent gegenüber 21 Prozent). Ältere Konsumenten achten generell ebenfalls vergleichsweise häufiger auf eine ökologische Erzeugung. Umgekehrt lässt sich an diesem Ergebnis allerdings auch ablesen, dass noch viel Informations- – und damit Überzeugungsarbeit – geleistet werden muss, um das Thema in breiten Bevölkerungskreisen nachhaltig zu verankern.

„Für den Textileinzelhandel ergibt sich die Empfehlung, Öko-Textilien klar herauszustellen, besonders im Bereich Baby- und Kinderbekleidung, aber auch bei Unterwäsche und Bettzeug. Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, dass diese mit dem konventionellen Sortiment nicht nur in punkto Design und Qualität, sondern auch preislich mithalten können“, so Johannes Siemes. Denn eines ergab die Befragung ebenfalls: Für ökologisch erzeugte Kleidung würden gerade einmal 16 Prozent der Befragten deutlich mehr zahlen.

Als Alleinstellungsmerkmal reicht der Faktor „Öko“ somit noch nicht aus, zumal auch die nach wie vor eher unübersichtliche Anzahl an Prüfsiegeln und Öko-Labels beim Verbraucher für Irritationen sorgt. Vielmehr gilt er als wichtige Ergänzung der klassischen Bekleidungsmerkmale. Einzelhändler, die dies an der richtigen Stelle betonen, könnten somit Profiteure des wahrscheinlich nächsten nachhaltigen Trends im Einzelhandel sein. So wurden P&C (61 Prozent), SinnLeffers (56 Prozent), Otto und Karstadt (je 51 Prozent) bereits als besonders kompetente Unternehmen für den Kauf von Öko-Textilien genannt. Die Schlusslichter bildeten New Yorker (22 Prozent) und Woolworth (20 Prozent).

Media Contact

Thomas Blees KPMG

Weitere Informationen:

http://www.kpmg.de

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