Windmarkt: Energieversorger bestimmen M&A-Aktivitäten

Die Anzahl der Transaktionen am Markt für Erneuerbare Energien hat sich zwischen Januar 2001 und Mai 2006 insgesamt verfünffacht. 64 Prozent oder 225 aller weltweiten Transaktionen entfielen davon auf den Windmarkt. Zu diesen Ergebnissen kam die Beratungsgesellschaft Ernst & Young in ihrer aktuellen Studie „TransAction Erneuerbare Energien“, welche die Merger- und Akquisitions-Aktivitäten (M&A) der vergangenen fünf Jahre analysiert hat. Auffallend war am Windenergiemarkt das verstärkte Engagement von Energieversorgern. Demnach traten bei 97 Prozent der 225 Transaktionen Energieversorger als Erwerber auf. Motivation für dieses Engagement sei vor allem die angestrebte Diversifizierung des Stromangebotes, um auf das wachsende Umweltbewusstsein der Kunden einzugehen.

Nach den Energieversorgern stellen Finanzinvestoren die zweitgrößte Erwerbergruppe am Windenergiemarkt dar. 17 Prozent der getätigten Transaktionen im Bereich Erneuerbare Energien wurden in den vergangenen fünf Jahren von dieser Erwerbergruppe getätigt. 76 Prozent der Transaktionen entfielen dabei auf den Windenergiemarkt. „Finanzinvestoren verfolgen bei Engagements in Windparkanlagen langfristige Renditeziele, die sich von ihren klassischen Anlagestrategien für Unternehmensbeteiligungen deutlich unterscheiden. Auf der Grundlage von Anlagehorizonten über zehn Jahren werden interne Verzinsungen von neun Prozent angestrebt“, so Hubertus Stephan, Manager bei Ernst & Young, im Gespräch mit pressetext. Das wachsende Interesse an der Branche sei vor allem auf die längerfristig erzielbaren Renditen zurückzuführen. Planbare Rückflüsse in Deutschland aus garantierter Einspeisevergütung würden einen Anlagenhorizont von zehn bis zwölf Jahren ermöglichen.

Der deutsche Offshore-Markt sei noch zu wenig entwickelt, daher gebe es in Bezug auf Konzeptionierung und Betrieb von Windkraftanlagen noch kein Erfolgsrezept. „Der Bau von Offshore-Windrädern ist sehr kapitalintensiv, das Engagement von externen Kapitalgebern ist jedoch noch gering. Mit wachsender Entwicklung und Transparenz des Marktes erwarten wir in diesem Bereich auch ein Engagement von Finanzinvestoren“, erläutert Stephan. Während bei Offshore-Windparks noch an der Entwicklung gearbeitet werde, treten am Onshore-Markt dagegen erste Sättigungseffekte auf. Seit 2003 sind die Wachstumsraten des Zubaus von Erzeugungskapazitäten rückläufig.

Neben dem wachsenden Engagement von Energieversorgern und Finanzinvestoren wurde am Windenergiesektor vor allem der anhaltende Konsolidierungstrend unter den Komponentenherstellern hervorgehoben. Von den 225 Transaktionen, die auf diesem Sektor stattfanden, wurde 21 Mal die Übernahme von Komponentenhersteller gezählt. Dieser Trend werde sich auch weiterhin fortsetzen, so die Studienautoren. Der Windenergiemarkt stellt in Deutschland den größten Sektor der Erneuerbaren Energien dar. 4,3 Prozent der jährlichen Stromproduktion konnten im vergangenen Jahr am deutschen Markt bereits durch diese Energieform gedeckt werden. Damit stellt Deutschland vor Spanien und den USA auf internationaler Ebene den größten Windmarkt dar.

Die Studienautoren untersuchten insgesamt 350 Transaktionen auf dem Geschäftsfeld Erneuerbare Energien. Allein 100 davon entfielen auf das Jahr 2005, eine weitere Steigerung ist zu erwarten. Neben dem größten Sektor Windenergie entfielen 21 Prozent aller Transaktionen während der vergangnen fünf Jahre auf den Bereich Photovoltaik, sowie jeweils vier Prozent auf die Sektoren Solarthermie und Biogas. Für international engagierte Erwerber sei im Allgemeinen ausschlaggebend, Bedeutung die jeweiligen Länder dem Thema Erneuerbare Energien auf ihrer politischen Agenda einräumen, erklärt Stephan. „Börsennotierte Unternehmen spüren den Wachstums- und Internationalisierungsdruck des Kapitalmarktes. Diese expandieren in Länder mit attraktiven Rahmenbedingungen für Erneuerbare Energien.“

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Victoria Schubert pressetext.deutschland

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