Keine Entwarnung für Mobilkommunikation im Flugzeug

Studie kritisiert sorgenlosen Umgang mit elektronischen Geräten an Bord


Tragbare elektronische Geräte wie Mobiltelefone, PDAs oder Notebooks besitzen in Flugzeugen ein weitaus größeres Störpotenzial als angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der US-amerikanischen Carnegie Mellon University, die in der März-Ausgabe des Magazin IEEE Spectrum veröffentlicht wurde. Die beteiligten Wissenschaftler wollen die präsentierten Ergebnisse als Warnung an internationale Flugaufsichtsbehörden und Airlines verstanden wissen, die derzeit gerade die Lockerung des Telefonieverbots in Flugzeugen vorbereiten (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=050923022 ).

In Absprache mit nicht näher genannten Fluggesellschaften sowie der US-Flugaufsichtsbehörde FAA analysierten die Wissenschaftler über einen Zeitraum von drei Monaten zahlreiche Flüge hinsichtlich der durch mobile Geräte verursachten elektromagnetischen Emissionen. „Wir haben herausgefunden, dass das Risiko durch diese tragbaren Geräte weitaus höher ist, als bisher angenommen“, fasst Studienautor Bill Strauss die Ergebnisse zusammen. Vor allem GPS-Navigationssysteme, die Frequenzen zwischen 1200 und 1600 MHz nutzen, seien von den ausgesendeten Signalen der Elektrogeräte betroffen, so Strauss.

Im Zuge der Beobachtungstätigkeit fanden die Wissenschaftler außerdem heraus, dass Flugpassagiere sich nur selten an die derzeit noch geltenden Verbote halten. Im Schnitt registrierte das Mess-Equipment bis zu vier Handytelefonate pro Flug, wobei ein Großteil der Gespräche sogar während den als besonders kritischen Start- und Landephasen geführt wurden. Die Studienautoren haben die FAA sowie die Federal Communication Commission (FCC) nun aufgefordert, ihren Standpunkt bezüglich der ins Auge gefassten Lockerung des Handyverbots an Bord zu überdenken und elektronische Emissionsstandards zu entwickeln.

Indessen halten europäische Luftlinien weiterhin an ihrem Vorhaben fest, Passagieren das Telefonieren während des Fluges zu ermöglichen. So wollen British Midland und TAP Air Portugal bereits ab Herbst 2006 mit einer sicheren technologischen Lösung von OnAir http://www.onair.aero , Siemens und Airbus aufwarten. „Unser System ist absolut unbedenklich, da das mobile Gerät direkt mit einer Sendestation im Flugzeug verbindet und nicht mit einem starken Emissionssignal eine Basisstation auf der Erde sucht“, erklärt OnAir-Sprecher Charlie Pryor gegenüber pressetext. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die europäische Flugaufsichtsbehörde dem eingebrachten Antrag in Kürze zustimmen werde.

Media Contact

Martin Stepanek pressetext.austria

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