Fröhliche Gedanken verringern Suchtverhalten

Fröhliche Gedanken können das Suchtverhalten beeinflussen. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam der Rutgers University of Newark und der New York University. Demnach können Menschen die Vorfreude bewusst unterdrücken, indem sie sich gezielt auf etwas anderes konzentrieren.

Im Versuch mit Probanden konnten die Wissenschaftler zeigen, dass sich die Aktivität des Belohnungszentrums im Gehirn verringert. Nach Ansicht der Experten könnte man diese Erkenntnis dazu verwenden, Suchterkrankungen zu bekämpfen.

Mauricio Delgado und Elizabeth Phelps haben den 15 Probanden gelbe und blaue Karten gegeben und sie darauf trainiert, dass die blauen Karten für einen Gewinn von vier Dollar stehen, die gelben jedoch für nichts. Die Vorfreude auf das Geld verursachte in der Gehirnregion Striatum deutliche Aktivitäten. Das konnten die Wissenschaftler mit Magnetresonanz-Scannern und mit Elektroden an den Fingerspitzen feststellen.

Interessant war das Forschungsergebnis insbesondere unter diesem Umstand, da ein Teil der Probanden dazu aufgefordert wurde, bei Erscheinen der blauen Karten explizit an den Gewinn zu denken, der andere Teil angewiesen wurde, bei Erscheinen einer Karte an einen Gegenstand der entsprechenden Farbe zu denken.

Die beiden Gruppen wiesen ziemlich unterschiedliche Ergebnisse auf: Jene, die lediglich an assoziative Gegenstände dachten, sank die Aktivität im Striatum und sie zeigten keine wesentlichen Veränderungen der Hautleitfähigkeit, während jene, die an den Gewinn dachten, deutliche Veränderungen zeigten. Damit sei erwiesen, dass nicht nur negative Gefühle wie Angst und Stress mit Hilfe einer gezielten Fokussierung der Gedanken bekämpft werden, sondern auch positive Gefühle und die emotionale Verbindung eines eigentlich neutralen Reizes mit einer Erwartungshaltung auf diese Art verändert werden können.

Die Erkenntnisse der Forscher seien durchaus interessant, meint der Psychologe Andreas Winter http://www.andreaswinter.de im pressetext-Interview. Winter arbeitet derzeit an einem Buch über Alkoholismus und hatte bereits zuvor über Nikotinsucht geschrieben. „Der menschlichen Psyche geht es um den optimalen Machtgewinn unter möglichst geringfügigem Aufwand.“

Die Psyche dulde keinen Rückschritt, daher greift der Raucher wieder und wieder zur Zigarette und der Fettleibige immer noch zur Schokolade, obwohl er wisse, dass dies nicht gut für ihn sei. Sucht sei auch sehr viel Vermeidungsstrategie. „In unserer Behandlung führen wir den Süchtigen dorthin zurück, wo diese Machtlosigkeit begonnen hat“, so Winter. Wesentlich sei es dabei dieses Urmisstrauen und das Gefühl, sich nicht ausleben zu können, zu erkennen. Auch Geld, wie es im Versuch der Forscher in Aussicht gestellt wurde, sei immer nur ein Symbol für Macht.

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Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

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