Rund 40 Prozent der Vollzeitbeschäftigten pendeln

Während im Jahr 1995 erst 31 Prozent der Vollzeitbeschäftigten zum Arbeitsplatz pendelten, waren es zehn Jahre später schon 39 Prozent – bei weiter steigender Tendenz. Zwar ist die absolute Pendlerzahl im gleichen Zeitraum von 7 Millionen auf 6,8 Millionen gesunken.

Dies ist aber ausschließlich auf einen generellen Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Untersuchungszeitraum zurückzuführen. „Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass Pendeln als flexible Form der Arbeitskräftemobilität zunehmend wichtiger wird“, folgern die Arbeitsmarktforscherinnen Anette Haas und Silke Hamann.

Pendlermagneten sind in erster Linie große Städte wie Hamburg, München oder Leipzig und Ballungsräume wie das Ruhrgebiet. Vielerorts haben sich in den letzten Jahren jedoch um die großen Städte herum neue Produktions- und Dienstleistungsstrukturen herausgebildet, die nun ebenfalls Pendler anziehen – ein Trend, den die IAB-Forscherinnen vor allem in den westlichen Bundesländern vorfinden.

Pendlerstrom von Ost nach West

Im Jahr 2005 pendelten rund 366.000 Personen von Ost nach West, den umgekehrten Weg traten nur rund 77.000 Arbeitnehmer an. Der Pendlerüberschuss lag damit im Westen bei knapp 290.000 Personen. Für 2006 lag dieser Wert bei rund 295.000. Entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ist der Pendlersaldo besonders hoch. Arbeitnehmer können dort ihre vergleichsweise günstigen Wohnsitze im Osten behalten und dabei ohne hohe Fahrtkosten von höheren Westlöhnen profitieren.

Pendeln ist für die Heimatregion besser als Abwandern

Pendler tragen durchaus zur Stärkung ihrer Heimatregionen bei. Sie erhöhen die Güternachfrage und stehen bei einer Besserung der Arbeitsmarktlage lokal ansässigen Firmen als Arbeitskräfte zur Verfügung. Die Abwanderung von gut qualifizierten Beschäftigten schwächt dagegen die Region meist dauerhaft.

Hochqualifizierte pendeln häufiger

Insgesamt pendeln Hochqualifizierte häufiger als alle anderen Gruppen. Im Westen ist dieser Trend immer noch stärker als im Osten. Die großen Städte bieten gerade Höherqualifizierten attraktive Arbeitsplätze. Für Geringqualifizierte gehen die Jobchancen dagegen weiter zurück und ihr Anteil an der Gruppe der Pendler nimmt ab.

Die IAB-Studie kann unter http://doku.iab.de/kurzber/2008/kb0608.pdf abgerufen werden.

In der IAB-Studie wird der Begriff „Pendler“ für sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte verwendet, deren Wohn- und Arbeitsort in unterschiedlichen Kreisen liegen.

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Wolfgang Braun idw

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