Neues Projekt untersucht Magneten im Nanobereich

In dem neuen Forschungsprojekt „Electric Control of Magnetization Dynamics (ECOMAGICS)“ untersucht Dr. Georg Woltersdorf vom Institut für Experimentelle und Angewandte Physik der Universität Regensburg ab Januar 2012 die Eigenschaften von Nanomagneten.

Ziel ist es, die Magnetisierungsdynamik in ultradünnen magnetischen Strukturen mit Hilfe von elektrischen Feldern zu steuern. Vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council – ERC) wird der herausragende Nachwuchswissenschaftler für den Zeitraum von fünf Jahren mit einem prestigesträchtigen „ERC Starting Grant“ in Höhe von 1,5 Millionen Euro gefördert. Die untersuchten magnetischen Nanostrukturen könnten künftig für neue Methoden der Datenspeicherung verwendet werden.

Jeder kennt das Phänomen der Kraftwirkung zwischen zwei Permanentmagneten. Magnetische Eigenschaften existieren aber auch auf der atomaren und damit für das menschliche Auge unsichtbaren Ebene. Der Magnetismus auf diesen kleinen Längenskalen hat in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung gewonnen – beispielsweise in der Datenverarbeitung und -speicherung. Mittlerweile begegnen uns magnetische Speicher in den verschiedensten Bereichen des täglichen Lebens. So werden digitale Informationen auf Computer-Festplatten in einer nur wenige Nanometer dicken magnetischen Schicht gespeichert.

Da solche Magnetspeicher künftig immer schneller arbeiten müssen, steigen hier auch die Anforderungen an die Forschung. Woltersdorf wird deshalb im Rahmen seines Forschungsprojekts eine neue Methode zur Kontrolle der Magnetisierungsdynamik im Nanometerbereich untersuchen, die auf elektrischen Feldern basiert. Elektrische Felder haben in diesem Zusammenhang zwei wesentliche Vorteile: Sie lassen sich einerseits in Nanostrukturen relativ gut kontrollieren und versprechen andererseits die Entwicklung von kostengünstigen Bauelemente für die Spintronik; einem neuen Forschungsfeld im Bereich der Nanotechnologie, das – im Gegensatz zur Halbleiterelektronik – auch die magnetischen Eigenschaften von Elektronen für die Informationsverarbeitung nutzt.

Weiterführende Informationen zu den „ERC Starting Grants“:
ERC Starting Grants unterstützen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe und ermöglichen den Beginn ihrer unabhängigen Forschungstätigkeit in Europa. Die Grants werden im Wettbewerb an herausragende Forscherinnen und Forscher vergeben. Alleiniges Auswahlkriterium ist die wissenschaftliche Exzellenz der Antragsteller und der Projektvorschläge. ERC Starting Grants können für bis zu 5 Jahre beantragt werden und beinhalten ein maximales Projektbudget von bis zu 1,5 Millionen Euro (http://erc.europa.eu/index.cfm?fuseaction=page.display&topicID=65).
Ansprechpartner für Medienvertreter:
Dr. Georg Woltersdorf
Universität Regensburg
Institut für Experimentelle und Angewandte Physik
Tel.: 0941 943-4931
Georg.Woltersdorf@physik.uni-regensburg.de

Media Contact

Alexander Schlaak idw

Weitere Informationen:

http://www.uni-regensburg.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie

Von grundlegenden Gesetzen der Natur, ihre elementaren Bausteine und deren Wechselwirkungen, den Eigenschaften und dem Verhalten von Materie über Felder in Raum und Zeit bis hin zur Struktur von Raum und Zeit selbst.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Astrophysik, Lasertechnologie, Kernphysik, Quantenphysik, Nanotechnologie, Teilchenphysik, Festkörperphysik, Mars, Venus, und Hubble.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Mit beschichteten Ballonkathetern gegen den Herzinfarkt

Alternative zum Stent… In Deutschland leiden rund sechs Millionen Menschen an der koronaren Herzerkrankung. Sie entsteht durch Kalkablagerungen, die die Herzkranzgefäße verengen. Meist weiten Ärzte die verengte Stelle mit einem…

Erdbeben und Tsunamis in Europa?

Positionspapier gibt Empfehlungen zur Reduzierung geologischer Risiken. Erdbeben und Tsunamis bedrohen nicht nur weit entfernte Küsten, sondern auch Häfen, Städte und Küsten in Europa. Ein neues Positionspapier des European Marine…

Weltweit erster 3D-gedruckter Beton-Schwibbogen

… kommt aus Chemnitz. Erzgebirgische Tradition trifft Zukunftstechnologie: Forschungsteam der TU Chemnitz und des Steinbeis-Innovationszentrums FiberCrete stellten mit Robotern Schicht für Schicht einen Schwibbogen aus faserbewehrtem Beton her. Das Team…

Partner & Förderer