Kooperative Phänomene im Festkörper: Metall-Isolator-Übergänge und Ordnung mikroskopischer Freiheitsgrade

Die jüngst nach Augsburg berufene Physikerin Christine Kuntscher arbeitet an der „Charakterisierung des Mott-Metall-Isolator-Übergangs durch optische Spektroskopie unter Druck“.

Die DFG hat dem Augsburger Sonderforschungsbereich „Kooperative Phänomene im Festkörper: Metall-Isolator-Übergänge und Ordnung mikroskopischer Freiheitsgrade“ (SFB 484) ein von Prof. Dr. Christine Kuntscher beantragtes Teilprojekt (E9) bewilligt. Durch den erfolgreichen Nachantrag Kuntschers, die erst seit einem knappen halben Jahr Professorin am Institut für Physik der Universität Augsburg ist, erhöht sich die Zahl der Teilprojekte im SFB 484 von bislang 15 auf 16.

Prof. Dr. Christine Kuntscher, zuvor Leiterin einer eigenen Emmy Noether-Nachwuchsgruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Universität Stuttgart, ist seit August 2006 am Augsburger Physik-Institut Inhaberin einer Professur für Festkörperphysik mit spezieller Ausrichtung auf Spektroskopie mit Synchrotronstrahlung/Neutronen oder Tiefe Temperaturen. Sie ist Expertin für optische Messungen unter hohem Druck. Diese Technik ist hervorragend geeignet, um Materialien zu untersuchen, die ihre Leitfähigkeit in Abhängigkeit von äußeren Parametern drastisch ändern können.

Druckabhängiges Verhalten elektronisch stark korrelierter Materialien

Im Rahmen des von ihr nachbeantragten und von der DFG jetzt bewilligten SFB 484-Teilprojekts „Charakterisierung des Mott-Metall-Isolator-Übergangs durch optische Spektroskopie unter Druck“ wird Kuntscher als Leiterin dieses Teilprojekts das optische Verhalten elektronisch stark korrelierter Materialien über einen breiten Frequenzbereich in Abhängigkeit des äußeren Drucks untersuchen.

„Spitzensonderforschungsbereich in Deutschland“

Der im Jahr 2000 eingerichtete Augsburger Physik-SFB 484 „Kooperative Phänomene im Festkörper: Metall-Isolator-Übergänge und Ordnung mikroskopischer Freiheitsgrade“ ist von der DFG Ende 2005 zum zweiten Mal verlängert und mit einem Finanzvolumen von 5,4 Mio. Euro auf weitere vier Jahre genehmigt worden. In der Begründung der Verlängerung wurde dieser SFB vom internationalen Gutachtergremium als „Spitzen-Sonderforschungsbereich in Deutschland“ mit hervorragender wissenschaftlicher Kohärenz bezeichnet.

„Bestätigung der Qualität unserer Arbeit“

„Nachdem bei der zweiten Verlängerung vor einem Jahr die 15 beantragten Teilprojekte ohne Ausnahme genehmigt wurden“, so der SFB 484-Sprecher Prof. Dr. Dieter Vollhardt, „sehen wir in der Bewillligung des von unserer neuen Kollegin Kuntscher nachbeantragten 16. Teilprojekts eine Bestätigung der uns bei der zweiten Verlängerung bereits attestierten Qualität unserer Arbeit.“

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Christine Kuntscher
Universität Augsburg
Institut für Physik
Telefon: 0821/598-3315
christine.kuntscher@physik.uni-augsburg.de
Prof. Dr. Dieter Vollhardt
Universität Augsburg
Lehrstuhl für Theoretische Physik III/EKM
Sonderforschungsbereich 484
Telefon: 0821/598-3700
dieter.vollhardt@physik.uni-augsburg.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie

Von grundlegenden Gesetzen der Natur, ihre elementaren Bausteine und deren Wechselwirkungen, den Eigenschaften und dem Verhalten von Materie über Felder in Raum und Zeit bis hin zur Struktur von Raum und Zeit selbst.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Astrophysik, Lasertechnologie, Kernphysik, Quantenphysik, Nanotechnologie, Teilchenphysik, Festkörperphysik, Mars, Venus, und Hubble.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Lebensdauer von Brennstoffzellen erhöhen

Forschungsprojekt zur Modellierung des Materialverhaltens von PEM gestartet. In Brennstoffzellen und Elektrolyseuren kommen Polyelektrolytmembranen (PEM) zum Einsatz, die deren Haltbarkeit maßgeblich beeinflussen. Die Modellierung des Materialverhaltens der PEM unter thermischen…

Parabelflug mit Exoskelett

DFKI und Uni Duisburg-Essen führen Versuche zur Feinmotorik in Schwerelosigkeit durch. Feinmotorische Aufgaben unter Weltraumbedingungen stellen eine besondere Herausforderung dar und müssen zuvor auf der Erde trainiert werden. Wissenschaftlerinnen und…

Zwischenfrüchte sind Klimaschützer

Forschende der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und der Leibniz Universität Hannover haben das erhebliche Klimaschutzpotenzial von Zwischenfrüchten in Agrarökosystemen quantifiziert. Mithilfe einer umfassenden Literaturstudie im Rahmen des langjährigen Forschungsprojekts „BonaRes CATCHY…

Partner & Förderer