Der globale kommerzielle Handel mit lebenden Reptilien

Ein Papuawaran (Varanus salvadorii), der Anfang 2011 als eines von zirka 150 Tieren verschiedener Reptilienarten in München beschlagnahmt wurde.<br>

Der Dokumentarfilm setzte sich beim ersten internationalen Umweltfilmfestival in Abu Dhabi/Vereinigte Arabische Emirate in der Kategorie „Filme unter 30 Minuten“ gegen elf weitere Produktionen aus Asien, Afrika und Europa durch. „Eine beeindruckende Rechercheleistung unter Einsatz von Leib und Leben“, urteilte die internationale Festivaljury.

In der 30-minütigen Dokumentation zeigt das ZDF die geheimen Handelsrouten geschmuggelter Reptilien. Sie deckt Lücken im Kontrollsystem auf, die trotz nationaler und internationaler Regularien sowie spezieller Auflagen in den jeweiligen Export- und Importländern international (illegal) genutzt werden, um an besonders beliebte Arten zu gelangen. Zusammen mit UFZ-Artenschutzexperte Dr. Mark Auliya reiste das Filmteam dabei im September 2011 von West-Papua über Jakarta, Bangkok und München bis ins westfälische Hamm, wo die größte Reptilien-Messe der Welt stattfindet.

Seit mehr als 15 Jahren beschäftigt sich Mark Auliya mit dem globalen Handel von Reptilien. Der Handel mit lebenden exotischen Reptilien für den Terrarienmarkt ist nach wie vor sehr lukrativ. Nicht selten werden Arten – es handelt sich zumeist um seltene, geografisch isolierte Arten, die zudem streng geschützt sind und einem totalen Handelsverbot unterliegen – für Tausende von Euro auf dem Weltmarkt verkauft. Die Handelsstruktur, die diesem Gewerbe zugrunde liegt, ist oftmals über viele Regionen verteilt, ebenso die Aufenthaltsstationen von wild gefangenen Reptilien. Das Geschäft mit Wildfängen jeglicher Arten bleibt problematisch.

International werden Wildfänge nicht selten ganz offiziell als Nachzuchten in den Weltmarkt geschleust. Denn mit einem Wildfang lässt sich leider immer noch schneller Geld verdienen als mit der zeitaufwändigen und kostenintensiven Nachzucht. Vielen sogenannten „Reptilienzuchtfarmen“ in den Exportländern fehlt zudem die Expertise, bestimmte Arten nachzuzüchten.

Besonders problematisch wird dieses Geschäft mit Wildtieren dann, wenn der Handel ende-mische Arten gefährdet. So sind insbesondere im indonesischen Archipel viele Arten nur auf ganz bestimmten Inseln verbreitet. Die globale Terrarienszene hat es vor allem auf die Waran- und Riesenschlangenarten abgesehen, die eine enorme Artenvielfalt in diesem geografischen Raum aufweisen.

Kontakt:
Dr. Mark Auliya
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Department Naturschutzforschung
Telefon: 0341/235-1646
E-Mail: mark.auliya@ufz.de
http://www.ufz.de/index.php?de=19706
Weiterführende Links:
http://planete.zdf.de/
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Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg mehr als 1000 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

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Susanne Hufe Helmholtz-Zentrum

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