Auch in Arzneimitteln duerfen keine FCKW mehr verwendet werden – Deutschland nimmt Vorreiterrolle ein

Ab dem 1. Januar 2006 duerfen keine Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) in Arzneimitteln mehr verwendet werden. FCKW schaedigen die lebenserhaltende Ozonschicht, die die schaedlichen Anteile des Sonnenlichtes herausfiltert. Mit der jetzt erfolgten Bekanntmachung des Bundesinstituts fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Bundesanzeiger hat Deutschland als eines der ersten Laender weltweit den Ausstieg bei FCKW in Arzneimitteln vollzogen.

Gemaess dem Montrealer Protokoll ueber Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht fuehren, sind die Herstellung und der Verbrauch von FCKW in der EU und in allen Industrielaendern – in Deutschland u. a. durch die FCKW-Halon-Verbotsverordnung – seit dem 1. Januar 1995 verboten. Jedoch standen bislang FCKW insbesondere im Rahmen einer Ausnahmeregelung fuer wichtige Verwendungszwecke auf Antrag zur Verfuegung. Diese Ausnahmeregelung erlaubte die weitere Herstellung und Verwendung von FCKW fuer Arzneimittel zur Behandlung schwerwiegender Gesundheitsstoerungen, bei denen der Einsatz von FCKW als Treibgas zwingend erforderlich war. Hierzu gehoert die Behandlung von Asthma und chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen mit Dosieraerosolen (Asthmasprays).
Dazu erklaert Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: „Bis vor kurzem waren die FCKW als Treibgase bei einigen Arzneimitteln fuer die Versorgung der Patientinnen und Patienten unverzichtbar. Inzwischen gibt es in Deutschland fuer alle in Frage ste-henden Indikationen Alternativen zu FCKW-haltigen Dosieraerosolen z. B. in Form von Pulverinhalatoren oder alternativen Treibmitteln. Daher koennen wir ab dem 1. Januar 2006 den vollstaendigen Ausstieg aus FCKW bei Arzneimitteln vollziehen. Das ist auch ein Erfolg der forschenden Arzneimittelindustrie in Deutschland, die neue Arzneimittel entwickelt und uns diesen Ausstieg ermoeglicht hat.“

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: „Ich freue mich, dass 20 Jahre nach Zeichnung des Wiener Uebereinkommens zum Schutz der Ozonschicht ein weiterer wichtiger Schritt zum Ausstieg aus den die Ozonschicht schaedigenden Stoffen in Deutschland vollzogen werden konnte. Der Ausstieg ist weltweit noch nicht endgueltig abgeschlossen, sondern ein laufender Prozess. Der muss konsequent fortgesetzt werden, wenn der Schutz der lebenserhaltenden Ozonschicht dauerhaft Erfolg haben soll. Hierbei kommt es entscheidend auf das Verhalten der Industrielaender und deren Vorbildfunktion an. Insofern ist es wichtig, dass Deutschland auch beim Ausstieg aus FCKW in Arzneimitteln weltweit eine Vorreiterrolle eingenommen hat.“

Seit 1998 besteht auf europaeischer Ebene eine Uebergangsstrategie, wie der Ausstieg aus der Verwendung der FCKW in Arzneimitteln zu bewerkstelligen ist. Diese Strategie wurde von der Deutschland unterstuetzt und als erstem EU-Land vollstaendig umgesetzt.

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Michael Schroeren BMU-Pressereferat

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