Immissionsschutz trägt Früchte

Dioxinbelastung in Lebensmitteln deutlich gesunken

Die Belastung der Lebensmittel mit Dioxinen ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der im Verbund „Produkt- und Ernährungsforschung“ zusammengeschlossenen Bundesforschungsanstalten. In Zusammenarbeit mit vier Schwestereinrichtungen haben Wissenschaftler der Bundesanstalt für Milchforschung in Kiel in den letzten Jahren die Dioxinwerte in den wichtigsten Lebensmitteln bestimmt. Danach nimmt ein durchschnittlicher erwachsener Bundesbürger über die Nahrung nur noch rund ein Drittel der Dioxinmenge auf, mit der er zu Beginn der 90er-Jahre konfrontiert war. Die wichtigste Ursache für diese Entwicklung sehen die Experten der Bundesforschungsanstalten in der Tatsache, dass die gesetzlichen Maßnahmen zum Immissionsschutz wirksam greifen und zu einer erheblichen Drosselung des Dioxineintrags in die Umwelt geführt haben.

Dioxine sind hochgiftige chlororganische Verbindungen, die bei Verbrennungsprozessen entstehen und nahezu überall in Spuren gefunden werden können. Durch ihre gute Fettlöslichkeit und ihre Langlebigkeit reichern sie sich in der Nahrungskette an. Der Mensch nimmt diese Substanzen zum allergrößten Teil mit fetthaltigen Lebensmitteln tierischen Ursprungs auf, also durch den Verzehr von Milchprodukten, Fleisch, Fisch und Eiern.

In der neuen Ausgabe des ForschungsReports, dem Wissenschaftsmagazin des Senats der Bundesforschungsanstalten, stellen Dr. Albrecht Blüthgen und Mitarbeiter von der Bundesanstalt für Milchforschung die Untersuchung vor. Demnach hat sich die Dioxinmenge, die der Verbraucher durch Milch und Milchprodukte täglich zu sich nimmt, in den letzten acht Jahren halbiert. Noch stärker fallen die Rückgänge bei Fleisch, Fisch und Eiern aus. So beträgt die Dioxinzufuhr durch Fisch nur noch knapp 20 % des Wertes von 1992.

Nach den Ergebnissen der Kieler Untersuchungen nimmt der Bundesbürger pro Tag durchschnittlich 43,8 Pikogramm iTE (internationale Toxizitätsäquivalente) Dioxin mit der Nahrung auf; davon rund 45 Prozent mit Milch und Milchprodukten wie Butter, 32 Prozent mit Fleisch und 13 Prozent mit Fisch. Umgerechnet auf das Körpergewicht ergibt das eine Dioxinzufuhr von etwa 0,7 Pikogramm iTE pro Kilogramm. Damit wird der in Deutschland zur gesundheitlichen Vorsorge aufgestellte „Zielwert“ der täglichen Aufnahmemenge von 1 Pikogramm iTE pro Kilogramm Körpergewicht nur zu rund zwei Dritteln ausgeschöpft. Der Wert „1 Pikogramm“ liegt deutlich unter einer toxikologisch wirksamen Größe und wurde national 1990 mit dem Ziel aufgestellt, die damals noch vorhandene Dioxin-Belastung langfristig weiter zu senken.

Die Tatsache, dass dieses Ziel erreicht wurde, schreiben die Kieler Milchforscher vor allem den gesetzlichen Regelungen zur Eindämmung des Dioxin-Ausstoßes zu. Im Zuge der wissenschaftlichen Beratung der politischen Entscheidungsträger – eine Kernaufgabe der Bundesforschungsanstalten – hatten sie bereits vor Jahren darauf hingewiesen, dass die Verbraucher auf diese Weise wirkungsvoller geschützt werden könnten als durch die Einführung einer starren Höchstmengenregelung. Der Grund: Beim Überschreiten von zulässigen Höchstmengen hätten die dioxinbelasteten Lebensmittel zwar aus dem Verkehr gezogen werden können, eine Ortung der emittierenden Dioxin-Quellen und die Verringerung ihres Ausstoßes wären dadurch aber nicht erfolgt. Gerade letzteres ist aber durch die Gesetze und Verordnungen zum Immissionsschutz sowie zur Abfall- und Kreislaufwirtschaft möglich geworden.

Der ForschungsReport 2/2000 mit dem Beitrag „Dioxine in Lebensmitteln“ ist kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten, Tel.: 0531/299-3396, E-Mail: senat@bba.de

Media Contact

Dr. Michael Welling idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz

Dieser Themenkomplex befasst sich primär mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und den auf sie wirkenden Umweltfaktoren, aber auch im weiteren Sinn zwischen einzelnen unbelebten Umweltfaktoren.

Der innovations report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Klimaschutz, Landschaftsschutzgebiete, Ökosysteme, Naturparks sowie zu Untersuchungen der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Gedächtnistraining für das Immunsystem

Nach einer Infektion merkt sich das Immunsystem den Krankheitserreger und kann deshalb bei einer erneuten Infektion schnell reagieren. Wissenschaftler der Universität Würzburg haben jetzt neue Details dieses Vorgangs entschlüsselt. Wenn…

Wundheilende Wellen

Wie fragen Zellen in unserem Körper nach dem Weg? Selbst ohne eine Karte, die ihnen den Weg weist, wissen sie, wohin sie gehen müssen, um Wunden zu heilen und unseren…

Treffen der Generationen im Herzen der Galaxis

Astronomen finden eine bisher unbekannte Population von Sternen nahe dem Zentrum der Milchstraße Das Zentrum unserer Heimatgalaxie gehört zu den sternreichsten Gebieten des bekannten Universums. Innerhalb dieser Region haben nun…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close