Stromversorgung medizintechnischer Geräte mit sensorüberwachten Akkumulatoren

Elektrodenentwicklung am Fraunhofer ISIT
© Fraunhofer ISIT / photocompany Itzehoe

Die Medizintechnik ist ein hochregulierter Bereich, in dem Zuverlässigkeit und Sicherheit unabdingbar sind.

Akkumulatorzelle mit Referenzelektrode
Fraunofer ISIT / photocompany Itzehoe

Aus diesem Grunde werden viele medizinische Geräte mit Kabelverbindung oder mit seit langer Zeit etablierten Primärbatterien betrieben. Dies hat sicherheitstechnische Vorteile, schränkt aber die Flexibilität teilweise stark ein. Der Trend geht auch hier zu akkubetriebenen Systemen. Allerdings erfüllt die heutzutage verfügbare Lithium-Ionen-Akkutechnik noch nicht die benötigten Sicherheitsstandards. Das Fraunhofer ISIT hat sich dem Thema angenommen und entwickelt Akkumulatoren die den hohen Standards in der Medizintechnik genügen.

Im Geschäftsfeld „Batteriesysteme für Spezialanwendungen“ entwickeln ISIT-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sensorunterstützte Li-Ionen-Akkumulatoren, die durch integrierte Referenzelektroden, Temperatur- und Drucksensoren mehr Sicherheit gewährleisten können. So wird beispielsweise mit einer Referenzelektrode in Kombination mit einem intelligenten Batteriemanagementsystem ein Überladen und zu hohes Entladen des Akkus verhindert. Druck- und Temperatursensoren ermöglichen eine Überwachung während des Betriebes und können die Batterie bei Temperatur- und/oder Druckanstieg vorzeitig abschalten, bevor es zu Schäden kommt.

Ein weiterer Clou des Fraunhofer ISIT ist die Entwicklung eines autoklavierbaren (dampfsterilisierbaren) Li-Akkumulators. Dieser hält problemlos Temperaturen von bis zu 120°C aus. Somit können Geräte wie z.B. chirurgische Bohrer nach Verwendung komplett sterilisiert werden, ohne vorher die Batterie entfernen zu müssen.

Das Fraunhofer ISIT bietet als Dienstleistung seinen Kunden nicht nur die Entwicklung maßgeschneiderter Energiespeicherlösungen für ihre Produkte an, sondern in Zusammenarbeit mit Fertigungspartnern können diese dann auch in Serie produziert werden.

Auf der Compamed 2022 in Düsseldorf erläutern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ISIT gerne ihre Technologien am Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft in Halle 8a, Stand G10.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Eric Nebling
eric.nebling@isit.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

https://www.isit.fraunhofer.de/de/newsroom/aktuelles/stromversorgung-medizintech…

Media Contact

Claus Wacker Pressestelle
Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik

Kennzeichnend für die Entwicklung medizintechnischer Geräte, Produkte und technischer Verfahren ist ein hoher Forschungsaufwand innerhalb einer Vielzahl von medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin.

Der innovations-report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Bildgebende Verfahren, Zell- und Gewebetechnik, Optische Techniken in der Medizin, Implantate, Orthopädische Hilfen, Geräte für Kliniken und Praxen, Dialysegeräte, Röntgen- und Strahlentherapiegeräte, Endoskopie, Ultraschall, Chirurgische Technik, und zahnärztliche Materialien.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Evolutionäre Ursprünge des Appetits

Kieler Forschungsteam zeigt am Beispiel des Süßwasserpolypen Hydra, wie schon Lebewesen mit sehr einfachen Nervensystemen die komplexe Koordination des Sättigungsgefühls und damit zusammenhängende Verhaltensweisen regulieren. Im Laufe der Evolution haben…

Österreichischer Minisatellit OPS-SAT verglüht nach erfolgreicher Mission

Viereinhalb Jahre lang fungierte der an der TU Graz gebaute Nanosatellit als fliegendes Labor im All, um missionskritische Software, Betriebskonzepte und neue Technologien zu erproben. Am 18. Dezember 2019 war…

Ein Pilz verwandelt Zellulose direkt in neuartige Plattformchemikalie

Ein neues Verfahren zur Massenproduktion von erythro- Isozitronensäure aus Abfällen könnte die Substanz zukünftig für die Industrie interessant machen. Der Pilz Talaromyces verruculosus kann die vom Markt bisher wenig beachtete…

Partner & Förderer