Software verschafft Ärzten Durchblick am Herzen

<br>

Bei der Angioplastie werden gefährlich verengte Arterien minimal invasiv erweitert, ohne dass der Brustkorb geöffnet werden muss.

Über eine Arterie schiebt der Chirurg einen Ballon innerhalb eines sehr feinen Metallgeflechts (Stent) an eine Engstelle im Gefäß und bläst ihn auf, so dass sich der Stent innen an die Gefäßwand drückt und die Arterie offenhält.

Die Position des Stents verfolgen die Ärzte unter Röntgendurchleuchtung, wobei der Stent aber schwer zu erkennen ist. Abhilfe schaffen Hilfsmittel wie intravaskulärer Ultraschall (IVUS), der aber die Nutzung kostspieliger Katheter erfordert.

Das Visualisierungstool CLEARstent macht diese Aufgabe einfacher. Die Software ist für verschiedene Angiographiegeräte von Siemens, diemit niedrigen Strahlungsdosen arbeiten. CLEARstent zeigt dem Arzt innerhalb weniger Sekunden oder auf Basis vorher erfasster Bilder, ob der Stent ordnungsgemäß eingesetzt und aufgeweitet wurde. Vor der Implantation muss geklärt werden, wo der Stent platziert werden soll. Anschließend wird geprüft, ob das Metallgeflecht vollständig in die Gefäßwand eingebettet ist. Beides wird durch CLEARstent unterstützt.

Entwickelt haben die Software Experten von Siemens Healthcare und der globalen Forschung Corporate Technology (CT) in Princeton, New Jersey. Die CT-Forscher entwickelten zudem die Software CLEARstent Live, die auch während der Platzierung und Expansion des Stents laufend aktualisierte, verbesserte Bilder liefert, trotz der Bewegungen des schlagenden Herzens.

Um die Sichtbarkeit eines Stents zu verbessern, entwickelte das CT Team einen robusten Algorithmus, der dieBallonmarker an den beiden Enden des Stents detektiert. Nach einer kurzen, initialen Lernphase kann der Algorithmus die Position des Stents im weiteren Verlauf einer Prozedur sicher finden.

CLEARstent Live positioniert anschließend die Bilder einer Serie anhand der gefundenen Markerpostionen und führt eine zeitliche Mittelung durch. Der so stabilisierte Stent tritt dadurch kontrastreicher und weniger rauschbehaftet hervor. Hilfreich für den Arzt ist auch, dass CLEARstent die Bilder des Stents mit Aufnahmen der Blutgefäße überlagert, was ihm die Positionierung während des Eingriffs erleichtert. (2013.12.2)

Media Contact

Dr. Norbert Aschenbrenner Siemens InnovationNews

Weitere Informationen:

http://www.siemens.de/innovation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik

Kennzeichnend für die Entwicklung medizintechnischer Geräte, Produkte und technischer Verfahren ist ein hoher Forschungsaufwand innerhalb einer Vielzahl von medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin.

Der innovations-report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Bildgebende Verfahren, Zell- und Gewebetechnik, Optische Techniken in der Medizin, Implantate, Orthopädische Hilfen, Geräte für Kliniken und Praxen, Dialysegeräte, Röntgen- und Strahlentherapiegeräte, Endoskopie, Ultraschall, Chirurgische Technik, und zahnärztliche Materialien.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Graphen-Forschung: Zahlreiche Produkte, keine akuten Gefahren

«Graphene Flagship» nach zehn Jahren erfolgreich abgeschlossen. Die grösste je auf die Beine gestellte EU-Forschungsinitiative ist erfolgreich zu Ende gegangen: Ende letzten Jahres wurde das «Graphene Flagship» offiziell abgeschlossen. Daran…

Wie Bremsen im Gehirn gelockert werden können

Forschende lokalisieren gestörte Nervenbahnen mithilfe der tiefen Hirnstimulation. Funktionieren bestimmte Verbindungen im Gehirn nicht richtig, können Erkrankungen wie Parkinson, Dystonie, Zwangsstörung oder Tourette die Folge sein. Eine gezielte Stimulation von…

Wärmewende auf der GeoTHERM erleben

Als Innovationspartner in Sachen Wärmewende für Industrie und Kommunen stellt sich das Fraunhofer IEG auf der internationalen Fachmesse GeoTHERM vor. Auf seiner Ausstellungsfläche in Offenburg stellt es ab dem 29….

Partner & Förderer