Medikamenten-Stents für Frauen

So klein ist der Stent.<br>Giulio Stefanini<br>

Frauen haben im Vergleich zu Männern ein geringeres Risiko an einer Koronaren Herzerkrankung zu erkranken. Daher sind sie in randomisierten Studien zu Koronarstents häufig unterrepräsentiert, obwohl das Einsetzen von Stents via minimal invasive perkutane Koronarintervention (PCI) heute zu den am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriffen gehört (weltweit jährlich bei mehr als 1 Million Patienten – davon ein Drittel Frauen).

Weibliche Herzpatienten im Fokus

Dr. Giulio Stefanini von der Universitätsklinik für Kardiologie des Inselspitals Bern erforschte deshalb in einer grossangelegten Studie, welche Therapie der Koronaren Herzerkrankung speziell bei Frauen die wirksamste und sicherste ist.

Hierzu wertete Stefanini die Daten von 11'557 Frauen aus 26 randomisierten Studien mit medikamentenbeschichtete Koronarstents aus den Jahren 2000 bis 2013 aus. Drei randomisierte Studien mit insgesamt 1190 Frauen steuerte das Inselspital bei.

Folgeerkrankungen reduziert

Die Studienresultate zeigen, dass auch bei Frauen medikamentenbeschichtete Stents den unbeschichteten Stents bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit im Langzeitverlauf überlegen sind. Insbesondere medikamentenbeschichtete Stents der neueren Generation reduzierten das Risiko eines erneuten Eingriffs um 60% im Vergleich zu unbeschichteten Stents und verminderten Sterberisiko und Herzinfarkt-Risiko.

Die Ergebnisse lassen darauf schliessen, dass medikamentenbeschichtete Stents der neueren Generation grundsätzlich – also bei Frauen wie bei Männern – die Therapie erster Wahl in der perkutanen Koronarintervention sind.

Die Studie „Safety and efficacy of drug-eluting stents in women: a patient-level pooled analysis of randomised trials” wurde am 2. September 2013 am Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Amsterdam präsentiert und in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht. Unterstützt wurde sie durch „Women in Innovation Initiative“ der Society of Cardiovascular Angiography and Interventions unter Mitwirkung von Prof. Roxana Mehran von der Mount Sinai School of Medicine in New York, USA.

Weitere Informationen:

http://www.insel.ch/uploads/media/130902_Medikamentenstents_f%C3%BCr_Frauen.pdf Medienmitteilung Inselspital

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0140673613617821
Lancet-Originalartikel

Media Contact

Markus Hächler idw

Weitere Informationen:

http://www.insel.ch

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik

Kennzeichnend für die Entwicklung medizintechnischer Geräte, Produkte und technischer Verfahren ist ein hoher Forschungsaufwand innerhalb einer Vielzahl von medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin.

Der innovations-report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Bildgebende Verfahren, Zell- und Gewebetechnik, Optische Techniken in der Medizin, Implantate, Orthopädische Hilfen, Geräte für Kliniken und Praxen, Dialysegeräte, Röntgen- und Strahlentherapiegeräte, Endoskopie, Ultraschall, Chirurgische Technik, und zahnärztliche Materialien.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Hybride Strom-Wärme-Erzeugung

Neuartiges Parabolrinnen-Solarmodul entsteht an TU Graz. Mittels Hohlspiegel auf Photovoltaik-Zellen gebündelte Sonnenstrahlen liefern nicht nur Strom, sondern auch thermische Energie zum Heizen oder Kühlen. Drei technologische Innovationen verringern die Kosten…

Geheimnissen unserer Galaxie auf der Spur

Benachbarte Sternhaufen bewegen sich als Welle. Neue Ergebnisse deuten darauf hin, dass es keine signifikante Menge an dunkler Materie in unserer Nachbarschaft gibt. Erst vor wenigen Jahren entdeckte ein internationales…

Innovative Computertomographie

…verbessert Beurteilung der koronaren Herzkrankheit. Studie der Universitätsmedizin Mainz zeigt: Schweregrad der Erkrankung bei über 50 Prozent der Patient:innen mit Standardverfahren zu hoch eingestuft. Forschende der Universitätsmedizin Mainz haben gezeigt,…

Partner & Förderer