Hybrid-Operationssäle mit innovativen Bildgebungs-Robotern

Bei der offiziellen Einweihung der neuen Bildgebunsroboter konnten die rund 50 Gäste die Hybrid-Operationssäle besuchen und Fragen zu der neuen Technik stellen.
(c) Giulia Iannicelli / Klinikum Nürnberg

Eine höhere Auflösung als das Vorgängermodell, dazu deutlich weniger Strahlen und ein Plus an Benutzerfreundlichkeit: Vor Kurzem sind die beiden hochmodernen Hybrid-Operationssäle im Herz-Gefäß-Zentrum (HGZ) des Klinikums Nürnberg mit zwei neuen ARTIS pheno-Robotersystemen ausgerüstet worden. Profitieren werden von der neuen Technik insbeson-dere die Patientinnen und Patienten der Gefäßchirurgie, aber auch der Kardiologie und der Herzchirurgie.

„Ich freue mich sehr, dass wir jetzt den Rolls Royce unter den robotergestütz-ten Angiografie-Systemen nutzen können“, so Prof. Dr. Eric Verhoeven, Ärztlicher Leiter der Klinik für Gefäßchirurgie und 1. Vorsitzender des Vereins zur Förderung und Unterstützung der Gefäßchirurgie am Klinikum Nürnberg. „Mit den ARTIS pheno-Systemen können wir unsere Patientinnen und Patienten noch gezielter und schonender behandeln als bisher. Ich bedanke mich bei allen, die uns die Anschaffung ermöglicht und bei der Installation und Einführung zur Seite gestanden haben.“ Unter den geladenen Gästen bei der offiziellen Einweihung: Klinikums-Vorstand Prof. Dr. Achim Jockwig und Carsten Bertram, bei Siemens Healthineers Leiter Advanced Therapies. „Uns war diese Investition wichtig, um unsere exzellenten Teams im Herz-Gefäß-Zentrum, die Gefäßchirurgie, die Kardiologie und die Herzchirurgie, mit modernster Medizintechnik dabei zu unterstützen, unseren Patientinnen und Patienten Spitzenmedizin und damit eine bestmögliche Versorgung auf höchstem Niveau, zu bieten“, so Prof. Dr. Jockwig. „Das Klinikum Nürnberg bekommt mit ARTIS pheno ein hochmodernes System, vom dem sowohl die Patientinnen und Patienten als auch die Ärztinnen und Ärzte profitieren werden“, so Carsten Bertram.

Sanfter und schneller als die Vorgängermodelle

Der ARTIS pheno ist bereits die vierte Generation eines robotergestützten Bildgebungssystems aus dem Hause Siemens Healthineers. Insbesondere im Bereich der minimal-invasiven Gefäßchirurgie, aber auch in der interventionellen Radiologie sowie der interventionellen Kardiologie hat sich ARTIS pheno einen Namen gemacht. Dank herausragender Bildqualität und Aufnahmetechnik liefert das System eine insgesamt vierfach höhere Auflösung als die Vorgängermodelle. Zudem scannt der ARTIS pheno schneller und mit niedrigerer Röntgendosis, wodurch die häufig multimorbiden und älteren Patient*innen geringer Strahlung ausgesetzt sind. Gleiches gilt für die Mitarbeitenden aus Medizin und Pflege, die täglich in den Hybrid-Operationssälen arbeiten. Schließlich punktet das ARTIS pheno-System noch mit einem speziellen Hygienekonzept. So ist das Gerät mit einem antimikrobiellen Lack beschichtet und besonders leicht und sicher zu reinigen.

Wie ein Navi bei hoch komplexen Eingriffen

Für Prof. Verhoeven liegt der Bedarf auf der Hand. „Wir führen in den Hybrid-OPs jedes Jahr mehrere hundert Eingriffe durch. Insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen an den Arterien, etwa bei Aneurysmen, also großen Ausbuchtungen an den Hauptschlagadern, sind die Operationen höchst komplex. Bei den Operationen unterstützt uns der ARTIS pheno wie ein Navigationsgerät dabei, die nötigen Prothesen an den betroffenen Stellen punktgenau einzusetzen.“ Dank der engen Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen aus der interventionellen Radiologie, aber auch der Kardiologie und der Herzchirurgie rechnet sich die Anschaffung von gleich zwei „ARTIS pheno“-Geräten. „Ob Aneurysma, Gefäßverengung oder Aortenklappe: Im HGZ arbeiten wir interdisziplinär“, so Prof. Verhoeven weiter. „Die hochmoderne Ausstattung unserer Hybrid-OPs inklusive der neuen Bildgebungstechnik kommt wirklich allen Patientinnen und Patienten zugute.“

Beweglich, flexibel und benutzerfreundlich

Doch auch die Operateurinnen und Operateure profitieren von der neuen Technik. Sie ermöglicht eine aufrechte Arbeitshaltung, auch ist der Kraftaufwand gering. Bisher mussten Angiografiesysteme oft auf einer Schiene hin- und hergefahren werden – jetzt bewegt sich der C-Bogen, der durch einen Roboterarm gesteuert wird, wie von selbst durch den Raum. Dieser sei sehr beweglich und flexibel, urteilt Prof. Verhoeven. „Wir können den Bogen schnell zur Seite fahren, wenn es nötig ist. Und das ist sehr praktisch: Das Gerät merkt sich die exakt gleiche Aufnahmeposition. Dadurch sparen wir bei der Operation wertvolle Zeit.“

Europaweit führend bei der Versorgung von Aorten-Aneurysmen

Im Herz-Gefäß-Zentrum (HGZ) des Klinikums Nürnberg werden jährlich rund 22.000 Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungsbildern behandelt. Mit zwei Hybrid-OPs – also Operationssälen, die zusätzlich zur OP-Technik mit entsprechenden Bildgebungssystemen und Tomografen ausgestattet sind – macht das HGZ auch sehr komplexe, interdisziplinäre Eingriffe möglich. Die Klinik für Gefäßchirurgie unter Leitung von Prof. Dr. Eric Verhoeven ist europaweit führend bei der endovaskulären Versorgung von Aorten-Aneurysmen mithilfe hochentwickelter Spezialprothesen. Darüber hinaus ist die Versorgung von Engstellen der Halsschlagader ein Schwerpunkt, ebenso die Versorgung nierenkranker Patienten und Dialysepatienten. Zusätzlich arbeiten Kardiologie und Herzchirurgie zusammen an mehreren hundert Aorten- und Mitralklappen pro Jahr, und auch da ist noch mit einer wachsenden Entwicklung zu rechnen.

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