Vom Staging zum Screening: Ganzkörper-TÜV durch Bild gebende Verfahren

Schnell und unkompliziert können heute komplette Organsysteme untersucht werden. Dies ermöglichen radiologische Ganzkörperverfahren wie die MRT, CT und Hybridsysteme wie PET/CT. Schon heute nehmen Ganzkörperbilder entscheidenden Einfluss auf die Therapieplanung bei Krebs, Herzkreislauf- und muskuloskelettalen Erkrankungen. Für ausgewählte Indikationen könnten die Hightech-Geräte aber auch für Screening-Untersuchungen genutzt werden. Ärzte führen dazu momentan eine Pilotstudie mit Diabetikern durch. Radiologen stellen erste Ergebnisse dieser Studie auf dem 87. Deutschen Röntgenkongress vor.

Ganzkörperbilder der Magnetresonanztomographie (MRT) und der Computertomographie (CT) leisten heute einen wesentlichen Beitrag zur Therapieplanung bei systemischen Krankheiten. In Zukunft könnten Sie auch bei ausgewählten Erkrankungen als Screening-Untersuchungen zum Einsatz kommen. „Bedingung hierfür ist eine hohe Prävalenz bei den untersuchten Patienten. Für die gesuchte Krankheit müssen zudem wirkungsvolle Therapien zur Verfügung stehen“, so PD Dr. Heinz-Peter Schlemmer von der Abteilung für Radiologische Diagnostik der Universitätsklinik Tübingen.

Beispiel Diabetes: Fast jeder Patient mit dieser Stoffwechselkrankheit leidet früher oder später auch an Schädigungen der Blutgefäße. Im schlimmsten Fall droht ein Schlaganfall oder Herzinfarkt. Radiologen vom Klinikum der Universität München untersuchen diese Patienten seit einem Jahr mit der Ganzkörper-MRT. Sehr viel häufiger als die Kollegen aus den klinischen Disziplinen erkennen sie frühzeitig die für Diabetiker typischen Pathologien, so dass eine geeignete Therapie eingeleitet werden kann.

Ganzkörperbilder haben sich inzwischen bei der Verlaufskontrolle systemischer Erkrankungen gut bewährt. So ist zum Beispiel mit nur einer Untersuchung ein komplettes Tumor-Staging bei Krebspatienten möglich. In Zukunft wird es darum gehen, die Stärken der einzelnen Verfahren genau zu evaluieren. „Vorteil der MRT ist die hohe räumliche Auflösung, während die PET/CT pathologische Befunde aufgrund charakteristischer Stoffwechselveränderungen kontrastreicher darstellt“, erläutert Dr. Schlemmer aktuelle Ergebnisse einer vergleichenden Studie aus Tübingen.

Neben den klassischen Geräten stehen heute auch neue Hybridsysteme wie die PET/CT und SPECT-CT, eine Verbindung aus Gammakamera und CT, zur Verfügung. Tübinger Experten entwickeln derzeit zusammen mit der Firma Siemens den ersten PET-MRT-Scanner. „Die neuen Geräte ermöglichen einen sehr differenzierten Blick in das Innere eines lebendigen Menschen. Solche pathologischen Untersuchungen waren früher nur am toten Körper in einer Autopsie möglich“, so Dr. Heinz-Peter Schlemmer.

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Silke Stark idw

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