Island verbessert Maßnahmen zur Lebensmittelsicherheit

Wer am globalen Handel mit Lebensmitteln teilnimmt, muss dafür sorgen, dass diese sicher sind und dass seine Behörden für Lebensmittelsicherheit nach internationalem Standard arbeiten können. Einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Lebensmittelsicherheit in Island hat in den zurückliegenden Jahren eine deutsch-isländische Behördenpartnerschaft geleistet.

Beteiligt waren auf deutscher Seite das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES). Zuletzt wurde seit Januar 2014 intensiv mit dem isländischen Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin (MAST) sowie dem isländischen Institut für Lebensmittel- und Biotechnologie (Matis) zusammengearbeitet.

Finanziell gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Koordiniert wurden die Arbeiten durch einen Langzeitexperten vor Ort. Die isländische Regierung stellte die Mittel bereit, um MAST mit den entsprechenden Laborkapazitäten auszurüsten.

„Unser Ziel war es, sowohl institutionell als auch auf Seiten der Laborkapazitäten dafür zu sorgen, dass Island den Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit in einem zunehmend globalisierten Lebensmittelmarkt gewachsen ist“, sagten die Präsidenten von BfR , Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, und LAVES, Professor Dr. Eberhard Haunhorst, auf der abschließenden Projektveranstaltung am 26. Juni 2014.

„Das Kooperationsprojekt hat wesentlich zur Erweiterung der Laborkapazitäten in Island beigetragen, wir sind in der Lage, die europäischen Standards einzuhalten, der weltweite Handel mit isländischen Lebensmitteln wird erleichtert,“ betonte Dr. Sveinn Margeirsson, Chief Executive Officer des isländischen Matis.

„Durch die enge Zusammenarbeit der isländischen Institutionen mit den deutschen Partnern , haben wir im technischen, gesetzlichen und institutionellen Bereich der Lebensmittelüberwachung unsere Kenntnisse erweitert, um den Verbraucherschutz sicherzustellen,“ ergänzte der Direktor des Amtes für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz von MAST, Sigurdur Örn Hannsson.

Schwerpunkte des gemeinsamen Projektes waren die Analytik von Pestizidrückständen, von Lebensmittelkontaminanten wie polychlorierte Biphenyle (PCB) sowie der Nachweis von gentechnisch veränderten Organismen in Lebensmitteln und Futtermitteln. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Etablierung moderner Untersuchungsverfahren zum Nachweis mariner Biotoxine in Muscheln und Krustentieren.

Vor diesem Hintergrund wurden bei Matis neue Hochleistungsgeräte für die chemische Analytik installiert und qualitätsgesicherte Analyseverfahren etabliert, die dem EU-Standard entsprechen. Zugleich wurden die Mitarbeiter der Laboratorien im Umgang mit der neuen Technik und in den Methoden geschult; Experten aus den deutschen Partnerinstitutionen unterstützten dieses umfassende Training.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Weiterentwicklung von Verfahren der Lebensmittelüberwachung in Zusammenarbeit mit dem isländischen Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin (MAST). Dabei standen unter anderem die Etablierung von geeigneten Dokumentationsverfahren und von Methoden der Bewertung gesundheitlicher Risiken sowohl für die zentralen Überwachungsbehörden des MAST als auch für die zehn unabhängigen lokalen Behörden im Fokus.

Letztere sind für die Lebensmittelkontrollen auf der Ebene des Handels zuständig. Zum Austauschprogramm gehörten auch Hospitationen und Schulungen isländischer Fachleute aus der Überwachung in Deutschland. Diesen Teil übernahm das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Verfolgt wurde dabei ein praktischer Ansatz, in dem die Isländischen Gastwissenschaftler im Feld zusammen mit den deutschen Fachleuten vor Ort tätig wurden.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Über das LAVES

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) ist niedersachsenweit zuständig für die Untersuchung und Beurteilung von amtlichen Proben aus allen Prozess- und Produktionsstufen der Lebensmittelkette. Zum LAVES gehören sechs Untersuchungseinrichtungen in ganz Niedersachsen, zudem übernehmen die Fachabteilungen des LAVES Vollzugsaufgaben im Bereich des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und beraten die kommunalen Veterinärbehörden.

Über MAST

Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin (MAST) ist die zentrale Behörde Islands auf dem Gebiet von Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit, Tierschutz, Tiergesundheit und Pflanzenschutz. Die Behörde ist zuständig für Import-und Exportkontrollen und überwacht die Primärproduktion von Lebens- und Futtermitteln, Schlachthäuser, fleischverarbeitende und milchverarbeitende Betriebe in insgesamt sechs Veterinärbezirken. Jeder Bezirk hat eine regionale MAST-Außenstelle. Das MAST ist auch zuständig für die staatliche Kontrolle der Fischverarbeitung und steuert die Lebensmittelkontrollen der Kommunalbehörden auf der Ebene des Einzelhandels.

Über Matis

Auf dem Gebiet der Lebensmittelsicherheit ist das isländische Institut für Lebensmittel- und Biotechnologie (Matis) verantwortlich für die Untersuchung von Lebensmittelproben auf pathogene Erreger und für die Analyse von Lebensmitteln auf Kontaminanten, die in Island auftreten können. Außerdem ist Matis zuständig für den Nachweis gentechnisch veränderter Organismen in Lebens- und Futtermitteln. Matis informiert und berät die isländischen Behörden auch über notwendige Maßnahmen zur Abwehr von Gefährdungen der Lebensmittelsicherheit.

http://www.bfr.bund.de/de/europaeische_und_internationale_zusammenarbeit-8165.ht… Weitere Informationen zu internationalen Kooperationen des BfR

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Dr. Suzan Fiack idw - Informationsdienst Wissenschaft

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