Neue Chancen bei der Behandlung von Lungenkrebs


Jahr für Jahr sterben in Deutschland 35.000 Menschen an Lungenkrebs. Das auch als Bronchialkarzinom bezeichnete Tumorleiden ist damit mit Abstand die häufigste krebsbedingte Todesursache überhaupt. Einen Überblick über den derzeitigen Stand sowie insbesondere auch über neue Perspektiven der Therapie gibt eine fachübergreifende Medizinertagung, zu der am 2. und 3. März 2001 rund 500 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet am Universitätsklinikum Münster erwartet werden.

Trotz großen ärztlichen Engagements bei der Behandlung von Patienten mit Lungenkrebs sind die Aussichten auf Heilung insgesamt nach wie vor schlecht. Nur 13 Prozent der Betroffenen überleben die ersten fünf Jahre. Wegen dieser ungünstigen Prognose werden in Deutschland moderne und intensive Therapieverfahren bislang zurückhaltend eingesetzt. Aktuelle Studien der letzten Jahre zeigen jedoch, dass sich die Überlebensaussichten allen Formen von Lungenkrebs durch eine optimale Verbindung von Chemotherapie, Strahlentherapie und Operation verbessern lassen. „Durch eine konsequente Behandlung aller dafür geeigneten Patienten in modernen und intensiven Therapiekonzepten wäre eine relative Steigerung der Fünf-Jahres-Überlebensrate um ein Fünftel von 13 auf 16 Prozent durchaus denkbar“, betont Privatdozent Dr. Michael Thomas von der münsterschen Universitätsklinik für Innere Medizin A. Damit könnten künftig jährlich 1000 Patienten gerettet werden, die sonst gestorben wären..

Gerade wenn bei einer Tumorerkrankung die Prognose ungünstig ist, ist die Weiterentwicklung der Therapiekonzepte durch randomisierte Studien – also Studien, in denen ein bisher etablierter Therapieansatz mit einem fortentwickelten Therapiekonzept verglichen wird – nach Worten Thomas’ dringend notwendig. Dennoch werden seinen Angaben zufolge in Deutschland derzeit nur drei bis fünf Prozent aller Patienten mit Bronchialkarzinomen im Rahmen solcher Studien behandelt. Ziel des im März stattfindenden Symposiums zur „Interdisziplinären Therapie des Bronchialkarzinoms“ das erstmalig unter der Schirmherrschaft aller bei der Behandlung des Bronchialkarzinoms beteiligten wissenschaftlichen Fachgesellschaften steht und von einem interdisziplinär zusammengesetzten „Wissenschaftlichen Komitee“ konzipiert wurde, ist es, den erstbehandelnden und damit
weichenstellenden Ärzten einen gut strukturierten Überblick über die verschiedenen Therapieverfahren zu geben. Zugleich sollen sie ermutigt werden, geeigneten Patienten innovative und auch intensive Therapiekonzepte anzubieten.

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Jutta Reising idw

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