Prostatakarzinom: Immuntherapie mit dendritischen Zellen

Die Arbeitsgruppe Zelluläre Immuntherapie der medizinischen Universitätsklinik Freiburg um Prof. Dr. Hendrik Veelken bietet betroffenen Patienten im Rahmen einer von der Wilhelm-Sander-Stiftung geförderten klinischen Studie eine Immuntherapie an, die bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom bereits eine gute Wirksamkeit gezeigt hat.

Das PSA-Rezidiv ist eine häufige und gefürchtete Situation nach Operation eines Prostatakarzinoms. In einem Drittel dieser Fälle kommt es im weiteren Verlauf zu Metastasen, dann ist die Krankheit auch mithilfe von Hormon- oder Chemotherapie nicht mehr heilbar. Meist kann eine Hormontherapie das Tumorwachstum zunächst aufhalten. Sie ist jedoch nebenwirkungsreich, und bislang konnte nicht gezeigt werden, daß eine frühe Hormontherapie das Auftreten von Metastasen verhindern und die Überlebenszeit verlängern kann.

In einer klinischen Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom konnten mit einer Immuntherapie mit dendritischen Zellen bei der Hälfte der Patienten vorübergehende Anti-Tumorwirkungen und tumorspezifische Reaktionen des Immunsystems erzielt werden. Ein möglicher Grund für das Versagen der Immuntherapie bei einigen Patienten könnte neben dem fortgeschrittenen Tumorwachstum das Vorherrschen sogenannter regulatorischer T-Zellen sein, Immunzellen, die darauf spezialisiert sind, eine Immunantwort, in diesem Fall also eine Anti-Tumor-Antwort, zu unterdrücken.

In einer neuen Studie sollen nun Patienten mit PSA-Rezidiv behandelt werden, bei denen aufgrund der geringen Tumorlast und des unbeeinträchtigten Immunsystem eine eher höhere Ansprechrate zu erwarten ist. Sollte jedoch die alleinige Gabe mit dendritischen Zellen nicht erfolgreich sein, ist zusätzlich die Gabe von Cyclophosphamid in einer niedrigen, gut verträglichen Dosis vorgesehen. Dieses kann nachweislich die regulatorischen T-Zellen eliminieren. Die Ärzte hoffen so die Wirksamkeit ihrer Immunisierungsstrategie noch erhöhen zu können.

Kontakt:
Dr. Anna-K. Kaskel, anna-katharina.kaskel@uniklinik-freiburg.de,
Tel: +49 761 270 7176;
Prof. Dr. Hendrik Veelken, hendrik.veelken@uniklinik-freiburg.de,
Tel: +49 761 270 7176;
Prof. Dr. Cornelius Waller, cornelius.waller@uniklinik-freiburg.de, Tel: +49 761 270 3422

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 150.000,00 €. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Media Contact

Bernhard Knappe idw

Weitere Informationen:

http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Für mehr Sicherheit beim autonomen Fahren

Neues Forschungsprojekt Shuttle2X soll automatisierte Fahrzeuge im städtischen Verkehr sicherer machen. Ziel ist es, den Sicherheitsfahrer durch technische Lösungen zu ersetzen und ein umfassendes hybrides Systemkonzept zu entwickeln. Hochschule Heilbronn…

Kombinierte Extremereignisse belasten die Ozeane

Wenn marine Hitzewellen und Extreme von Ozeanversauerungen zusammentreffen, kann das schwerwiegende Auswirkungen auf die Meeresökosysteme haben. Forschenden des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern ist es erstmals gelungen, die Häufigkeit…

Innovativer Verschleißschutz durch Pulvermetallurgie

Forscher der FH Münster entwickeln im Projekt „Ultra-Coat“ neuartiges Beschichtungssystem. Es wird heiß im Labor, als sich der Kammerofen öffnet und Jan Philipp Berges eine Probe daraus entnimmt. Das Stück…

Partner & Förderer