Tauchen – ein gefährlich schöner Sport – Ernstfall nicht ausgeschlossen

Tauchen ist wohl eine der schönsten Sportarten und gewinnt gerade deshalb immer mehr Anhänger. Doch Tauchen birgt auch Risiken und kann mit tödlichen Unfällen enden. Deshalb muss man auf einen eventuellen Ernstfall intensiv vorbereitet sein. Am Universitätsklinikum Halle findet vom 29. April bis zum 7. Mai 2006 der 13. Lehrgang für Tauchmedizin statt, dessen Inhalte am Curriculum der „Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e. V.“ ( GTÜM ) orientiert sind. Kursleiter ist Dr. Hendrik Liedtke von der Universitätsklinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin.


Der verunglückte Taucher stellt im Rettungsdienst große Anforderungen an die Kenntnisse des medizinischen Personals. Diagnose, Differentialdiagnose und Therapie von Tauchunfällen erfordern ein spezielles Management, das nicht dem „Schema F“ entspricht. Auch die ärztliche Beurteilung einer Tauchtauglichkeit benötigt spezielles Fachwissen. Besonders bei Beurteilung der Leistungsfähigkeit von behinderten Tauchern sieht sich der tauchmedizinische Laie mitunter vor schwierige Probleme gestellt. Um diese Ausbildungs- und damit Wissenslücken zu schließen, hat Kursleiter Dr. Hendrik Liedtke von der Universitätsklinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin einen Kurs zusammengestellt, der dem Curriculum der „Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e.V.“ ( GTÜM ) entspricht.

Von Samstag, 29. April, bis Sonntag, 7. Mai 2006, findet der 13. Lehrgang für Tauchmedizin am Universitätsklinikum Halle statt. In dem einwöchigen Kurs gibt es ausgiebig Gelegenheit, in der Therapiedruckkammer in Halle zu trainieren, um dann selbstständig hyperbare Oxygenationsbehandlungen – das heißt eine Überdruckbeatmung eines in einer Druckkammer Liegenden mit reinem Sauerstoff – durchführen zu können. Die erfolgreichen Teilnehmer des Kurses erhalten eine Teilnahmebescheinigung, mit der sie bei der GTÜM das europäische Diplom „Medical Examiner of Divers“ bzw. „Diving Medicine Physician“ beantragen können. Spezielle Probleme der Tauch- und Überdruckmedizin sind nach wie vor nicht Gegenstand des Medizinstudiums und der Facharztausbildung.

Die Teilnehmerzahl hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr verdoppelt. Es werden namhafte Referenten aus dem In- und Ausland erwartet, darunter Flottenarzt Dr. Ulrich van Laak von der Bundesmarine, Dr. Uwe Hoffmann von der Deutschen Sporthochschule Köln, Kampfschwimmer der Bundeswehr, Sporttaucher und Tauchlehrer sowie weitere Mediziner, auch aus dem Universitätsklinikum Halle.

Die Universitätsklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin verfügt über eine der modernsten Druckkammern Europas und unter der fachlichen Leitung der Klinik stehen die Tauchunfallbehandlungszentren in Kuramathi und Kandoluhoo Medical Centre auf den Malediven.

Veranstalter: Universitätsklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin
Tagungsort: ComCenter Halle, Philipp-Müller-Straße 57
Dauer: 29. April, 9 Uhr, bis 7. Mai, 17 Uhr

Nähere Informationen:
Jens Müller
Pressereferent am Universitätsklinikum der MLU
06097 Halle (Saale)
Telefon: 0345 55-71032, Fax: 0345 55-75749,
E-Mail: jens.mueller@medizin.uni-halle.de

Media Contact

Dr. Margarete Wein idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Eine der weltgrößten Datenbanken zur Ganganalyse

Die vor kurzem veröffentlichte Gutenberg Gang-Datenbank ist die weltweit größte Sammlung von Ganganalysen gesunder Proband*innen Sie bietet Vergleichsdaten für die Diagnose und Behandlung von Gangstörungen. Erstellt haben die Datenbank die…

In nur wenigen Minuten Zellstrukturen dreidimensional abbilden

Heidelberger Wissenschaftler arbeiten an einem schnellen Verfahren der 3D-Zellbildgebung. Virale Erreger wie das Coronavirus SARS-CoV-2 verändern die innere Struktur der Zellen, die sie befallen. Diese Veränderungen finden auf Ebene der…

Projekt ALBATROS: Aluminium-Ionen-Batterien als alternative Speichertechnologie

… für stationäre Anwendungen. Im Projekt ALBATROS entwickelt ein Konsortium aus Forschung und Industrie die Aluminium-Ionen-Batterie (AIB) weiter. Dabei stehen die Abläufe in der Batteriezelle und an den Grenzflächen zwischen…

Partner & Förderer