Ambulantes Operieren bei Kindern


Ambulantes Operieren wird zunehmend auch bei Kindern durchgeführt. Dadurch können die psychischen Belastungen der Kinder reduziert werden und die Heilung verläuft komplikationsloser. Welcher Standard dabei gelten muss und welches Modell für diese Operation das beste ist, darüber diskutieren die deutschen Kinderchirurgen in Leipzig.

40. Jahrestag der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie:

Ambulantes Operieren wird zunehmend auch bei Kindern durchgeführt. Dadurch können die psychischen Belastungen der Kinder reduziert werden und die Heilung verläuft komplikationsloser. Welcher Standard dabei gelten muss und welches Modell für diese Operation das beste ist, darüber diskutieren die deutschen Kinderchirurgen in Leipzig.

Viele Operationen erfordern heute keinen Krankenhausaufenthalt mehr, sondern erfolgen in ambulanten Zentren oder in Tageskliniken. In den USA und England werden bereits mehr als die Hälfte aller chirurgischen Eingriffe auf diese Weise durchgeführt. Die Fortschritte in der Medizin mit der Verfeinerung der Operationstechniken und den sich kontinuierlich verbessernden Möglichkeiten der Anästhesie erlauben heute die ambulante Durchführung von Operationen, die früher nur in Kliniken unter stationärer Einweisung möglich waren. Dabei erweitert sich das Spektrum ambulanter Operationen ständig.

In den Bereichen wie Allgemeinchirurgie, Augenheilkunde, Dermatologie, Gynäkologie, Hand- und plastische Chirurgie, Kieferchirurgie, Neurochirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie und Urologie gibt es eine breite Palette von ambulant auszuführenden Eingriffen. Voraussetzung für die Durchführung ambulanter Operationen ist ein Chirurg, dem ein erfahrener Anästhesist zur Seite steht, die entsprechende Ausstattung der Behandlungsräume und geschultes Fachpersonal für die Nachsorge. Ambulantes Operieren erfordert höchsten medizinischen Standard und unterliegt strengsten Sicherheitsbestimmungen, die gesetzlich geregelt sind.

Die Vorteile eines ambulanten Eingriffs liegen auf der Hand. Die psychische Belastung für den Patienten wird auf ein Mindestmaß reduziert, die Genesung im gewohnten häuslichen Umfeld verläuft schneller und oftmals komplikationsärmer als im Krankenhaus und die Kosten liegen wegen des wegfallenden Klinikaufenthalts niedriger. Diese Vorteile besonders auch bei Kindern zu nutzen, ist das Ziel der Kinderchirurgen. Welche Voraussetzungen dafür notwendig sind und welche Erfahrungen bereits vorliegen, darüber berichten Experten anlässlich des Pädiatriekongresses in Leipzig.

Seit den 90ger Jahren findet das ambulante Operieren von Kindern zunehmende Akzeptanz. Zu nennen sind hier die Behandlung des Leisten- und Nabelbruchs, des Wasserbruchs, der Vorhautverengung und des Leistenhodens. Eine wichtige Voraussetzung für das ambulante Durchführen dieser Eingriffe war die Entwicklung von nebenwirkungsarmen und für Kinder geeigneten Narkosemitteln.

Bedingung bei einer ambulanten Operation ist, dass die Eltern in der Lage sind, das Kind nach der Behandlung zu Hause betreuen zu können. Im anderen Fall muss die Operation stationär erfolgen. Die Eltern werden ausführlich über die Risiken eines solchen Eingriffs aufgeklärt und müssen ihre Einwilligung geben. Das Kind wird einem Narkosearzt vorgestellt und der Termin abgesprochen. Nach der Operation wird das Kind zwei bis drei Stunden auf der ambulanten Station überwacht und falls sich keine Komplikationen einstellen nach Hause entlassen. Die Untersuchungen der verschiedenen Zentren haben ergeben, dass die Eltern sehr zufrieden mit dem Angebot einer ambulanten Operation sind. Die Mehrzahl würde bei einem weiteren Eingriff, wenn möglich, diese Behandlungsvariante wieder wählen.

Da Kinder keine Miniaturausgabe eines Erwachsenen sind, ist eine Hauptforderung für das ambulante Operieren, dass der Eingriff nur von einem Facharzt für Kinderchirurgie durchgeführt werden soll, der das Spezialwissen für eine kindgerechte Operation besitzt. Die Realität in Deutschland ist, dass zur Zeit nur etwa 30% der Kinder von Kinderchirurgen operiert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Behandlung in einer ambulanten Einrichtung eines Krankenhauses oder in einer Niederlassung vorgenommen wird.

Neben der Forderung nach einer fachgerechten Chirurgie suchen die Kinderchirurgen nach dem optimalen Organisationsmodell für das ambulante Operieren. Drei Modelle sind derzeit für die Krankenhäuser bekannt: eine krankenhausintegrierte Einheit, eine krankenhausseparierte Einheit und eine „Satelliteneinheit“. Der als Satelliteneinheit organisierte ambulante Operationsbereich ist von den übrigen Krankenhauseinrichtungen baulich und organisatorisch getrennt, ist aber dem Krankenhaus angegliedert. Dieses Modell wird in Leipzig seit 25 Jahren favorisiert. Ziel ist es, den kleinen Patienten eine operative und anästhesiologische Versorgung zu gewährleisten, die einem stationären Aufenthalt adäquat ist. Die ausgezeichneten Erfahrungen des Teams von Professor Gräfe zeigen, dass sich dieses Konzept an der Klinik für Kinderchirurgie in Leipzig bewährt hat.

Weitere Auskünfte bei:
Herrn Prof. Dr. Joachim Bennek
Tel. 0341/ 97 264 00

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Dr. Bärbel Adams idw

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