Wege zu neuen multifunktionalen Werkstoffen für High-Tec-Industrien

Vom 7. bis 10. März 2010 treffen sich in Dresden rund 150 Wissenschaftler aus rund 30 Ländern zum 10th European Symposium on Polymer Blends. Die Tagungsreihe, eine der international wichtigsten auf dem Gebiet neuartiger Materialien mit Polymermischungen, wird damit erst zum zweiten Mal in ihrer rund 25-jährigen Geschichte in Deutschland durchgeführt.

Ausgerichtet wird die Veranstaltung vom Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V. in den Räumen der Technischen Universität Dresden. Zur Eröffnung der Veranstaltung am 8. März 2010, 9 Uhr, spricht der Erste Bürgermeister und Beigeordnete für Wirtschaft der Landeshauptstadt Dresden, Herr Dirk Hilbert.

Die Kombination unterschiedlicher Polymere in sogenannten Polymerblends erlaubt auf effiziente Weise die Entwicklung von neuen Konstruktions- und Funktionsmaterialien mit optimal angepassten, neuartigen Eigenschaften.

Seit einigen Jahren eröffnen nanotechnologische Ansätze wie Nanostrukturierung und Zusatz von nanoskaligen Füllstoffen, beispielsweise von Kohlenstoffnanoröhrchen oder Schichtsilikaten (Tonminerale), dabei ganz neue Potenziale. Möglich werden Multifunktions-Materialien für Hightec-Industrien, in denen unterschiedliche spezifische Eigenschaften und Funktionalitäten gezielt eingestellt werden können.

Die Bereiche, in denen Blends eingesetzt werden, sind sehr breit und werden zunehmend erweitert. So ist die Automobilindustrie interessiert an Leichtbaumaterialien, die schwerere Metalle ersetzen, effektiv in Produktionsprozesse integriert werden können und dabei noch die Sicherheit erhöhen. In der Mikroelektronik werden für weitere Miniaturisierung neue Funktionspolymere benötigt. Polymerblends und nanostrukturierte Copolymerfilme könnten in der Zukunft bei der Herstellung von Speicherchips eine wichtige Rolle spielen. Sensoren, Lab-on-a-chip-Systeme und medizintechnische Geräte sind weitere Anwendungen, in denen Bedarf an innovativen Polymerblends besteht.

Zur Nutzung des Potenzials ist heute eine breit angelegte Herangehensweise erforderlich, da ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren die Eigenschaften der Blends bestimmen: Wichtig sind das Mischungsverhalten der Komponenten, die oft nötige Verträglichkeitsvermittlung durch Zusatzstoffe, die entstehende nanoskopische Phasenmorphologie, die Grenzschichten zwischen den Phasen und die Verarbeitungsbedingungen. Die Tagung trägt dem in ihrer thematischen Ausrichtung Rechnung und vereint Experten aus Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung. Das Spektrum reicht von theoretischen Untersuchungen und Modellierung über Synthesen von Copolymeren bzw. Blends mit definiert eingestellten Nanostrukturen und Grenzflächendesign bis hin zur Verarbeitung unter industrienahen Bedingungen.

Vorgestellt und diskutiert werden neue Ergebnisse und Ansätze in zwei eingeladenen Plenarvorträgen, elf eingeladenen Impulsreferaten, rund 60 eingereichten Vorträgen sowie über 70 Posterbeiträgen.

Die Tagung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Ansprechpartner für Medien

Kerstin Wustrack idw

Weitere Informationen:

http://www.ipfdd.de/polymerblends2010

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Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

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