Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

Bild 1: Labordemonstrator eines diodengepumpten Alexandrit-Lasers für klimarelevante Messungen in großer Höhe der Atmosphäre. © Fraunhofer ILT, Aachen

Der Kampf gegen den globalen Klimawandel stellt eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte dar. Um wirksame Maßnahmen gegen die voranschreitende Erderwärmung zu entwickeln, sind Klimamodelle erforderlich, die Zusammenhänge in der Atmosphäre zuverlässig abbilden.

In großer Höhe, der Mesosphäre, wo entscheidende Prozesse für die globale Luftzirkulation ablaufen, ist die Datenlage jedoch aktuell unzureichend. Für die Messung von Temperatur und Windgeschwindigkeit in dieser Höhe setzen Klimaforscher auf das moderne Resonanz-Lidar-Verfahren. Aufgrund der Komplexität und des Gewichts werden diese Lasermesssysteme allerdings derzeit nahezu ausschließlich bodengebunden eingesetzt.

Die Arbeiten in ALISE sind der erste Schritt in der Entwicklung eines satellitengestützten Beobachtungssystems, das eine zeitlich und räumlich hoch aufgelöste Messung von Wind- und Temperaturverhältnissen in der Mesosphäre ermöglicht.

Die Effizienz der eingesetzten Laserstrahlquelle, eines Alexandrit-Lasers, soll durch den Einsatz von Laserdioden als Pumpquelle gesteigert werden. Dadurch sinken auch Komplexität sowie das Gewicht der Bauteile, sodass die Anforderungen an weltraumgestützte Missionen erfüllt werden können.

Um die Vorteile der Lasermesstechnik in der satellitengestützten Erdbeobachtung einsetzen zu können, bringen die Aachener Wissenschaftler ihre langjährige Erfahrung und Kompetenzen bei der Entwicklung von Laserstrahlquellen und optischen Komponenten für die Atmosphärenmessungen ein.

Diese konnten sie unter anderem bereits in der deutsch-französischen Klimamission »MERLIN« und dem »CHARM-F« Projekt erfolgreich unter Beweis stellen. So hat das CHARM-F-System kürzlich auf dem deutschen Forschungsflugzeug HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt DLR erfolgreich seinen Jungfernflug absolviert.

Das DLR ist Träger von ALISE, das Projektbudget wird zu 100 % durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unter der Förderkennziffer 50RP1605 zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zu ALISE finden Sie auf der Webseite des DLR unter

www.dlr-innospace.de/startseite/gefoerderte-projekte/alise/ 

Kontakt

Dr. rer. nat. Michael Strotkamp
Gruppe Nichtlineare Optik und abstimmbare Laser
Telefon +49 241 8906-132
Michael.strotkamp@ilt.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Hans-Dieter Hoffmann
Leiter des Kompetenzfeldes Laser und Laseroptik
Telefon +49 241 8906-206
hansdieter.hoffmann@ilt.fraunhofer.de

http://www.ilt.fraunhofer.de

Media Contact

Petra Nolis Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau

Der Maschinenbau ist einer der führenden Industriezweige Deutschlands. Im Maschinenbau haben sich inzwischen eigenständige Studiengänge wie Produktion und Logistik, Verfahrenstechnik, Fahrzeugtechnik, Fertigungstechnik, Luft- und Raumfahrttechnik und andere etabliert.

Der innovations-report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Automatisierungstechnik, Bewegungstechnik, Antriebstechnik, Energietechnik, Fördertechnik, Kunststofftechnik, Leichtbau, Lagertechnik, Messtechnik, Werkzeugmaschinen, Regelungs- und Steuertechnik.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Neutronen-basierte Methode hilft, Unterwasserpipelines offen zu halten

Industrie und private Verbraucher sind auf Öl- und Gaspipelines angewiesen, die sich über Tausende von Kilometern unter Wasser erstrecken. Nicht selten verstopfen Ablagerungen diese Pipelines. Bisher gibt es nur wenige…

Dresdner Forscher:innen wollen PCR-Schnelltests für COVID-19 entwickeln

Noch in diesem Jahr einen PCR-Schnelltest für COVID-19 und andere Erreger zu entwickeln – das ist das Ziel einer neuen Nachwuchsforschungsgruppe an der TU Dresden. Der neuartige Test soll die…

Klimawandel und Waldbrände könnten Ozonloch vergrößern

Rauch aus Waldbränden könnte den Ozonabbau in den oberen Schichten der Atmosphäre verstärken und so das Ozonloch über der Arktis zusätzlich vergrößern. Das geht aus Daten der internationalen MOSAiC-Expedition hervor,…

Partner & Förderer