RFID-Technologie auf dem Prüfstand

Die drahtlose RFID-Technologie zur Identifikation von Gegenständen kommt immer häufiger industriell zur Anwendung. In der Logistik wie auch in anderen Anwendungsbereichen gilt jedoch eine Bedingung immer.

„Es ist notwendig, dass die Systeme auf lange Sicht stabil arbeiten“, sagt Andreas Jungk vom Institut für Transport- und Automatisierungstechnik (ITA) am Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität Hannover gegenüber pressetext.

Die Forscher am ITA untersuchen daher mit entsprechenden Prüfverfahren verschiedene für die praktische Anwendung von RFID wichtige Faktoren. Dazu zählen unter anderem die Leistungsfähigkeit von Lesesystemen und die mechanische Beständigkeit von RFID-Transpondern.

Bei Systemen, wo Pakete auf einem Förderband bewegt werden und ein Lesegerät RFID-Tags auslesen soll, ist beispielsweise die Lesegeschwindigkeit ein Problem. Denn wird in der Logistik eine Sendung nicht korrekt erfasst, muss eine aufwändige Suche gestartet werden. Mit einem Prüfstand, der Relativgeschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern erlaubt, können die Forscher am ITA RFID-Systeme entsprechend testen. Doch auch andere Faktoren beeinflussen die Effektivität von Systemen. „Bei vielen Anwendern geistert ein seltsames Qualitätsmaß herum: je mehr Reichweite, desto besser“, meint Jungk zu pressetext. Dabei sei nach ITA-Erfahrung viel wichtiger, dass der Bereich, in dem die Kommunikation stattfindet, bekannt, begrenzt und auch stabil ist. Für eine entsprechende Optimierung von RFID-Lösungen verfügt das Institut über einen Reichweitenprüfstand, mit dem bereits die optimale Einbauposition für Transponder in Europaletten bestimmt werden konnte.

Auch der Einsatz von auf dem Boden angebrachten RFID-Chips ist für die Forscher in Hannover ein Thema. Neben Anwendungen in der Lagerverwaltung sei das auch für Spurführungssysteme für Fahrzeuge interessant, so Jungk. „Problematisch sind dabei die Eigenschaften unterschiedlicher Böden“, meint der Wissenschaftler. Dieser Themenbereich sei Gegenstand laufender Forschungsbemühungen. In Langzeituntersuchungen konnte dagegen bereits geklärt werden, dass RFID-Transponder in geeigneten Gehäusen mehrere Millionen Mal unbeschadet von Fahrzeugen „überfahren“ werden können. „Geeignet bedeutet für uns in diesem Zusammenhang unter anderem, dass die in Deutschland gültigen Vorschriften für auf die Fahrbahn aufgebrachte Materialien der Bundesanstalt für Straßenwesen erfüllt werden“, erläutert Jungk gegenüber pressetext.

Natürlich gibt es auch andere physische Faktoren neben der mechanischen Belastung, die RFID-Chips beeinflussen. „Transponder verändern zum Teil die Performance, wenn die Antennensubstrate altern oder der genutzte Kleber seine Eigenschaften ändert“, nennt Jungk Beispiele. Solche Effekte werden ebenso erforscht wie der Einfluss des Herstellungsprozesses der RFID-Transponder an sich. Die umfassende Prüfung hat das erklärte Ziel, der RFID-Technik die notwendige Prozesssicherheit für einen breit aufgestellten Industrieeinsatz zu verleihen.

Media Contact

Thomas Pichler pressetext.deutschland

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