Unkompliziert via Internet zum Ortstarif telefonieren

Siemens macht jetzt das Telefonieren über das Internet mit normalen Schnurlostelefonen möglich.

Anwender benötigen dazu nur einen Adapter an ihrem Computer und die geeignete Telefonsoftware, wie das Forschungsmagazin Pictures of the Future in seiner jüngsten Ausgabe berichtet. Der Adapter, das Gigaset M34 USB, steckt in einem USB-Anschluss und übernimmt die Verbindung zwischen Internet und einem Gigaset-Mobilteil. Bisher war Internettelefonie nur direkt am PC mit einem Kopfhörer und Mikrofon möglich. Das Telefonieren funktioniert an analogen Anschlüssen mit Modem, über ISDN und DSL, wo der PC mittels Flatrate stets online sein kann.

Der Nutzer wählt an seinem Schnurlostelefon wie üblich eine Telefonnummer, nur dass die Sprache vom PC in kleine Pakete zerlegt und in Echtzeit über das Internet versandt wird. Beim Gesprächspartner werden die Signale wieder in Sprache umgewandelt. Weil dabei das Telefonnetz allein für die Übertragung vor Ort verwendet wird, sind auch bei internationalen Gesprächen nur Gebühren für ein Ortsgespräch fällig – neben den Kosten fürs Internet. Wird ein Gespräch zwischen zwei PCs geführt, fallen überhaupt keine Telefonkosten an. Nötig sind indes eine neuere Basisstation und ein Schnurlostelefon wie das Gigaset S440, die die technischen Voraussetzungen für die Anbindung des M34 USB haben. Die kostenlose Software kommt vom Unternehmen Skype.

Der Adapter bietet weit mehr Möglichkeiten als nur günstiges Telefonieren: Der Nutzer kann mit dem PC via ISDN kabellos im Internet surfen. Umgekehrt funktionieren Internet-Anwendungen auf dem Mobilteil, das damit zum Multimedia-Gerät wird. So kann man über den Lautsprecher des Schnurlostelefons Internetradio hören; auch im PC gespeicherte Musikdateien spielt das Telefon. Am Display können eingehende E-Mails oder Instant Messaging-Nachrichten angezeigt werden.

Siemens hat die Software des M34 USB auf einer offenen Plattform realisiert. Daher können Entwickler in aller Welt eigene Anwendungen schreiben. Als Beispiel wurde der Prototyp einer sprachgesteuerten Suchmaschine entwickelt. Damit sind einfache Anfragen ans Internet via Telefon möglich, etwa Abflugzeiten oder Kinoprogramme. Das Suchergebnis gibt die Software dann per Sprachumsetzung über das Telefon aus. (IN 2004.11.1)

Media Contact

Norbert Aschenbrenner Siemens AG

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