„Rolling Stones“ in alpinen Gewässern: Geographen der KU erforschen Sedimenttransport

Bei ihren Arbeiten nutzen die Forscher der KU für Aufnahme von Luftbildern auch eine Flugdrohne.<br><br>upd/Lehrstuhl für Physische Geographie<br>

Die Arbeiten sind Teil des internationalen Projektes „SedAlp“ („Sediment management in Alpine basins: integrating sediment continuum, risk mitigation and hydropower“), das die EU im Rahmen des Alpine Space-Förderprogramms mit insgesamt über 2,5 Millionen Euro fördert.

Auftraggeber für die an der KU betreuten Teilprojekte, auf die rund 200.000 Euro entfallen, ist das Bayerische Landesamt für Umwelt (Referat 61, Hochwasserschutz und Alpine Naturgefahren).
Ziel des bis 2015 laufenden SedAlp-Projektes ist es, einen Beitrag zu einem integrierten Management von Sedimenten in alpinen Einzugsgebieten zu leisten. Wenn man Flüsse künstlich aufstaut, soll damit meist Energie gewonnen oder vor Hochwasser geschützt werden. Der kontinuierliche Transport von Geröll und feinen Sedimenten wird jedoch damit unterbrochen. Das kann stromabwärts dazu führen, dass sich der Fluss tiefer in sein Bett einschneidet und so die Ufer instabil werden oder das Grundwasser absinkt – mit Einfluss auf das Ökosystem im angrenzenden Auenbereich. Andererseits kommt es im Mündungsbereich vieler Wildbäche in die Isar besonders nach Starkregen zu gefährlich starken Gerölltransporten und Murabgängen, die viele Schäden im Tal verursachen können. All diese Aspekte sollen im Rahmen des SedAlp-Projektes Berücksichtigung finden.

Die von der Eichstätter Arbeitsgruppe betreuten Arbeiten befassen sich zum einen mit den Folgen der Geschiebeeinträge durch Wildbäche, den Veränderungen im Flussbett nach dem künstlichen Einbringen von Geschiebe und den Folgen des Rückbaus von Uferverbauungen für die Flussentwicklung. Der zweite Projektschwerpunkt beschäftigt sich mit der Sedimentmobilisierung in steilen Wildbacheinzugsgebieten und dem Umfang der Sedimentlieferung dieser Bäche in die Isar.

In beiden Teilprojekten werden Veränderungen mit hochmodernen Vermessungsinstrumenten kartiert, quantifiziert und analysiert. Das Methodenspektrum umfasst die Aufnahme von Luftbildern für dreidimensionale Auswertungen mittels einer Flugdrohne und die Erstellung hochauflösender digitaler Geländemodelle mit einem terrestrischen Laserscanner und einem differenziellen GPS. Die gewonnenen Daten dienen beispielsweise der Kalibrierung und Verbesserung von Modellen, mit denen die Lieferung von Sedimenten aus den Einzugsgebieten von Wildbächen flächendeckend abgeschätzt werden kann, und der Weiterentwicklung von Konzepten zum Sedimentmanagement in alpinen Flüssen.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter
http://www.alpine-space.eu/projects/projects/detail/sedalp/show
und
http://www.ku.de/mgf/geographie/physische-geographie/forschung

Media Contact

Constantin Schulte Strathaus idw

Weitere Informationen:

http://www.ku.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften

Die Geowissenschaften befassen sich grundlegend mit der Erde und spielen eine tragende Rolle für die Energieversorgung wie die allg. Rohstoffversorgung.

Zu den Geowissenschaften gesellen sich Fächer wie Geologie, Geographie, Geoinformatik, Paläontologie, Mineralogie, Petrographie, Kristallographie, Geophysik, Geodäsie, Glaziologie, Kartographie, Photogrammetrie, Meteorologie und Seismologie, Frühwarnsysteme, Erdbebenforschung und Polarforschung.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Evolution der Reziprozität mit begrenztem Erinnerungsvermögen

Direkte Reziprozität ist ein Mechanismus der erklärt wieso Menschen kooperativer werden wenn sie mehrmals aufeinandertreffen. Traditionelle Modelle gehen davon aus, dass Menschen dann lernen, bedingt kooperative Strategien anzuwenden. Individuen kooperieren…

Intelligentes und flexibel einsetzbares Ultraschall-Sensorsystem nach dem Baukastenprinzip

Fraunhofer ZSI: Projekt »SonoOne«. Im Rahmen des Fraunhofer-Zentrums für Sensor-Intelligenz ZSI wurde das intelligente und flexibel einsetzbare Ultraschallsensorsystem »SonoOne« nach dem Baukastenprinzip entwickelt. »SonoOne« kann perspektivisch den sich rasant entwickelnden…

Zuschauen, wie ein Material entsteht

Mit einer Liveschaltung ins Reaktionsgefäß beobachten LMU-Forschende chemische Reaktionen bei der Arbeit. Ihre Ergebnisse helfen dabei, die nächste Generation von Energiematerialien herzustellen. Wer einen Film im Labor drehen will, braucht…

Partner & Förderer