Roboter-U-Boot schießt Bilder vom antarktischen Meeresboden

Eine Reise zum Meeresgrund in den Gewässern des Südpolar-Meeres hat neue Erkenntnisse gebracht. Das ferngesteuerte Roboter-U-Boot Isis hat nicht nur Bilder von Lebewesen aus 3.500 Metern Tiefe geliefert, sondern auch geologische Proben gezogen, die Rückschlüsse auf die Klimaänderungen der Vergangenheit zulassen. Es ist das erste Mal, dass derart genaue Bilder von dieser Region gemacht wurden.

Die Expedition in der Marguerite Bay an der Westseite der Antarktischen Halbinsel brachte Bilder von Seeanemonen, Schwämmen und Krustentieren aus der eisigen Tiefe. Erstmals wurden auch Bilder von den Schmelzwasserkanälen gemacht, die einen Einblick in die Geschichte der antarktischen Gletscher erlauben. Davon erhoffen sich die Forscher auch Erkenntnisse über die zukünftige Klimaentwicklung.

Die Expedition war auch der erste Einsatz des Robotertauchboots Isis, das auf dem Polarforschungsschiff James Clark Ross in die Antarktis gefahren wurde. Isis wurde in Kooperation zwischen dem National Oceanography Institute in Southampton und dem Woods Hole Oceanographic Institution gebaut. Das Roboter-U-Boot, das 2,7 Meter lang, rund zwei Meter hoch und 1,5 Meter breit ist, wiegt rund drei Tonnen und kann bis zu 6.500 Meter tief tauchen. Ausgestattet mit einer Reihe von Kameras, Sonar-Systemen und zwei Greifarmen, die Objekte vom Meeresboden einsammeln können, kostete das U-Boot rund 6,7 Mio. Euro. Mit dem Mutterschiff ist das Hightech-Gerät über ein zehn Kilometer langes Kabel verbunden.

Wie sensationell die Bilder vom Ozeangrund sind, bestätigt auch der Forschungsleiter Julian Dowdeswell, Direktor des Scott Polar Research Institute an der Universität von Southampton. „Die Verbindung vom Kontrollraum des Schiffs zum U-Boot passierte in Echtzeit und man hatte das Gefühl als würde man wirklich an Bord von Isis sein“, so der Forscher. Während der dreiwöchigen Expedition unternahm das U-Boot insgesamt 15 Tauchfahrten. Am Kontinentalschelf in etwa 600 Metern Tiefe konnten die Forscher erstmals einen Blick in die Schmelzwasserkanäle werfen, die vorherige Gletscher als tiefe Rinnen hinterließen. „Vor 18.000 bis 20.000 Jahren reichte die Eisdecke mehr als 300 Kilometer weit über seine jetzige Position hinaus“, so der Forscher. Beim Abschmelzen hinterließ das Wasser diese subglazialen Kanäle, die sowohl nach oben als auch nach unten flossen, da das Eis darüber nach unten drückte. Es sei das erste Mal, dass diese zum Teil bis zu 100 Meter tiefen Kanäle aus der Nähe betrachtet werden konnten, erklärte der Forscher.

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Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

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