Verschleiß minimieren

Der von Rapid Part Evaluation entwickelte Wear-Tester im Einsatz.
Foto: Reiner Voß / RPTU/view

Rapid Part Evaluation entwickelt Messtechnik zur automatisierten Kenngrößenbestimmung.

Die Lebensdauer von häufig eingesetzten Maschinenelementen wie Dichtungen, Zahnrädern oder Lagern hat das Gründungsteam von Rapid Part Evaluation im Blick, welches an der RPTU Kaiserslautern-Landau sitzt. Mit dem eigens entwickelten Messgerät inklusive Auswertungssoftware können Unternehmen beim Prüfen von Bauteilen bereits in der Designphase schnell und gezielt anwendungsnahe Kenngrößen erfassen. Das Vorhaben wird derzeit durch ein EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

Auf der Hannover Messe präsentieren Rapid Part Evaluation vom 17. Mai bis 21. April die Messtechnik am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 2, Stand B46).

Verschleißmechanismen von Maschinenelementen zu verstehen, ist in vielerlei Hinsicht vorteilhaft. Zum einen lassen sich Maßnahmen zur Verlängerung der Lebensdauer einleiten. Zum anderen lässt der Einsatz – in Anbetracht der benötigten Ressourcen und bezüglich verschiedener Umweltaspekte – nachhaltiger gestalten. „Mit unserem Messgerät können wir beispielsweise Radialwellendichtringe untersuchen, wie sie unter anderem in Getrieben zur Abdichtung von nach außen geführten Wellen verwendet werden“, erklärt Olaf Grutza. „Das Versagen dieser Dichtungen kann zum einen zu Schaden an der Maschine führen, aber auch die Umwelt durch austretendes Öl belasten und beeinträchtigen.“

Der von Rapid Part Evaluation entwickelte Wear-Tester ist insbesondere für Forschungs- und Entwicklungsabteilungen interessant. Zum Beispiel, wenn Bauteile in möglichst realen Einsatzbedingungen an einem Prüfstand getestet werden, um neue Bauformen oder neue Materialien in punkto Verschleiß zu bewerten. Für diese Bewertung ist eine Erfassung der relevanten Kenngrößen in Form von Vor- und Nachvermessungen unumgänglich. „Den großen Vorteil der Zeitersparnis, den unser Gerät bietet, können wir an einem Beispiel aus der Forschungsarbeit am Lehrstuhl für Maschinenelemente, Getriebe und Tribologie (MEGT) an der RPTU festmachen: Vorher kamen bei Verschleißmessungen an Radialwellendichtringen zwei unterschiedliche Messverfahren – die Lichtmikroskopie sowie die Streifenlichtprojektion – zum Einsatz, jetzt nur noch der Wear-Tester. Zudem lassen sich mit unserer Lösung – bestehend aus Messgerät und Auswertungssoftware – innerhalb von 10 bis 20 Sekunden die gewünschten Kenngrößen ermitteln, nicht erst nach mehreren Minuten, wobei bis zu 40.000 Profilmessungen über den Probenumfang aufgezeichnet werden. Sprich, im geschilderten Szenario kommt unser Messgerät um den Faktor 50 schneller zum Ziel bei einer gleichzeitig größeren Datentiefe.“

Dank einer flexiblen Probenaufnahme lassen sich auch andere Bauteile, Zahnräder oder Lager, hinsichtlich Verschleiß prüfen. Was die Probengröße betrifft, ist mit dem Wear-Tester ein Innendurchmesser von mindestens 30 mm und ein Außendurchmesser von maximal 200 mm möglich.

Der Aufwand für die Messungen ist gering: Einfach Probe einlegen und die Einrichtung vornehmen. Danach lassen sich beliebig viele Proben in Folge vermessen. Die erfassten Messdaten werden anschließend mit der eigens entwickelten Software ausgewertet und so die gewünschten Kenngrößen ermittelt.

Auf der Hannover Messe führt Rapid Part Evaluation interessierten Unternehmen die schnelle und automatisierte Verschleißmessung vor.

Über das Gründungsvorhaben
Seit Juli 2022 wird das Kernteam bestehend aus Olaf Grutza, Roman Reimche und Christof Härtel – alles drei Absolventen der Universität in Kaiserslautern – durch das EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz sowie des Europäischen Sozialfonds gefördert. Zugleich berät das Gründungsbüro der RPTU und der Hochschule Kaiserslautern die jungen Gründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Unterstützt wird das Team zudem durch den Lehrstuhl für Maschinenelemente, Getriebe und Tribologie (MEGT) der RPTU, welcher Räumlichkeiten und weitere Ressourcen zur Verfügung stellt und dem Team vor allem in Person von Jun. Prof. Dr.-Ing. Stefan Thielen als Mentor – auch fachlich – zur Seite steht. In das Projekt eingebunden sind außerdem Tim Schollmayer und Christoph Burkhart, welche im Rahmen ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiter des MEGT die Basis für das Vorhaben gelegt haben.

Pressekontakt
Olaf Grutza, M.Sc.
RPTU Kaiserslautern-Landau
Tel: +49 (0)160 97334987
E-Mail: grutza@rptu.de

Der Auftritt der Forscherinnen und Forscher der RPTU Kaiserslautern-Landau auf der Messe wird von Klaus Dosch vom Referat für Technologie und Innovation organisiert. Er ist Ansprechpartner für Unternehmen und vermittelt unter anderem Kontakte zur Wissenschaft.
Kontakt: Klaus Dosch, E-Mail: dosch@rptu.de, Tel.: 0631 205-3001

Über die RPTU
Seit dem 1. Januar 2023 bilden die Technische Universität Kaiserslautern und die Universität in Landau die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau. Mit über 20.000 Studierenden und mehr als 300 Professorinnen und Professoren ist die RPTU die zweitgrößte akademische Einrichtung des Landes. Als Ort internationaler Spitzenforschung und akademische Talentschmiede der Wirtschaft und Wissenschaft bietet die RPTU exzellente Studien- und Forschungsbedingungen sowie ein weltoffenes Umfeld. Die RPTU ist zudem Innovations- und Transferpartner für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wer an der RPTU studiert, lernt, forscht oder arbeitet, ist Teil einer lebendigen Universitätsgemeinschaft und gestaltet die Welt von morgen.

http://www.rptu.de

Media Contact

Julia Reichelt Universitätskommunikation
Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik

Dieser Fachbereich umfasst die Erzeugung, Übertragung und Umformung von Energie, die Effizienz von Energieerzeugung, Energieumwandlung, Energietransport und letztlich die Energienutzung.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Windenergie, Brennstoffzellen, Sonnenenergie, Erdwärme, Erdöl, Gas, Atomtechnik, Alternative Energie, Energieeinsparung, Fusionstechnologie, Wasserstofftechnik und Supraleittechnik.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Die Glasknochenkrankheit besser verstehen – ganz ohne Tierversuche

Forschende der ETH Zürich haben ein zellbasiertes Knochenmodell entwickelt, mit dem sie der Ursache der Erbkrankheit auf den Grund gehen können. Wer an der Glasknochenkrankheit leidet, für den ist das…

Biobasierte Kunststoffe – neuartiges Folienmaterial aus dem Biokunststoff PLA

Flexible Einwegfolien wie Tragetaschen oder Müllsäcke werden hauptsächlich aus erdölbasiertem Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) hergestellt. Sie besitzen jedoch einen großen CO2-Fußabdruck und tragen zur Umweltverschmutzung durch Kunststoffabfälle bei. Einem Team…

Isolierte Atome groß in Form

LIKAT-Chemiker demonstrieren heterogene Katalyse für die Synthese komplexer Moleküle. Ein am LIKAT in Rostock entwickelter Katalysator eröffnet neue Wege in der Synthese von Feinchemikalien etwa für die Pharmazie, die Agro-…

Partner & Förderer