Hochschule Coburg testet neuen Kraftstoff Diesel R33

In den nächsten zwei Jahren werden rund 280 Fahrzeuge den neuen Kraftstoff Diesel R33 testen. Er enthält einen bislang nicht erhältlichen Anteil von insgesamt 33 Prozent regenerativer Kraftstoffkomponenten.

„Das Projekt Diesel R33 stellt einen Meilenstein der Kraftstoffentwicklung dar“, sagte Prof. Dr. Jürgen Krahl, Vizepräsident der Hochschule Coburg und Leiter des Verbundprojekts. Unter Federführung des Technologietransferzentrums Automotive der Hochschule Coburg (TAC) haben sich 19 Partner zur Entwicklung und Erprobung des neuen Kraftstoffs in einem Großversuch zusammengeschlossen. Das gelte, so Krahl, als bundesweites Alleinstellungsmerkmal des Projekts.

Diesel R33 erfüllt die Vorgaben der gültigen Norm für Dieselkraftstoff.

Nach Abschluss der zweijährigen Testphase könnte er also in allen Diesel-Fahrzeugen verwendet werden. Neben dem üblichen Biodiesel-Anteil von 7 Prozent verfügt Diesel R33 über einen Anteil von 26 Prozent hydriertem Pflanzenöl.

Ein Flottenversuch mit rund 280 Fahrzeugen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Nutzungsart soll die Verträglichkeit des Kraftstoffs mit allen Motorkonzepten aufzeigen. Dabei wird auch untersucht, ob Diesel R33 einen positiven Einfluss auf die Haltbarkeit des Motoröls hat. Wesentlich ist außerdem die Frage der Nachhaltigkeit. Das Johann Heinrich von Thünen-Institut wird deshalb in Zusammenarbeit mit Experten der IEA Bioenergy die Bilanzierung der Treibhausgasemissionen vornehmen.

Gemeinsam mit dem Projektpartner SÜC (Städtische Werke Überlandwerke Coburg) richtete die Hochschule Coburg die offizielle Eröffnungsveranstaltung zu „Diesel R33“ aus. Die gesamte Fahrzeugflotte des regionalen Energieversorgungs-Unternehmens und die SÜC-Stadtbusse werden in den kommenden zwei Jahren ebenfalls am Test beteiligt sein.

Zum offiziellen Start des Verbundprojekts sagte Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer: „Wir wollen auch in Zukunft bezahlbare, saubere und sichere Mobilität ermöglichen. Dazu müssen Verkehre nachhaltig und effizient organisiert werden. Das kann nur im engen Schulterschluss aller Beteiligten gelingen: Gefordert ist hier die Wirtschaft ebenso wie Wissenschaft, Forschung und Politik. Dieses Zusammenspiel ist bei diesem Projekt hervorragend gelungen.“ Ramsauer begrüßte auch, dass das Vorhaben in der Praxis auf seine Alltagstauglichkeit getestet werde. „Denn nur wenn die Produkte den Nutzer überzeugen, haben sie eine Chance sich am Markt durchzusetzen.“

Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, kofinanziert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union.

Projektpartner:
ASG Analytik-Service-Gesellschaft, Autohaus Bender, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, Bundesverband Freier Tankstellen e.V. (bft), Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb (CEB), Continental AG, Daimler AG, Emissions-Reduzierungs-Concepte GmbH (ERC), HUK-Coburg Versicherungsgruppe, Lasco Umformtechnik GmbH, Neste Oil, Omnibusverkehr Franken GmbH (OVF), Steinbeis-Transferzentrum Biokraftstoffe und Umweltmesstechnik, Städtische Werke Überlandwerke Coburg (SÜC), Technologietransferzentrum Automotive der Hochschule Coburg (TAC), Johann Heinrich von Thünen-Institut, Union für Öl- und Proteinpflanzen (UFOP), Volkswagen AG, Walther-Tankstelle Coburg, Tecosol GmbH.

Media Contact

Dr. Margareta Bögelein idw

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