So könnte der Durchbruch der Energiesparlampe gelingen


So könnte der Durchbruch der Energiesparlampe gelingen
Umweltschonend und kostensparend: Einsatz verlustarmer Leistungskonverter

Glühbirnen kennt wohl jeder. Doch eigentlich gibt es sie gar nicht. Was der Durchschnittsmensch als Glühbirne bezeichnet, nennt der Experte Glühlampe. Da sich aber volkstümliche Bezeichnungen oft lange halten, greifen noch heute viele im Baumarkt zu ihrer guten, alten Glühbirne. Und das, obwohl es seit Jahren Energiesparlampen gibt, die eine Menge Vorteile bieten: Sie halten zehnmal so lang wie eine Glühlampe und verbrauchen fünfmal weniger Energie. Über die Lebensdauer gerechnet ist die Energiesparlampe – trotz höherem Anschaffungspreis – wesentlich kostengünstiger als die Glühlampe. So kostet laut Auskunft der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände der Betrieb von 100-Watt-Glühlampen bei einer Brenndauer von 8000 Stunden etwa 250 Mark in Anschaffung und Stromverbrauch. Zum Vergleich: Bei ähnlicher Lichtausbeute sind es nur 85 Mark für eine Energiesparlampe.

Dr. Matthias Radecker, frischgebackener „Doktor-Ingenieur“ der Technischen Universität Chemnitz, möchte nun der Energiesparlampe unbedingt zum Durchbruch verhelfen. In seiner Dissertation zum Thema „Effiziente Berechnung und Entwicklung energieübertragender Systeme“ beschreibt er ein neuartiges Schaltungskonzept für verlustarme Leistungskonverter. „Diese im Sockel der Energiesparlampen verborgenen Konverter sind technisch noch zu aufwendig“, weiß Radecker. Der am Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS Duisburg tätige Forscher schwört auf sogenannte Eintransistorkonverter, welche die konventionelle Halbbrückenschaltung in elektronischen Vorschaltgeräten (EVG) ersetzen können. Und die Vorteile liegen auf der Hand: Die neuen Konverter sorgen für einen flackerfreien Betrieb der Energiesparlampen, und können genauso kostengünstig wie herkömmliche Vorschaltgeräte mit Drossel und Starter hergestellt werden, was sich auch positiv auf die Stromrechnung der Kunden auswirkt. Für den Sprung in die Praxis trifft das IMS Duisburg derzeit alle Vorbereitungen: Gemeinsam mit Herstellern elektronischer Vorschaltgeräte und Energiesparlampen sollen neue Gerätekonzepte erarbeitet werden.

Prof. Dr. Manfred Kronberg, Inhaber der Professur Leistungselektronik an der TU Chemnitz, und Betreuer der Dissertation, ist des Lobes voll: „Die Idee von Dr. Radecker entspricht der heutigen Denkweise in der Leistungselektronik: Aus einer heuristisch gewonnenen Theorie der Resonanzkonverter und dem Vergleich mit der exakten Theorie entwickelte er ein optimales Konzept für die praktische Umsetzung, in diesem Fall für die Energiesparlampentechnik.“

Weitere Informationen: Dr. Radecker, Telefon (02 03) 37 83 177, E-Mail radecker@ims.fhg.de .

Media Contact

Dipl.-Ing. Mario Steinebach

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik

Dieser Fachbereich umfasst die Erzeugung, Übertragung und Umformung von Energie, die Effizienz von Energieerzeugung, Energieumwandlung, Energietransport und letztlich die Energienutzung.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Windenergie, Brennstoffzellen, Sonnenenergie, Erdwärme, Erdöl, Gas, Atomtechnik, Alternative Energie, Energieeinsparung, Fusionstechnologie, Wasserstofftechnik und Supraleittechnik.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Mikroalge Stylodinium – ein geheimnisvoller Unbekannter aus dem Moor

Die Alge des Jahres 2022 … LMU-Biologe Marc Gottschling untersucht die Panzergeißler seit Langem. Einer ihrer bemerkenswertesten Vertreter wird jetzt zur Alge des Jahres 2022 gewählt. Die Mikroalge Stylodinium wird…

Zur Rolle von Bitterrezeptoren bei Krebs

Rezeptoren als Angriffspunkte für Chemotherapeutika. Bitterrezeptoren unterstützen den Menschen nicht nur beim Schmecken. Sie befinden sich auch auf Krebszellen. Welche Rolle sie dort spielen, hat ein Team um Veronika Somoza…

Das ungleichmäßige Universum

Forscher untersuchen kosmische Expansion mit Methoden aus der Physik von Vielteilchensystemen. Mathematische Beschreibungen der Expansion des Universums beinhalten einen systematischen Fehler: Man nimmt an, dass die Materie im Universum gleichmäßig…

Partner & Förderer