Die Steinlaus bekommt Gesellschaft – Neue Spinnenart nach Loriot benannt

Otacilia loriot ist eine kleine Spinne mit großem Namen. © Senckenberg<br>

Die Spinnen der Gattung Otacilia haben keine Nudeln im Gesicht, ähneln weder einem Mops noch einer Steinlaus und sind überhaupt eher unscheinbare Tiere. Dennoch trägt eine Art der Achtbeiner nun einen prominenten Namen: Loriot.

„Vicco von Bülow – besser bekannt als Loriot – hat immer das Komische im normalen, alltäglichen Leben gesucht. Da fand ich es passend, eine Spinne nach ihm zu benennen, die auf dem ersten Blick keine Besonderheiten zeigt“, erklärt Peter Jäger, Arachnologe am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt. Er hat die Spinne der Familie der Ameisen-Sackspinnen auf einer Expedition in Laos entdeckt und sie zusammen mit seinem Kollegen Jörg Wunderlich auf den Namen Otacilia loriot getauft. „Ich wollte damit meine Bewunderung für den verstorbenen Künstler zum Ausdruck bringen.“

Eine Besonderheit hat die Spinne dann aber doch: sie misst nur knapp zwei Millimeter und ähnelt eher einer Ameise, als einer Spinne. „Meinen Vater hätte diese Ehrung sicher gut gefallen“, meint Susanne von Bülow.

Bisher waren nur 21 Arten der Gattung Otacilia bekannt. Insgesamt konnten Jäger und Wunderlich die Liste nun um sieben Arten aus China, Laos und Thailand ergänzen. „Um die Spinnen einzufangen und zu bestimmen, müssen wir die Laubstreu – den Lebensraum der Tiere – durchsieben“, erklärt Jäger.

Vermutlich gibt es noch mehr der winzigen Gliederfüßer, die gut versteckt in den asiatischen Wäldern leben und darauf warten, einen großen Namen zu bekommen.

Kontakt
Dr. Peter Jäger
Senckenberg Forschungsinstitut
Sektion Arachnologie
Tel. 069 7542 1340, peter.jaeger@senckenberg.de

Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Judith Jördens
Tel. 069- 7542 1434
judith.joerdens@senckenberg.de

Publikation
JÄGER, P. & WUNDERLICH, J. (2012) New species of the spider genus Otacilia Thorell 1897 (Araneae: Corinnidae) from China, Laos and Thailand. — Beiträge Araneologie 7: 251–271.

Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt.

Media Contact

Judith Jördens Senckenberg

Weitere Informationen:

http://www.senckenberg.de

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