Bonner Biodiversitäts-Tagung der UN eröffnet

Arbeitsgruppe berät über Regeln für “ Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechten Vorteilsausgleich“

Die erste Tagung der Arbeitsgruppe über „Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechten Vorteilsausgleich“ im Rahmen der Biodiversitäts-Konvention der UN hat heute morgen (10:00 Uhr) im Kongress-Zentrum Bundeshaus Bonn begonnen. Das Plenum der Tagung hat Gila Altmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, sowie Mohammad Bin Osman, Repräsentant aus Malaysia, als gemeinsame Co-Präsidenten der Tagung gewählt.

Bis Freitag, den 26. Oktober, verhandeln rund 300 Teilnehmer von 182 Vertragsparteien zusammen mit Nicht-Regierungsorganisationen und Vertretern indigener Gruppen über konkrete Regeln für den Zugang zu genetischen Ressourcen und über die gerechte Verteilung der ökonomischen Vorteile, die sich aus der Nutzung dieser Ressourcen ergeben. Das 1992 im Rahmen der Rio-Konferenz verabschiedete Übereinkommen über die biologische Vielfalt ist der erste völkerrechtliche Vertrag, der den Umgang des Menschen mit der Natur umfassend zu regeln sucht. Die Nutzung der natürlichen Ressourcen soll vereinbar werden mit der Bewahrung der globalen biologischen Vielfalt. Nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt wird deshalb neben deren Erhaltung ausdrücklich als Ziel der Konvention genannt. Die gerechte Verteilung der Vorteile (benefit-sharing), die bei der Nutzung genetischer Ressourcen entstehen, ist ein weiteres Ziel des Übereinkommens.

Das Übereinkommen berücksichtigt, dass nicht nur Pflanzen, Tiere oder ihre Produkte wirtschaftlich nutzbar sind, sondern auch die genetischen Informationen einzelner Individuen. Interessant können diese etwa als Ausgangsmaterial für pharmazeutische Forschungen oder in der Agrarzüchtung zur Verbesserung von Kulturpflanzen und Nutztierrassen sein. Das Übereinkommen betrachtet somit erstmals die genetischen Bestandteile von Lebewesen als Rohstoffe oder Ressourcen, die auch international handelbar sind und normiert deren Handel in seinen Grundzügen.

Verabschiedet werden sollen die Regeln auf der nächsten Vertragsstaatenkonferenz der UN-Biodiversitätskonvention im April 2002 in Den Haag.

Hrsg: BMU-Pressereferat, Alexanderplatz 6, 10178 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich)
Jürgen Maaß, Frauke Stamer, Martin Waldhausen
Tel.: 01888/305-2010. Fax: 01888/305-2016
E-Mail: presse@bmu.de

Media Contact

BMU-Pressereferat

Weitere Informationen:

http://www.bmu.de/presse

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie

Der innovations-report bietet im Bereich der "Life Sciences" Berichte und Artikel über Anwendungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der modernen Biologie, der Chemie und der Humanmedizin.

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Bakteriologie, Biochemie, Bionik, Bioinformatik, Biophysik, Biotechnologie, Genetik, Geobotanik, Humanbiologie, Meeresbiologie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Zoologie, Bioanorganische Chemie, Mikrochemie und Umweltchemie.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Perowskit-Solarzellen erklimmen neues Leistungs-Hoch

In einer Zusammenarbeit zwischen der Universität Pavia (Italien) und dem Center for Advancing Electronics Dresden an der Technischen Universität Dresden (Deutschland) haben Forscherinnen und Forscher eine neuartige Methode zur Herstellung…

Blauer Wasserstoff kann das Klima schützen

Eine internationale Gruppe von Forschenden unter Leitung des Paul Scherrer Instituts PSI und der Heriot-Watt-Universität haben die Klimawirkungen von sogenanntem blauem Wasserstoff umfangreich analysiert. Er wird aus Erdgas gewonnen, wobei…

Der Architektur von Krebszellen auf der Spur

Zwei neue Großgeräte für Massenspektronomie für 2,5 Millionen Euro für Institut für Pathologie der Universitätsmedizin Göttingen. Neue, exakte Einblicke auf kleinste Moleküle in Krebs-Gewebeproben möglich. Ziel ist es, Krebs noch…

Partner & Förderer