Besserer Schutz für schwarze Bohnen

Eine neue Nichtregierungsorganisation soll künftig helfen, Wildkaffee in den Bergregenwäldern Äthiopiens nachhaltiger zu nutzen. Das „Ethiopian Coffee Forest Forum“ (ECFF) wurde vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn initiiert. Es ist ein Ergebnis des Forschungsprojekts „Schutz und Nutzung von Wildkaffee in den Bergregenwäldern Äthiopiens“, das seit Mitte 2002 vom ZEF in enger Kooperation mit äthiopischen Forschungseinrichtungen und dem privaten Sektor unter Mitarbeit mehrerer Bonner Universitätsinstitute durchgeführt wird. Finanziert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).


„Das ZEF setzt auf Nachhaltigkeit in seinen Forschungsprojekten“, sagt Manfred Denich, Leiter des Wildkaffeeprojekts am ZEF, „und daher haben wir ein besonderes Interesse daran, dass die Ergebnisse unserer Forschung vor Ort auch umgesetzt werden. Wissenschaftliche Forschungsergebnisse tatsächlich in die Praxis umzusetzen ist jedoch kein einfaches Unterfangen, sicherlich nicht in den Bereichen Landwirtschaft und Naturschutz“.

„Die Entwicklungsländer, in denen wir arbeiten, insbesondere junge Demokratien, befinden sich oft in einer politisch schwierigen und instabilen Lage“, erläutert Franz Gatzweiler, Institutionenökonom am ZEF. „Vor allem gibt es meist keine personelle und institutionelle Kontinuität. So ist der durchaus langwierige und fachlich anspruchsvolle Prozess, Forschungsergebnissen in konkrete Entwicklungsansätze zu übertragen, oft nicht leistbar. Eines unserer Projektziele ist daher, geeignete Strukturen zu schaffen, damit die Ergebnisse unserer Arbeit letztendlich auch in der Praxis Verwendung finden und nicht in der Schublade eines Universitätsinstituts liegen bleiben.“

„Wir begrüßen die Gründung des Ethiopian Coffee Forest Forums ausdrücklich“, sagt Aberra Deressa, äthiopischer Staatsminister und Mitglied im Beirat des ECFF. „Wir versprechen uns von diesem Forum eine Vermittlerrolle, sowohl zwischen Wissenschaft und Politik als auch zwischen Politik und Zivilgesellschaft.“ Die politische, die wissenschaftliche und die zivilgesellschaftliche Ebene im Land müssten eng miteinander kooperieren. Nur so könne das gemeinsame Ziel, den Wildkaffee in den äthiopischen Bergregenwäldern nachhaltig zu nutzen und zu erhalten, erreicht werden. „Das ECFF, dessen Beirat aus Regierungsvertretern, Universitätsprofessoren und dem Direktor des nationalen Instituts für Biodiversitätsforschung zusammengesetzt ist, bietet für eine solche Zusammenarbeit genau den richtigen Rahmen“, betont der Staatsminister.

Das ECFF soll jedoch nicht nur eine Plattform für die Zusammenarbeit der verschiedenen Interessensgruppen bieten, sondern auch selbständig weitere Projekte aufbauen und dafür auch die notwendigen finanziellen Mittel einwerben. „Die Kapazitäten des ECFF sollen in den nächsten Jahren allmählich auf- und ausgebaut werden, so dass das Projekt’ ’Schutz und Nutzung von Wildkaffee in den Bergregenwäldern Äthiopiens’ auf Dauer selbständig vor Ort weitergeführt werden kann“, sagt Projektleiter Denich. „Ziel ist, unser von Deutschland aus finanziertes Projekt im Laufe der nächsten Jahre überflüssig zu machen, so dass sowohl der Erhalt und die nachhaltige Nutzung des Wildkaffees wie auch die des Bergregenwaldes vollständig und sicher in äthiopischer Hand liegen werden“.

Der weltweit hochgeschätzte Arabica-Kaffee stammt ursprünglich aus Südwest-Äthiopien, wo er heute noch wild in den Bergregenwäldern vorkommt. Dieser Wildkaffee wird nicht nur von der lokalen Bevölkerung genutzt, sondern stellt auch eine wichtige genetische Ressource für die internationale Kaffeezüchtung dar.

Neben dem ZEF beteiligen sich folgende Bonner Universitätsinstitute an dem Projekt: Institut für Pflanzenernährung (Prof. Dr. H. Goldbach, Dr. J. Burkhardt), Institut für Pflanzenkrankheiten (Dr. H. Hindorf), und das Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen (Dr. T. Borsch).

Für mehr Informationen über das Wildkaffeeprojekt siehe http://www.coffee.uni-bonn.de/

Kontakt:
Alma van der Veen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-1846
E-Mail: presse.zef@uni-bonn.de

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Frank Luerweg idw

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