Sechs neue Echsenarten der Gattung Anolis in Panama entdeckt

Dr. Gunther Köhler vom Forschungsinstitut Senckenberg hat die Expedition geleitet. Wie er sagt, wird bei Expeditionen immer mal eine neue Art entdeckt. „Aber vier Neufunde innerhalb von 24 Stunden war für uns alle eine spektakuläre Entdeckung. Das erlebt man wohl nur einmal im Leben“, äußert der Frankfurter Reptilienexperte.

Wie üblich haben Anolis gruuo, Anolis pseudokemptoni, Anolis pseudopachypus und Anolis datzorum, so die wissenschaftliche Bezeichnung der vier neuen Arten, ihre Namen von ihren Entdeckern erhalten, die die vier Neufunde aus den Serranía de Tabasará kürzlich in der Fachpublikation „Herpetologica“ vorgestellt und ausführlich beschrieben haben.

Panama ist für seine klimatische und landschaftliche Vielseitigkeit bekannt. Trotz der vergleichsweise kleinen Fläche von etwa 77 000 Quadratkilometern ist das parallel zu den Küsten von pazifischem Ozean und Karibischem Meer von den zentralamerikanischen Kordilleren durchzogene Land die an Reptilien und Amphibien vielseitigste und reichste Region Zentralamerikas.

Da zur Zeit der Expedition von dort bereits 31 Vertreter der Reptiliengattung Anolis bekannt waren, hat es die Wissenschaftler zunächst überrascht, im Nebelwald der Serranía de Tabasará innerhalb eines einzigen Tages gleich vier bis dahin unbekannte Arten zu finden. Der Vergleich mit anderen Vertretern der Gattung Anolis hat dann aber alle Zweifel zerstreut. Die vier neuen Echsen werden nun der Liste anderer ausschließlich in der Region vorkommenden Arten hinzugefügt.

Gunther Köhler und seine Kollegen vermuten weitere bisher noch unbekannte Arten in der Region. „Die Serranía de Tabasará ist bisher noch wenig beprobt, weist aber eine große Vielfalt an Reptilien und Amphibien auf. Von daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass hier auch ein hoher Anteil an so genannten endemisch lebenden, also nur in dieser Region vorkommenden Arten zu finden sind“, sagt der Leiter der Herpetologie am Forschungsinstsitut Senckenberg.

In ihrer Publikation beschreiben die Autoren auch, dass der pazifische Hang der panamesischen Gebirgskette bereits zu 90 Prozent land- oder forstwirtschaftlich genutzt wird, während die atlantische Seite noch in weiten Bereichen von einem Nebelwald bedeckt ist. Dessen größtenteils Natur belassene Ursprünglichkeit wird bisher lediglich von einer kleinen, aber wachsenden Zahl landwirtschaftlicher Betriebe durchbrochen. Eine weitere Abholzung würde jedoch auch den bisher weitgehend intakten Lebensraum negativ beeinflussen. – Von daher wurde bereits empfohlen, die Region im Hochland von Panama wegen ihres hohen ökologischen Wertes als besonders schützenswertes Gebiet auszuweisen. (dve)

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Doris von Eiff Senckenberg

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