Mit Weitblick geplant: barrierefreies Designhaus bei Augsburg

Über zwei Drittel der Deutschen möchten im Alter am liebsten zu Hause wohnen, so auch Maria und Herbert Ederer. Obwohl das Paar noch voll im Berufsleben steht, planten sie ihr Einfamilienhaus in Königsbrunn bei Augsburg barrierefrei.

Für beide eine logische Konsequenz ihrer täglichen Arbeit: Vor über zwanzig Jahren bauten der Diplom-Sozialwirt und die Krankenschwester selbst ein Pflegezentrum und bieten dort ambulante und Kurzzeitpflege an. Hier erleben sie jeden Tag, wie wichtig es ist, Räume und Bäder schwellenlos erreichen zu können und ausreichend große Radien vor Waschbecken, WCs und Türen zu haben. Glücklicherweise konnten die Schwäbin und der Bayer im Jahr 2009 gegenüber ein Grundstück erwerben und ein Jahr später bebauen.

Beide schätzen die kurzen Wege. Für den Bau eines Designhauses mit dem Allgäuer Ökohaus-Pionier Baufritz waren der nur knapp 70 Kilometer entfernte Produktionsstandort Erkheim und das überzeugende Musterhauszentrum gewichtige Gründe. Neben einem Grundriss, der in jeder Lebensphase ein komfortables Wohnen ermöglicht, legten Maria und Herbert Ederer auf ein autarkes Energiekonzept und eine ausgeklügelte ökologische Bauweise viel Wert.

Die klare Architektursprache ist herausragendes Merkmal der Gestaltung. Zwei Kuben flankieren das Pultdach. Mit einer 20 Grad Neigung in Südausrichtung ist es für eine Photovoltaikanlage perfekt ausgerichtet, um Strom für das komplette Haus zu erzeugen. Das Paar produziert mit einer Nennleistung von 10 kW sogar mehr Energie als es im Jahresdurchschnitt verbraucht und speist den überschüssigen Strom ins Netz. Die kontrollierte Be- und Entlüftung minimiert den Energiebedarf außerdem.

Zusammen mit einer 37 cm dicken Hobelspänedämmung und einer Dreifach-Verglasung erreicht das Haus den Plusenergie-Standard. Auf über 140 Quadtratmetern konzipierte der Architekt im Erdgeschoss einen ebenerdigen Lebensraum. Vom überdachten Carport ist der Eingangsbereich über eine bodengleiche Türschwelle begehbar.

Die großzügige Diele mit über 1,20 Meter Flurbreite erschließt das Gäste-WC, den Technikraum sowie das Schlafzimmer mit separater Ankleide und das Bad. Mit fast 16 Quadratmetern ist es so großzügig dimensioniert, dass alle Sanitärelemente barrierefrei erreichbar sind. Eine zentral im Raum platzierte Vorwandinstallation trennt Waschbecken und Badewanne.

Der Clou: Die Spiegel hängen an Drahtseilen von der Decke. Eine zweiflügelige Glasschiebetür erschließt den offenen Wohn-, Koch- und Essbereich. Bodentiefe Fenster lassen den Garten hautnah erleben. Wie eine Skulptur wirkt die Treppe, deren Brüstung aus einem Stück Glas gefertigt ist. Sie führt in das Gästezimmer, Duschbad und auf die Galerie.

Das Gesundheitskonzept der ökologischen High-Tec-Architektur aus heimischen Hölzern, die über 43 Tonnen CO2 speichert, hat die Bauherren ebenfalls überzeugt. Gefährliche PU-Bauschäume und Kleber sind tabu, Fenster und Türen wurden passgenau montiert. Mehr als 20 Baubiologen sorgen im Produktionsstandort Erkheim dafür, dass die Belastungen, die beim Bau entstehen können, für Bewohner und Natur auf ein Minimum reduziert werden.

Die patentierte Elektrosmog-Schutz-ebene, für gesundes Wohnen eine Grundvoraussetzung, wurde gleichfalls eingebaut. Nach zwei Hüftoperationen der Bauherrin erwies sich die vorausschauende Planung als weise Entscheidung, konnte sie doch nach den Reha-Maßnahmen mit Gehhilfen autark und ohne fremde Hilfe zu Hause leben.

Weitere Informationen unter www.baufritz.de

Lena Laupheimer
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