Innovationen am Bau europaweit Spitze

Die deutsche Bauwirtschaft liegt mit ihrer Innovationstätigkeit europaweit an der Spitze. Mit insgesamt 5.850 Patentanmeldungen im Technikbereich Bau verbuchte Deutschland im europäischen Vergleich die absolut meisten Anmeldungen zwischen 2005 und 2012.

17,6 Prozent aller einschlägigen Anmeldungen am Europäischen Patentamt (EPO) stammten in dieser Zeit aus Deutschland. Das zeigen Ergebnisse eines Forschungsprojektes, in dem das Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) die aktuelle Innovationstätigkeit in der Bauwirtschaft im europäischen Vergleich untersuchte.

„Die Bauwirtschaft ist wesentlich innovativer als allgemein wahrgenommen“, stellt IAT-Projektleiter Dieter Rehfeld fest. „Dies wird deutlich, wenn man die Bauwirtschaft nicht nur als einzelne Branche sondern als komplexe Wertschöpfungskette mit vor- und nachgelagerten, auf den Bauprozess spezialisierten Industrie- und Dienstleistungsbereichen betrachtet“.

So stammten mehr als 50 Prozent der Anmeldungen aus der Industrie, insbesondere aus der Herstellung von Metallerzeugnissen, dem Maschinenbau, dem Bereich Glas, Keramik, Steine und Erden sowie der Herstellung von Kunststoff- und Gummierzeugnissen. Aus dem Kern der Bauwirtschaft, den Bauunternehmen selbst stammten in Deutschland 6,3 Prozent der Anmeldungen, aus Universitäten und Forschungseinrichtungen 3,1 Prozent, aus dem Dienstleistungsbereich 10,5 Prozent.

Die Analyse der regionalen Spezialisierungsmuster zeigte auch, dass gerade in den Regionen mit geringen Patentaktivitäten (dies gilt etwa für strukturschwache Regionen Norddeutschlands und große Teile der neuen Bundesländer) Spezialisierungen im Technikbereich Bau wichtige regionale Innovationspotenziale darstellen. „Sie haben eine zentrale Bedeutung für die jeweiligen regionalen Innovationssysteme und damit auch für die Beschäftigung“, so Projektmitarbeiter Jürgen Nordhause-Janz.

Vertiefend wurden Patentanmeldungen im Technikbereich „Energieeffizienz und Treibhausgasreduktion im gebäudebezogenen Bereich“ unter die Lupe genommen. Die Technologiebereiche Klimaschutz und erneuerbare Energien gehören seit Ende der 1990er Jahre zu den mit am schnellsten wachsenden Patentfeldern. Auch hier lag Deutschland an der Spitze: ein Fünftel der zwischen 2005 und 2012 erfolgten Patentanmeldungen stammte aus Deutschland. Dabei konzentrierten sich deutsche Patentanmelder im internationalen Vergleich stärker auf die mit der Gebäudedämmung zusammenhängenden Patentbereiche (Wände, Dächer, Decken) sowie auf energieeffizientes Heizen, Kühlen und Belüften.

Ihr Ansprechpartner: Jürgen Nordhause-Janz, Durchwahl: 0209/1707-118, E-Mail: nordhause-janz@iat.eu und PD Dr. Dieter Rehfeld, Durchwahl 0209/1707-268, E-Mail: rehfeld@iat.eu

Die Studie „Indikatoren zur Innovationstätigkeit am Bau im internationalen Vergleich. Berlin: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. BMVBS-Online-Publikation, Nr. 08/2013“ kann bezogen werden unter:
http://www.iat.eu/aktuell/veroeff/2013/nordhaus01.pdf
oder unter:
http://www.bbsr.bund.de/cln_032/nn_629248/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/BMVBS
/Online/2013/DL__ON082013,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/DL
_ON082013.pdf

Claudia Braczko
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut Arbeit und Technik
Telefon: 0209/1707-176
E-Mail: braczko@iat.eu

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