Wohnen in zukunftsfähigen Quartieren

Interne IT-Netzwerke gehören in großen Unternehmen längst und unverzichtbar zum Alltag. Dass eine Vernetzung von Stadtteilen deren Bewohnern Vorteile bringt, will das Projekt „SmarterWohnenNRW“ zeigen. Im Ruhrgebiet kann nun eine Musterwohnung besichtigt werden.

Warum akzeptieren Menschen bei Verkehrsmitteln wie Flugzeug und Auto modernste Systemtechnik? Wieso verzichten sie dagegen in ihren eigenen Wohnungen oder Häusern meist darauf? Wissenschaftler versuchen, solche Fragen zu beantworten. „Ein Grund ist sicherlich, dass Informationstechnik im Haus bisher von kaum jemandem als Gesamtprodukt angesehen wird“, vermutet Klaus Scherer, Leiter der Abteilung System- und Anwendungstechnik am Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS. „Das Engagement schwindet noch weiter, wenn Konzepte realisiert werden sollen, die über mehrere Gebäude hinweg reichen.“ Der Leiter des Duisburger inHaus-Zentrums und seine Mitarbeiter wollen zeigen, dass eine Wohnung mit ganzheitlich geplanter und umgesetzter Technikausstattung vorteilhaft und erschwinglich sein kann.

Das Projekt „inHaus-Innovationszentrum für intelligente Haussysteme“ startete vor fünf Jahren in Duisburg. Auch aus diesem Anlass veranstalten die Partner am 27. und 28. September ein Fachforum. In Demonstrationen und Vorträgen zeigen Experten verschiedener Fraunhofer-Institute, beteiligter Unternehmen und diverser Initiativen, was bisher erreicht wurde und bewerten, welche Entwicklungen sie künftig für sinnvoll erachten. Ebenfalls auf dem Forum vorgestellt wird „SmarterWohnenNRW“ – ein Modellprojekt, das im vergangenen April den „ZukunftsWettbewerb Ruhrgebiet“ gewonnen hat.

Greifbares Projektergebnis sind bisher acht Musterwohnungen in Hattingen südlich von Bochum, von denen eine seit kurzem besichtigt werden darf. In ihr geht es nicht allein um die Möglichkeit, zentral oder via Internet Fenster, Heizkörper und Aufnahmegeräte fernzusteuern oder den Zutritt von Personen zu kontrollieren. Vielmehr will die Hattinger Wohnstättengenossenschaft (HWG) in den kommenden drei Jahren knapp 200 derartiger Wohnungen über eine Art Intranet miteinander verbinden. Es soll als Basis für viele Serviceangebote dienen. „Die Vernetzung von Häusern untereinander eröffnet auch der IT-Branche ein immenses Potenzial“, betont Frank Lindert, Abteilungsleiter am Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST in Dortmund. „Insbesondere für die zunehmend ältere Bevölkerung bringen ausgewählte und sinnvoll miteinander kombinierte Informationstechnologien mehr Sicherheit und mehr Komfort in den Wohnbereich.“ Bei älteren Menschen liege das Hauptinteresse bei der medizinischen und sozialen Betreuung zu Hause, Stichwort „HomeCare“. In jungen Single-Haushalten sei dagegen Multimedia das dominante Thema.

Media Contact

Marion Horn idw

Weitere Informationen:

http://www.fraunhofer.de

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