Europas Wälder in Daten

Beispiel einer satellitenbildbasierten Waldbiomasseverteilungskarte. Deren Erstellung erfordert Datenerhebungen im Wald. Diese sollen europaweit optimiert werden.
(c) Santoro, M.; Cartus, O. (aus NERC EDS Centre for Environmental Data Analysis, 11/2021)

Internationales Team entwickelt im „PathFinder“-Projekt nationale Waldinventuren weiter.

Forschende der Universität Göttingen sind an dem Projekt „PathFinder – Towards an Integrated Consistent European LULUCF* Monitoring and Policy Pathway Assessment Framework“ beteiligt. Die Europäische Kommission finanziert das Projekt im Rahmen ihres Programms Horizon Europe mit sechs Millionen Euro.

Das „PathFinder“-Projekt befasst sich mit der Anforderung der Europäischen Kommission nach europaweit vereinheitlichten, wissenschaftlich belastbaren Daten zum Wald, die in kurzen Abständen aktualisiert werden. Die Forschenden erarbeiten die wissenschaftlichen Grundlagen für eine entsprechende Ergänzung der nationalen Waldinventuren. Beteiligt sind 23 Einrichtungen aus 15 europäischen Ländern.

Alle europäischen Länder erheben regelmäßig wissenschaftlich fundierte Daten zum Wald. Bislang unterscheiden sich diese nationalen Waldinventuren jedoch in Zeitpunkt, Design und Organisation. Als Teil des Projekts entwickeln Dr. Lutz Fehrmann, Prof. Dr. Christoph Kleinn und Doktorand Ryan Carroll von der Abteilung Waldinventur und Fernerkundung der Universität Göttingen ein optimiertes Inventurdesign. Im Fokus steht die Erfassung von Waldbiomasse und von Indikatoren zur Biodiversität. Das Inventurdesign soll außerdem die Integration von Satellitendaten verbessern und damit die regelmäßige Aktualisierung der Daten ermöglichen.

Koordiniert wird das Projekt vom Norwegian Institute of Bioeconomy Research (NIBIO). Projektmanager Prof. Johannes Breidenbach vom NIBIO erklärt: „Unser übergeordnetes Ziel ist es, den Übergang Europas zu einer klimaneutralen und widerstandsfähigen Gesellschaft und Wirtschaft zu unterstützen.“

Knapp 40 Prozent der Fläche Europas ist mit Wald bedeckt. Damit hat der Wald nach der Landwirtschaft den zweitgrößten Flächenanteil, mit großen Unterschieden zwischen den Ländern. Es handelt sich um eine besonders wichtige Landnutzungsform: Der Wald ist naturnäher als Flächen mit Landwirtschaft, Siedlungen oder Infrastruktur. Er hat nicht nur für die Holzproduktion eine große Bedeutung, sondern auch für den Biodiversitätsschutz, den Umweltschutz und den Klimaschutz.

* LULUCF: engl. Land Use, Land-Use Change and Forestry/dt. Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Lutz Fehrmann
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Abteilung Waldinventur und Fernerkundung
Büsgenweg 5, 37077 Göttingen
Telefon: 0551 39-23826
E-Mail: lfehrma@gwdg.de

Prof. Dr. Christoph Kleinn
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Abteilung Waldinventur und Fernerkundung
Büsgenweg 5, 37077 Göttingen
Telefon: 0551 39-23473
E-Mail: ckleinn@gwdg.de

Weitere Informationen:

https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=7128 Foto des Göttinger Projektteams

https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=7128

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