Gesunde Klauen bei Kühen / Tierverhalten gibt Hinweise auf Haltungsfehler

Das "Schlaganfall-Info-Mobil" ist von Mai bis August 2001 in 40 deutschen Städten unterwegs. Die medizinischen Untersuchungsgeräte an Bord ermöglichen es dem beratenden Arzt, innerhalb von zehn Minuten das persönliche Schlaganfallrisiko zu ermitteln. Foto: Bayer AG


Neben Fütterungsfehlern, mangel- oder fehlerhafter Klauenpflege sind Haltungsfehler eine wesentliche Ursache für Fundament- und Klauenprobleme bei Kühen. Die kritische Beobachtung der Tiere kann dem Tierhalter Hinweise auf Fehler bei der Haltung liefern. Darauf weist die Staatliche Lehr – und Versuchsanstalt für Viehhaltung und Grünlandwirtschaft Aulendorf hin. Laufen die Tiere beispielsweise verkrampft und mit gesenktem Kopf, lässt dies auf eine mangelhafte Beschaffenheit des Bodens schließen. Zu glatter Boden oder Unebenheiten lassen die Tiere ausrutschen, wobei Bänder und Sehnen überlastet und die Klauen beschädigt werden. Gussasphaltboden gewährleisten eine dauerhafte Rutschfestigkeit, planbefestigte Betonflächen sollten nach zwei bis vier Jahren  erneut aufgeraut werden. Häufige Rangkämpfe im Frei- oder Liegebereich deuten auf zu geringen Bewegungsfreiraum bzw. Überbelegung hin. Fehlende Ausweichmöglichkeiten – insbesondere der rangniederen Tiere – führen zu Klauen- und Gelenkverletzungen. Im Liegebereich sollte die Laufgangbreite mindestens 2,5 m und im Fressbereich 3,5 m betragen. Sackgassen sind unbedingt zu vermeiden, da hier die Verletzungsgefahr besonders groß wird. Wenn die Kühe häufig im Liegebereich stehen, ist davon auszugehen, dass dieser Bereich nicht ihren Anforderungen entspricht. Für alle Tiere sollte eine Liegezeit von mehr als 12 Stunden angestrebt werden. Dazu müssen genügend komfortable Liegeboxen bereitgestellt werden. Während der Liegezeit werden die Klauen entlastet, längere Abtrockenphasen begünstigen die Klauenhornhärtung und reduzieren damit die Infektionsgefahr. Die Liegeboxenlänge muss sich an den größten Tieren orientieren, als Belag bei Hochboxen werden Gummimatten oder Matratzen mit leichter Einstreu und bei Tiefboxen Stroh- oder Sägemehleinstreu empfohlen bzw. Häckselstroh bei Spaltenboden. Bei Einbau und Instandsetzung der Gummimatten müssen plane Übergange zwischen Standbereich und Gitterrosten gewährleistet sein, um Überlastungen insbesondere an den Klauenspitzen zu vermeiden. Da die Erreger infektiöser Klauenerkrankungen besonders in feuchtem Milieu gedeihen, sind alle Maßnahmen, die das Abtrocknen der Lauf- und Stehflächen begünstigen, der Klauengesundheit förderlich. Gut durchlüftete Ställe, intakte Tränken und Hygienemaßnahmen gehören hierzu. Frische Luft und Umweltreize dienen dem Wohlbefinden der Tiere, Bewegung fördert zudem die Durchblutung des Bewegungsapparates, deshalb sollte den Tieren auf der Weide oder in einem Laufhof Gelegenheit zu Auslauf geboten werden, wobei der Bodenbelag des Laufhofs ebenfalls eben, trocken und griffig sein muss. aid, Dr. Sigrid Baars

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