Tiergerechte Stalleinrichtungen – bald vorgeschrieben?

Tiergerechte Stalleinrichtungen sind ein aktuelles Thema. Das führte Professor Dr. Matthias Gauly vom Institut für Tierzucht und Haustiergenetik der Universität Göttingen in seinem Vortrag auf der DLG-Wintertagung am 9. Januar 2008 in Münster aus.

Der Entwurf eines zweiten Gesetzes zur Änderung des Tierschutzgesetzes vom 5. Dezember 2007 sieht vor, dass ein obligatorisches Prüf- und Zulassungsverfahren für Haltungseinrichtungen für Nutztiere etabliert werden soll. Damit sollen zukünftig nur noch auf Tiergerechtheit geprüfte und zugelassene, serienmäßig hergestellte Stalleinrichtungen in den Verkehr gebracht werden. In der Schweiz und auch in Schweden gäbe es bereits entsprechende Prüfungen.

Die Frage, ob Tiergerechtheit überhaupt messbar sei, beantwortete Dr. Christiane Müller aus Westerau, Vorsitzende des DLG-Fachausschusses, mit einem deutlichen Ja. Tiergerechtheit könne danach bewertet werden, in welchem Maß die Haltungsbedingungen Voraussetzungen schaffen, um Schäden, Schmerzen und Leiden bei Nutztieren zu vermeiden und deren Wohlbefinden zu sichern. Wichtig sei es, die passenden Kriterien zu finden.

Andreas Pelzer von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen unterstützte in seinen Ausführungen die Bedeutung von Grenz- und Zielwerten, um Schäden, Schmerzen und Leiden bei Nutztieren bewerten zu können. Damit würden auch die Landwirte Entscheidungshilfen bekommen, denn tiergerechte Technik im Stall sei Voraussetzung für Erfolg und Tierleistung. Alle Experten sprachen sich schließlich dafür aus, dass die Prüfungen freiwillig und europaweit abgestimmt sein sollten, damit es nicht zu Wettbewerbsverzerrungen komme.

aid-Medien zum Thema tiergerechte Haltungsbedingungen:
aid-Computerprogramm auf CD-ROM „Nutztierhaltung“ Bestell-Nr. 61-3673 aid-Heft „Zukunftsorientierte Milchviehställe“, Bestell-Nr. 61-3372 aid-DVD „Die Sau rauslassen – tiergerechte Gruppenhaltung von Sauen“, Bestell-Nr. 61-7622.

Alle Medien finden Sie unter www.aid-medienshop.de.

Ansprechpartner für Medien

Dr. Volker Bräutigam aid infodienst

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