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Private Banken: Deutschland droht keine Rezession

14.09.2011
Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hat deutlich an Schwung verloren. Der Ausschuss fuer Wirtschafts- und Waehrungspolitik des Bankenverbandes geht allerdings nicht davon aus, dass es in den kommenden Quartalen zum Erliegen kommt. Nach einem weiteren kraeftigen Wachstumsschub von 2,8 % im laufenden Jahr erwarten die privaten Banken fuer das kommende Jahr ein Wachstum von 1,1 %.

"Es droht aus heutiger Sicht kein Absturz unserer Wirtschaft in eine Rezession", erklaerte Michael Kemmer, Hauptgeschaeftsfuehrer des Bankenverbandes. "Wenn eine weitere Eskalation der Staatsschuldenkrise vermieden werden kann, sollten die nach wie vor recht solide deutsche Industrieproduktion und das Investitionswachstum fuer Wachstum sorgen", so Kemmer weiter. Auch der private Konsum wird im kommenden Jahr die Konjunktur stuetzen. Gegen ueberzogene Absturzsorgen spricht aus Sicht Kemmers zudem, dass die heimischen Unternehmen fundamental gut aufgestellt sind. "Die Bilanzen sind gesund, und ein grosser Teil der geplanten Investitionen basiert auf der Weiterentwicklung von Technologien und Produkten, ist also weitgehend unabhaengig von der Kapazitaetsauslastung."

Im Euro-Raum wird das Wirtschaftswachstum von voraussichtlich 1,7 % in diesem Jahr auf lediglich 0,8 % im kommenden Jahr zurueckgehen. Wie in den meisten Industrielaendern werden die unvermeidliche Konsolidierung der oeffentlichen Finanzen und erforderliche strukturelle Anpassungen das Wachstum belasten. Die Arbeitslosenquote im Euro-Raum wird nach Schaetzungen der privaten Banken auf dem hohen Niveau von fast 10 % verharren. Die Schuldenstandsquote des gesamten Waehrungsraums duerfte trotz aller Konsolidierungsbemuehungen noch einmal steigen und bis Ende 2012 rund 90 % des Bruttoinlandsprodukts erreichen. Mit der Wachstumsschwaeche und der weiterhin angespannten Arbeitsmarktlage lassen die Inflationsrisiken wieder spuerbar nach, so dass seitens der Europaeischen Zentralbank eine laengere Zinspause erwartet wird.

Kemmer warnte in diesem Zusammenhang vor uebertriebener Panik. Die hohe Staatsverschuldung sei - bei einem entschlossenen wirtschaftspolitischen Gegensteuern - beherrschbar. Einen wirtschaftlichen Schockzustand wie im Herbst 2008 halten die privaten Banken auch angesichts der gesammelten Erfahrungen fuer sehr unwahrscheinlich.

"Um eine weitere Zuspitzung der Staatsschuldenkrise in Europa zu verhindern, muessen zunaechst die Reformen des europaeischen Rettungsschirms EFSF zuegig umgesetzt werden", betonte Michael Kemmer.

Durch bindende Selbstverpflichtungen, etwa in Form einer Schuldenbremse mit Verfassungsrang, koenne zudem eine solide Finanzpolitik in den einzelnen Euro-Staaten glaubwuerdig verankert werden. Eine langfristige Sicherung der Waehrungsunion sei jedoch ohne weitere Reformen des institutionellen Rahmens nicht vorstellbar. Damit einher gehen werde zwangslaeufig auch ein gewisser Souveraenitaetsverzicht der Nationalstaaten. Diese Einschraenkung sollte zunaechst im Bereich der Finanzpolitik angegangen werden, da es hier mit dem Stabilitaets- und Wachstumspakt bereits klare Regeln gaebe. Diese Regeln seien gut und richtig, sie muessten allerdings auch entschlossen durchgesetzt werden

Im Ausschuss fuer Wirtschafts- und Waehrungspolitik des Bankenverbandes sind zurzeit dreizehn Chefvolkswirte von privaten Banken in Deutschland sowie des Bankenverbandes vertreten. Das Gremium veroeffentlicht zweimal im Jahr eine Konjunkturprognose, die auf einer Umfrage unter den Mitgliedern des Ausschusses und der anschliessenden Diskussion der Umfrageergebnisse beruht.

Mitglieder im Ausschuss sind:

Uwe Angenendt, Chefvolkswirt, BHF-BANK Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main und Ausschussvorsitzender.
Dr. Marco Bargel, Chefvolkswirt, Deutsche Postbank AG, Bonn.
Dr. Elga Bartsch, Chefvolkswirtin Europa, Morgan Stanley UK Group, London.
Norbert Braems, Chefvolkswirt, Sal. Oppenheim jr. & Cie. KGaA, Koeln.
Dr. Kurt Demmer, Chefvolkswirt, IKB Deutsche Industriebank AG, Duesseldorf.
Carsten Klude, Chefvolkswirt, M.M.Warburg & CO KGaA, Hamburg.
Dr. Joerg Kraemer, Chefvolkswirt, Commerzbank AG, Frankfurt am Main.
Dr. Thomas Mayer, Chefvolkswirt, Deutsche Bank Gruppe, Frankfurt am Main.
Dr. Juergen Michels, Chefvolkswirt Euro-Raum, Citigroup, London.
Andreas Rees, Chefvolkswirt Deutschland, Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG, Muenchen.
Stefan Schilbe, Chefvolkswirt, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Duesseldorf.
Dr. Holger Schmieding, Chefvolkswirt, Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG.
Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt Deutschland, Goldman, Sachs & Co. oHG, Frankfurt am Main.
Konjunkturprognose
http://www3.bankenverband.de/nla.asp?art=37114001
Pressekontakt:
Bundesverband deutscher Banken
Presse und Kommunikation
Burgstr. 28
10178 Berlin
Telefon (0 30) 16 63 - 12 01 / - 12 02
Telefax (0 30) 16 63 - 12 99
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Weitere Informationen:
http://www.bankenverband.de

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