Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Hightech-Industrieunternehmen werden oft nebenberuflich gegründet

01.04.2015

Wissenschaftler gründen neue Unternehmen oft im Nebenerwerb - mit Rückfalloption auf das sichere Einkommen aus dem Hauptberuf sozusagen. Die Mehrzahl der Nebenerwerbs-Start-ups wird dabei in den technologieintensiven Sektoren des verarbeitenden Gewerbes aus der Taufe gehoben.

Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Ausgabe des Berichts zum "Mannheimer Gründungspanel", einer jährlich stattfindenden Befragung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gemeinsam mit Creditreform Wirtschaftsforschung unter jungen Unternehmen in Deutschland. Erstmalig wurde dabei die Relevanz von Nebenerwerbs-Gründungen untersucht.

Mehr als 20 Prozent der jungen Unternehmen der Gründungsjahrgänge 2010 bis 2013 wurden im Jahr 2013 von mindestens einem ihrer Gründerinnen oder Gründer im Nebenerwerb geführt, das heißt ihre Haupterwerbsquelle stammt aus einer anderen Beschäftigung.

Dies hat den Vorteil, dass die Marktakzeptanz des Produktes oder der Dienstleistung des neuen Unternehmens zunächst mit der Rückendeckung des sicheren Einkommens aus der Haupterwerbsquelle getestet werden kann. Demnach ist die Gründung im Nebenerwerb besonders für Unternehmen mit vollständig neuen Angeboten sinnvoll, denn für solche Produkte muss die Nachfrage erst erschlossen werden. Ein Rückzug aus dem Markt ist dadurch leichter möglich.

Der Anteil der Nebenerwerbsgründungen ist mit 26 Prozent bei nicht-technischen Beratungsdienstleistungen relativ hoch, am niedrigsten im Baugewerbe mit elf Prozent. Überdurchschnittlich viele Nebenerwerbsgründungen sind mit 28 Prozent in der Gruppe der forschenden Unternehmen in den technologieintensiven Wirtschaftszweigen des verarbeitenden Gewerbes zu beobachten.

Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass insbesondere bei Gründungen durch Personen aus der Wissenschaft der Anteil der Nebenerwerbsgründungen deutlich über dem Durchschnitt liegt. Unternehmen, die mindestens eine(n) ehemalige(n) Wissenschaftler(in) im Gründungsteam haben, sind zu 30 Prozent Nebenerwerbsgründungen.

Gründungen mit derzeitigen Wissenschaftlern als Gründerinnen oder Gründer entstehen zu 48 Prozent nebenher. In den technologieintensiven Wirtschaftszweigen des verarbeitenden Gewerbes ist mit 71 Prozent sogar die Mehrheit der Gründungen durch Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler eine Nebenerwerbsgründung. Die wissenschaftliche Tätigkeit in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis bleibt für diese Gründerpersonen also die Haupterwerbsquelle.

Weitergehende Analysen deuten darauf hin, dass es sich bei der Gründung im Nebenerwerb um eine bewusste Markteintrittsstrategie handelt. Je länger die Unternehmen am Markt sind, desto geringer wird der Anteil derjenigen, die im Nebenerwerb geführt werden.

Das deutet darauf hin, dass einige der Gründerinnen und Gründer zunächst unter Vorbehalt das Projekt Gründung starten und die (sicherere) Haupterwerbsquelle erst nach einigen (mit dem Unternehmen erfolgreichen) Jahren aufgeben. Diese Beobachtung trifft in besonderem Maße auf Wissenschaftlergründungen im industriellen Hightech-Bereich zu. In diesen Unternehmen werden potentiell die Ergebnisse eigener Forschungsarbeiten in neue Produkte umgesetzt. Bis es allerdings zur Marktreife kommt und Umsätze generiert werden können, vergehen einige Jahre.

Den vollständigen Ergebnisbericht des Mannheimer Gründungspanels Frühjahr 2015 finden Sie unter:
http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gruendungspanel/MannheimerGruendungspanel_012015....

Für Rückfragen zum Inhalt:
Jürgen Egeln, Telefon 0621/1235- 176, E-Mail egeln@zew.de

Gunter Grittmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur
16.01.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Mit Schwung ins neue Jahr
28.12.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie