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Neue Daten des IMK-Indikators - Rezessionsgefahr leicht gesunken

14.10.2014

Das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession gerät, ist in den vergangenen Wochen geringfügig gesunken. Zu diesem Ergebnis kommt der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung.

Für den Zeitraum von Oktober bis Ende Dezember 2014 weist das IMK-Frühwarninstrument eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von 18 Prozent aus. Im September waren es 20,5 Prozent. Damit liegt die Rezessionswahrscheinlichkeit nach dem Ampelsystem des Indikators am oberen Rand des „grünen Bereichs“ (niedriges Risiko unter 30 Prozent).

„Der Rückgang des Rezessionsrisikos ist zwar nur klein. Aber angesichts der vielen negativen Nachrichten und Prognosen, die in letzter Zeit zu hören waren, ist es bemerkenswert, dass der Indikator nahezu unveränderte Werte anzeigt“, sagt Peter Hohlfeld, Konjunkturexperte des IMK. „Es ist Vorsicht geboten. Die konjunkturelle Situation ist fragil. Aber sie spitzt sich nicht permanent zu.“

Die aktuelle Vorhersage beruht auf dem Datenstand von Anfang Oktober. In die Gleichungen des Indikators fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt bei seinem Indikator die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Daten, die einen deutlichen Rückgang der Industrieproduktion im August zeigen, haben also für den Indikator ein erhebliches Gewicht. Allerdings, so betont, Konjunkturforscher Hohlfeld, erkläre die Lage der Sommerferien in diesem Jahr einen nicht unerheblichen Teil des Rückgangs.

Eine zuletzt positive Entwicklung der inländischen Auftragseingänge und eine leichte Entspannung auf den Finanzmärkten sind weitere wesentliche Gründe dafür dass das Rezessionsrisiko trotzdem noch relativ gering ausgewiesen wird.

Der neue Indikator-Wert stützt aus Sicht der Forscher ihre aktuelle Konjunkturprognose. Kürzlich hatte das IMK seine Wachstumserwartung für 2014 von 1,8 auf 1,5 Prozent und für 2015 von 2,4 auf 1,9 Prozent gesenkt. Damit würde die deutsche Wirtschaft zwar weniger dynamisch wachsen als noch vor wenigen Monaten erwartet. Insgesamt setzt sich der Aufschwung nach Einschätzung des IMK aber fort.

Der IMK Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

Kontakt in der Hans-Böckler-Stiftung

Peter Hohlfeld
IMK
Tel.: 0211-7778-338
E-Mail: Peter-Hohlfeld@boeckler.de

Rainer Jung
Leiter Pressestelle
Tel.: 0211-7778-150
E-Mail: Rainer-Jung@boeckler.de

Weitere Informationen:

http://www.boeckler.de/imk - Zum Indikator

Rainer Jung | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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