Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Länder sparen nicht genug

04.09.2013
Fortschreibung der PwC-Studie zu Länder- und Kommunalhaushalten: Schuldenbremse verlangt in zehn Ländern weitere Konsolidierungsanstrengungen bis 2020 / Hohe Einnahmen überdecken Sparbedarfe

Länder und Kommunen sind dem Ziel schuldenfreier Haushalte näher gekommen. 13 der 16 Bundesländer konnten ihre Haushaltslage in den letzten zwölf Monaten verbessern.

Dies zeigt die neue Studie "Länderfinanzbenchmarking 2013" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Dennoch müssen zehn Länder und ihre Kommunen ihre Ausgaben je Einwohner weiter kürzen, um die Kriterien der Schuldenbremse zu erfüllen.

Diese schreibt den Ländern vom Jahr 2020 an strukturell ausgeglichene Haushalte vor und verbietet grundsätzlich die Aufnahme neuer Schulden. Trotz der positiven Entwicklung werden aus heutiger Sicht jedoch nur sechs Bundesländer die Vorgaben der Schuldenbremse ohne Ausgabenkürzungen erfüllen können: Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen und Hamburg.

"Es ist ein positives Signal, dass es vielen Ländern gelungen ist, ihr Defizit zu senken. Bis zur Einhaltung der Kriterien der Schuldenbremse ist es jedoch ein weiter Weg und viele Länder müssen noch deutlich stärker sparen. Die aktuell erfreulich gute Einnahmesituation täuscht über die strukturellen Haushaltsprobleme hinweg", so Norbert Winkeljohann, PwC-Vorstandssprecher.

PwC-Nachhaltigkeitsindex 2013

Index-Ranking Bundesland Index-Wert
2013 (2012) 2013 (2012)
1 (2) Bayern 115,1 % (112,9 %)
2 (1) Baden-Württemberg 105,4 % (113,5 %)
3 (6) Niedersachsen 102,5 % (100,0 %)
4 (4) Schleswig-Holstein 99,3 % (100,2 %)
5 (3) Sachsen 96,8 % (101,4 %)
6 (5) Hamburg 96,1 % (100,2 %)
7 (8) Berlin 95,1 % (91,2 %)
8 (7) Nordrhein-Westfalen 95,0 % (93,6 %)
9 (12) Thüringen 91,2 % (83,6 %)
10 (11) Brandenburg 90,9 % (84,1 %)
11 (9) Rheinland-Pfalz 88,8 % (87,3 %)
12 (13) Mecklenburg-Vorpommern 88,4 % (83,3 %)
13 (14) Sachsen-Anhalt 86,3 % (81,7 %)
14 (10) Hessen 86,0 % (86,1 %)
15 (16) Bremen 78,4 % (68,6 %)
16 (15) Saarland 74,2 % (70,0 %)
Quelle: PwC-Studie: Länderfinanzbenchmarking 2013
An der Spitze des PwC-Nachhaltigkeitsrankings steht Bayern mit einem Indexwert von 115 Prozent. Bremen hat zwar binnen Jahresfrist die größte Steigerung erreicht (plus neun auf 78 Prozent), bildet jedoch mit dem Saarland (74 Prozent) das Schlusslicht der Tabelle.

Der Vergleich mit den Vorjahreswerten des PwC-Nachhaltigkeitsindexes zeigt, ob ein Bundesland Erfolge bei der Haushaltskonsolidierung erzielen konnte. Bundesländer mit einem Indexwert unter 96 Prozent müssen bis 2020 stärker sparen als bisher.

"Die ausgesprochen schwierige Haushaltslage in Bremen und im Saarland erklärt sich maßgeblich durch die hohen Zins- und Versorgungslasten. Beide Länder werden im Jahr 2020 etwa ein Drittel ihrer Einnahmen für diese beiden Posten aufwenden müssen. Im Durchschnitt aller Bundesländer werden es dann rund 18 Prozent sein", erläutert Alfred Höhn, Partner bei PwC und Leiter des Bereichs öffentlicher Sektor.

Mehrheit muss Ausgaben kürzen

Die kaum zu beeinflussenden Zins- und Versorgungsaufwendungen stellen für alle Bundesländer eine beträchtliche Belastung dar. Bereinigt um diese Ausgabenposten stehen unter den Bedingungen der Schuldenbremse in den nächsten Jahren nur den sechs bestplatzierten Ländern Mittel in dem Maße zur Verfügung, dass sie ihre Aufgaben weiterhin in gewohntem Umfang erfüllen können. Die anderen Länder sind dagegen zum Sparen gezwungen.

Jährlicher Sparbedarf der Länder von 2012 bis 2020 (preisbereinigt und nach Abzug der Zins- und Versorgungsausgaben)

Bundesland Sparbedarf je Einwohner und Jahr
Saarland 3,3 %
Bremen 2,6 %
Hessen 1,4 %
Sachsen-Anhalt 1,4 %
Mecklenburg-Vorpommern 1,1 %
Rheinland-Pfalz 1,0 %
Brandenburg 0,7 %
Thüringen 0,7 %
Nordrhein-Westfalen 0,2 %
Berlin 0,1 %
Hamburg -
Sachsen -
Schleswig-Holstein -
Niedersachsen -
Baden-Württemberg -
Bayern -
Quelle: PwC, Zahlen basieren auf Daten der Studie:
Länderfinanzbenchmarking 2013
Vergleich der Länder zeigt Effizienzreserven
Während ein erheblicher Teil der Finanzmasse der Länder durch Zinszahlungen und Pensionsverpflichtungen gebunden ist, zeigt der Ländervergleich, dass in einigen Ausgabenbereichen durchaus Einsparungen möglich sind. Insbesondere bei den Ausgaben für politische Führung und zentrale Verwaltung bestehen erhebliche Unterschiede und damit Spielräume für Effizienzsteigerungen. Während beispielsweise Niedersachsen mit einem Budget von 211 Euro je Einwohner (Stand 2010) auskommt, wendet Brandenburg 432 Euro je Einwohner auf.

Unterschiede bestehen auch bei der Finanzierung der frühkindlichen Bildung. Werden die Aufwendungen für Kindertagesbetreuung auf alle Kinder unter sechseinhalb Jahren im Bundesland umgelegt, so gibt beispielsweise Schleswig-Holstein 3.332 Euro pro Kind und Jahr aus, Mecklenburg-Vorpommern hingegen nur 3.151 Euro. Von diesen Kindern nehmen in Schleswig-Holstein jedoch nur zwölf Prozent der unter Dreijährigen und 91 Prozent der über Dreijährigen Tagesbetreuungsangebote wahr. In Mecklenburg-Vorpommern liegen die Betreuungsquoten mit 38 respektive 99 Prozent deutlich höher (Stand: 2010).

"Unsere Studie zeigt, dass mit dem Greifen der Schuldenbremse im Jahr 2020 viele Länder zu schmerzhaften Leistungskürzungen gezwungen sein könnten, wenn sie ihre heutigen Sparanstrengungen nicht noch deutlich verstärken. In einzelnen Aufgabenfeldern sind jedoch Einsparungen und Effizienzsteigerungen möglich, ohne Abstriche bei der Qualität der Dienstleistungen machen zu müssen. Darüber hinaus sollten die Bevölkerungsverschiebungen in Folge des demografischen Wandels genutzt werden, um Leistungen zu verbessern und das Angebot an die sinkende Nachfrage anzupassen", kommentiert Höhn.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.pwc.de/laenderfinanzbenchmarking_2013
Über PwC:
PwC bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmensberatung. Dort schaffen wir für unsere Mandanten den Mehrwert, den sie erwarten. Mehr als 180.000 Mitarbeiter in 158 Ländern entwickeln in unserem internationalen Netzwerk mit ihren Ideen, ihrer Erfahrung und ihrer Expertise neue Perspektiven und praxisnahe Lösungen. In Deutschland erzielt PwC an 28 Standorten mit 9.300 Mitarbeitern eine Gesamtleistung von rund 1,49 Milliarden Euro.
Pressekontakt:
Sandra Otte
PwC Presseabteilung
Tel.: (069) 95 85 - 15 64
E-Mail: sandra.otte@de.pwc.com
Dagmar Linkenbach
PwC Presseabteilung
Tel.: (069) 95 85 - 61 45
E-Mail: dagmar.linkenbach@de.pwc.com

Sandra Otte | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.pwc.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht KMU suchen die finanzielle Unabhängigkeit
25.05.2018 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

nachricht Produktiver und attraktiver Montage­arbeits­platz
24.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics